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Wachsende Gemeinde
Bürger können an Ortsentwicklung in Werneuchen auch online mitwirken

Klare Ansage: Die Ortsumfahrung Ahrensfelde ist nach Auffassung von Planern die wesentliche Voraussetzung für weiteren Bevölkerungszuwachs entlang der Bundesstraße 158.
Klare Ansage: Die Ortsumfahrung Ahrensfelde ist nach Auffassung von Planern die wesentliche Voraussetzung für weiteren Bevölkerungszuwachs entlang der Bundesstraße 158. © Foto: Kai-Uwe Krakau
Kai-Uwe Krakau / 29.06.2020, 19:11 Uhr
Werneuchen (MOZ) Für Ahrensfelde und Werneuchen schafft die Siedlungsachse neue Möglichkeiten: Beide Kommunen dürfen – über die lokalen Bedarfe hinaus – mehr Menschen aufnehmen. Dies bedeutet, dass es keine landesplanerischen Einschränkungen bei der Entwicklung von Wohnsiedlungen gibt.

"Das Ziel des Achsenentwicklungskonzeptes ist es, Handlungsschwerpunkte und Maßnahmen festzulegen", sagte Torsten Wiemken vom Büro LOKATION:S Partnerschaft für Standortentwicklung Berlin in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses Werneuchen. Darüber hinaus gehe es um die Schaffung tragfähiger Strukturen und um einen Dialog mit den Bürgern. "Es muss geklärt werden, welchen zukünftigen Charakter die Orte haben sollen", so Wiemken.

Die Konzepterstellung besteht aus zwei Phasen. Zunächst erfolgte eine Grundlagenermittlung und Analyse des Ist-Zustandes. Beides lag im November 2019 vor, die Kosten übernahm das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL). Inzwischen erfolgt die eigentliche Erarbeitung des Papiers unter Federführung der Gemeinde Ahrensfelde und in Kooperation mit der Stadt Werneuchen. Die Fertigstellung ist zum Jahresende geplant.

Umweltgerechte Mobilität

Eine sogenannte Steuerungsrunde aus Vertretern der Kommunen und des zuständigen Ressorts in Potsdam begleitet den Prozess. Ferner wurde ein Fachbeirat gebildet. Dem Gremium gehören verschiedene Behörden und Institutionen aus der Region an.  "Auch der Austausch mit den Berliner Bezirken ist gut", so Wiemken. Zwei öffentliche Veranstaltungen hatte es im August 2019 jeweils in Ahrensfelde und Werneuchen gegeben.

Als übergeordnetes Handlungsfeld wurde eine umweltgerechte Mobilität/integrierte Verkehrsentwicklung definiert. Darüber hinaus sollen die Bereiche "Wohnen und Daseinsvorsorge", "Arbeiten und Gewerbeflächen" sowie "Freiraum, Klima und Erholung" im Achsenraum näher betrachtet werden. Für die Betrachtungszeiträume gibt es drei Varianten. bis 2025, bis 2030 und bis 2035. Dabei wolle man sich auf die von den Kommunen gestaltbare beziehungsweise aktiv beeinflussbare Entwicklungen konzentrieren, betonte Wiemken in der Sitzung. Der Planer nannte dabei zwei Voraussetzungen, die für eine zukunftsträchtige Entwicklung erforderlich sind: der Bau der Ortsumfahrung Ahrensfelde sowie die Taktverdichtung auf der Regionalbahnlinie 25 zwischen Berlin und Werneuchen.

Wiemken räumte ein, dass die Phase 2 – dort geht es um die Entwicklung von Leitbildern und vertiefende Betrachtungen der Handlungsfelder – wegen der grassierenden Corona-Pandemie schleppend begonnen hatte. So mussten die beiden Auftaktworkshops in den Kommunen im März kurzfristig abgesagt werden. Inzwischen habe es aber zwei Treffen mit den Bürgermeistern gegeben – mit einem Ergebnis: Der weitere Prozess wird ins Internet verlegt. "Anfang Juli werden wir eine Plattform zur Online-Beteiligung starten", kündigte Wiemken an. Dort sollen interessierte Bürger einen Gesamtüberblick erhalten und sich über den Stand des Beteiligungsverfahrens informieren können. Ergänzende Veranstaltungen und Workshops seien möglich. Dies hänge aber wesentlich vom weiteren Corona-Infektionsgeschehen ab, betonte der Planer.

Kommunale Zusammenarbeit

Die beiden Gemeinden bilden im Landesentwicklungsplan Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg (LEP HR) eine von zwei neuen Siedlungsachsen nordöstlich von Berlin. In dem Konzept legen sie fest, wo und unter welchen Bedingungen künftig neue Wohn- und Gewerbestandorte entstehen sollen. Als Grundlage wurde ein Gutachten erarbeitet, das vom Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung im vergangenen Jahr mit rund 41 000 Euro gefördert wurde. Für eine weitere zusätzliche Siedlungsachse, die aus dem Nordosten der deutschen Hauptstadt nach Wandlitz führt, soll ebenfalls ein Achsenentwicklungskonzept erarbeitet werden.  ⇥au

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