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Freud und Leid bei der Tafel Bernau

Sabine Rakitin / 30.06.2020, 05:00 Uhr
Bernau (MOZ) Eigentlich hätte Norbert Weich, der Gründer der Tafel Bernau, am Montag allen Grund zur Freude. Brandenburgs Sozialministerin Ursula Nonnemacher stattet der Einrichtung an der Rüdnitzer Chaussee einen Besuch ab. Im Gepäck hat die Bündnisgrüne, die an diesem Tag ihren 63. Geburtstag feiert, einen symbolischen Scheck über rund 21 000 Euro. Das Geld stammt aus Lottomitteln und ist für die Anschaffung eines Kühlfahrzeuges bestimmt. "Die Tafel versorgt nicht nur bedürftige Menschen in Bernau und im Barnim mit Lebensmitteln, sie ist auch sozialer Anschluss für viele und sie sorgt dafür, dass weniger Lebensmittel verschwendet werden. Ich freue mich, dass wir diese wichtige Arbeit unterstützen können", sagt Ministerin Nonnemacher bei der Scheckübergabe.

Der neue Transporter  steht bereits auf dem Hof des Vereins. "Das Auto geht morgen ins Rennen", sagt Norbert Weich. Es wird dringend gebraucht, weil es ein Kühlfahrzeug ersetzt, das wegen Motorschadens verschrottet werden musste. "Und wir haben lange darauf gewartet", sagt der Tafel-Chef. Bereits im vergangenen Herbst, als Ministerpräsident Woidke die Tafel besuchte, hatte Weich auf Hilfe des Landes bei der Neuanschaffung des Kühlfahrzeuges gehofft.

Natürlich bedankt er sich nun artig bei der Sozialministerin für den Zuschuss zu dem Kühlfahrzeug, der immerhin mehr als die Hälfte der Kaufsumme ausmacht, und auch dafür, "dass uns das Land in der Corona-Krise eineinhalb Monate finanziell über Wasser gehalten hat". So sei es der Tafel Bernau, die außerhalb des Barnims auch noch in Bad Freienwalde sowie seit Februar in Neuhardenberg Bedürftige mit Lebensmitteln versorgt, gelungen, durchzuhalten. "Wir hatten komplett umgestellt, versorgten täglich 20 bis 30 Familien mit dem Tafelmobil", erzählt Norbert Weich. Inzwischen haben auch der Tafel-Laden und das Soziale Möbellager wieder geöffnet.

Dennoch haben sich über der Tafel Bernau dunkle Wolken zusammengebraut. Anfang des Jahres wurde dem Verein die Kündigung des Mietvertrages für das Gelände an der Rüdnitzer Chaussee zum Jahresende angekündigt – nach rund 18 Jahren. Nun ist sie eingetroffen. Zum 30. September muss die Tafel das Areal verlassen. "Ich weiß noch nicht, wie es weiter geht", sagt Weich der Ministerin. Bereits zum 31. Juli wird die Sozialwerk GmbH mit der Tischlerwerkstatt geschlossen. Für Tafel und Möbellager sucht der Verein eine neue Bleibe – bislang ohne Erfolg. Passende Immobilien sind in Bernau rar oder viel zu teuer. Das Ausweichquartier an der Oranienburger Straße mit einer 200 Quadratmeter großen Halle, das die Stadt der Tafel angeboten hat, ist nach Ansicht von Weich und des Tafelkoordinators Peter Reske nicht geeignet. "Die Halle wäre ausreichend, aber wo sollen wir mit unseren Fahrzeugen und den Transportkisten hin?" fragt Reske. "Das größte Problem ist, dass wir das Gelände nicht einzäunen dürfen."

Gesprächsrunde am Freitag

Am Freitag hat Bürgermeister André Stahl (Linke) zu einer weiteren Runde eingeladen, in der es um die Zukunft der Tafel Bernau geht. Daran wird auch Barnims Landrat Daniel Kurth (SPD) teilnehmen. Auf die Frage von Ursula Nonnemacher am Montag, wie es mit der Bernauer Tafel weitergehe, antwortet er: "Das ist in erster Linie natürlich Sache der Stadt. der Landkreis flankiert. Aber wir werden eine Lösung finden."

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