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Eberswalder Fitnesscenter Villa Vidal
Mit Innovation aus der Krise

Markus Pettelkau / 21.07.2020, 18:30 Uhr
Eberswalde (MOZ) Warum haben wir so viele Menschen mit Gelenkbeschwerden, Herz-Kreislauferkrankungen, Übergewicht und Sarkopenie, also Muskelschwund?", fragt Oliver Findeisen rhetorisch, um nur Sekunden später zu antworten. "Ab dem 25. Lebensjahr verliert der Körper ohne Training seine Leistungsfähigkeit. Muskelvolumen und Muskellänge verringern sich. Wer nichts dagegen tut, ist bereits zwischen dem 40.-50. Lebensjahr therapiebedürftig!"

Oliver Findeisen hat sich auf orthopädische Probleme spezialisiert, vor allem auf das Thema Muskelschwund. In seinem Fitnesscenter Villa Vital behandeln sein Team und er viele ältere Patienten, die dagegen ankämpfen wollen. "Früher waren Fitnesscenter vor allem bei Leuten beliebt, die aus ästhetischen Gründen trainiert haben. Mittlerweile steht die Gesundheit mehr und mehr im Vordergrund." Darum setzt Findeisen neben dem Fitnesstraining auf drei weitere Säulen: Gesunde Ernährung, Physiotherapie und Reha-Sport. "Das sind die vier Kernpunkte der meisten Probleme, die miteinander verknüpft sind."

Die Corona-Pause nutzte das Team, um sich weiter zu spezialisieren. Während viele Unternehmen in eine Starre verfielen, investierte Findeisen in neue Trainingsmöglichkeiten. "Ich musste glücklicherweise auch meine acht Mitarbeiter nicht in Kurzarbeit schicken. Wir konnten die Zeit nutzen, um uns für die Zukunft aufzustellen. Wir haben mit der Firma "Milon und Five" ein neues Trainingskonzept entwickelt, dass auf das Thema Sarkopenie zugeschnitten ist: den Vita-Zirkel", sagt Findeisen.

Dieses Konzept sei das erste seiner Art und soll Kraft und Beweglichkeit miteinander verbinden. An 10 Stationen werden abwechselnd Kraft und Beweglichkeit trainiert. Dabei wird der Fokus auf den Rücken, die Brust und die Oberschenkel gelegt. "Wenn diese Bereiche nicht ausreichend trainiert werden, dann verkürzen sich die Muskeln. Aktive Muskeln, Faszien und Sehnen schützen die Gelenke. Wenn dort etwas aus dem Gleichgewicht ist, nimmt der Druck auf die Gelenke zu. Es entsteht mehr Reibung und dadurch auch mehr Schmerzen. Werden Muskeln schwach, kann selbst irgendwann eine Treppenstufe zur Überforderung führen. Im höheren Alter neigt man dann außerdem früher zur Pflege- oder Hilfebedürftigkeit."

Beim Training werde auf die individuelle Konstitution geachtet, erklärt Findeisen. Die elektronischen Trainingsgeräte erkennen den Kraftaufwand des jeweiligen Anwenders und stellen die Schwierigkeitsstufe automatisch um. So soll niemand über- oder unterfordert werden.

Training regt Stoffwechsel an

Training sei in verschiedener Hinsicht wichtig, urteilt Oliver Findeisen. Aktive Muskeln produzieren Mitochondrien, die die Basis unseres Stoffwechsels und damit unserer Gesundheit sind. Wer sich mehr bewegt, beugt damit auch Krankheiten vor. Zudem fördert Bewegung die Produktion von Myokinen.  Das sind hormon- ähnliche Botenstoffe, die von der Muskulatur bei Bewegung und Kontraktion ausgeschüttet werden. "Je länger man nichts tut, desto mehr schreitet der Abbauprozess voran."

Man sehe oft an der Körperhaltung, wie fit jemand ist. "Ausgeglichene Rumpfmuskeln sorgen für eine stabile Wirbelsäule und halten den Körper aufrecht in einer verschleißarmen Position. Sind diese Muskelpartien verkürzt, führt das zu Rücken- und Gelenkproblemen", erklärt der Fitnesstrainer. "Zudem hält die richtige Körperhaltung die Organe in der richtigen Position und schützt damit ganzheitlich."

Dass ein bestimmtes Trainingspensum auch im höheren Alter noch hilft, weiß Findeisen aus seiner Berufserfahrung. "Wir haben eine ältere Frau, sie ist mit über 70 Jahren zur Therapie zu uns gekommen. Damals war sie auf einen Rollator angewiesen. Mittlerweile braucht sie diesen nicht mehr, weil wir Ihre Muskulatur wieder aktiviert und stabilisiert haben."

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