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Woltersdorf: Nach nur zweieinhalb Monaten kündigt der Chef des Sport- und Freizeitparks

Woltersdorfer Werkleiter wieder weg

Joachim Eggers / 15.03.2012, 07:03 Uhr
Woltersdorf (MOZ) Er hat gerade erst angefangen und schon wieder gekündigt: Fabian Zeitler, der Werkleiter des Woltersdorfer Eigenbetriebs Sport- und Freizeitanlagen, hört überraschend Ende März auf und ist erst einmal krank. Jetzt ist guter Rat teuer.

Bürgermeister Rainer Vogel (Bündnis 90/Grüne) gab die Personalie am Dienstagabend im Finanzausschuss bekannt, als Dirk Doll ihn ausdrücklich auf das Gerücht von der Kündigung Zeitlers ansprach. Zuvor hatte SPD-Fraktionschef Frank Müller-Brys auf die Frage, wo Zeitler sei, nur die Auskunft erhalten, er sei krank.

Warum der 29-jährige Betriebswirt aus Nordbayern Knall auf Fall gekündigt hat, ist nicht bekannt. Zeitler war am Mittwoch nicht zu erreichen. Vogel, der erst am Montag aus einem dreiwöchigen Urlaub zurückgekehrt ist, sagte, er habe die Kündigung auf seinem Schreibtisch vorgefunden und wisse nichts über die Motive Zeitlers.

Wie es jetzt weitergehen soll, ist unklar. Formal, so Vogel, wird er selbst als Werkleiter fungieren müssen, wenn sich bis zum 1. April kein anderer findet. Aus den Auswahlgesprächen, die zur Einstellung Zeitlers führten, seien noch zwei für den Posten geeignete Bewerber bekannt, man werde mit ihnen in Kontakt treten.

Am Dienstagabend sollte im Finanzausschuss über den Wirtschaftsplan des kommunalen Eigenbetriebs gesprochen werden. Ausschuss-Vorsitzender Matthias Schulz (CDU), auch Mitglied des Beirats des Eigenbetriebs, berichtete aus einer Beirats-Sitzung vorige Woche. Zeitler habe dort davon gesprochen, dass er den Wirtschaftsplan entsprechend der rechtlichen Vorgaben bis Ende März vorlegen müsse. „Das war noch mit Blick nach vorne“, so Schultz.

Peter Haller, berufener Bürger des Woltersdorfer Bürgerforums, kritisierte die Informationspolitik des Bürgermeisters. Es sei „unmöglich, dass wir das auf diese Weise erfahren“, schimpfte er. Doll hieb in dieselbe Kerbe, allerdings in milderer Form. Es gehöre zum guten Ton, so etwas gleich zu sagen. „Sehe ich auch so“, erwiderte der Bürgermeister.

Überlegt wurde dann, nach der früheren Verfahrensweise die Gemeindewohnungsbaugesellschaft (GWG) wieder als Dienstleister einzuspannen. Doch auch das stößt auf Probleme, denn dort ist Personal abgebaut worden, eben weil eine Aufgabe weggefallen ist. Eine solche Regelung könne auch nicht einfach mal so umgesetzt werden, mahnte Hauptamtsleiterin Sigrid Weber, sondern bedürfe eines Beschlusses der Gemeindevertretung.

Ganz abgesehen davon hatte der Geschäftsführer der GWG, Friedrich Müller, auch nur einen Monat länger im Amt als Zeitler, gestern ganz andere Probleme: In der Werkstatt des Bauhofs wurde in der Nacht zu gestern eingebrochen. Die Diebe stahlen Motor- und Kettensägen. Den Schaden gab die Polizei mit 9000 Euro an. Erst am 26. Januar waren Einbrecher in das Gelände am Berghofer Weg eingestiegen und hatten teures Gerät entwendet. „Vorige Woche erst haben wir Ersatz bekommen - jetzt ist wieder alles weg“, sagte Müller gestern konsterniert. Bewegungsmelder seien abgeschlagen worden. Es war der vierte Einbruch in drei Jahren.

Zeitler sollte als Werkleiter nicht nur den Sport- und Freizeitpark betreuen. Im Vorfeld seiner Einstellung wurde seine Rolle zunehmend ausgeweitet, in Richtung auf einen Tourismus-Manager. Er sollte sich auch maßgeblich um das Sommerfest kümmern; außerdem stand zur Diskussion, dem Werkleiter auch die Alte Schule zu übertragen, weil sie letztlich auch dem Freizeitbereich zuzuordnen sei.

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Auahenne 17.03.2012 - 23:50:42

Ökonomie ?

Wer EINEM Angestellten die Tätigkeiten von VIER Vollzeitjobs, bei Bezahlung von EINER Planstelle, aufbürdet, ist entweder ein Ausbeuter oder hat vom Arbeitsumfang der vielen Tätigkeiten keine Ahnung. Wenn man nicht mal vermuten solle, dass da seitens der Gemeindeverwaltung von Anfang an, an eine Dauerbeschäftigung des Ökonomen Zeitlers gar nicht gedacht worden sein könnte. Denn die Gemeindeverwaltung ist, in Anbetracht ihrer leeren Gemeindekasse und ihres ständig wachsenden, sich selbst verwaltenden Verwaltungspersonals, im ständig vergrößerten Gemeindegebäude, m. E. überbelegt. Da geht 's oft zu, wie in einem Hühnerstall. Und egal, welches Federvieh nun ein Ei gelegt hat oder nicht, der hierarchische Kampf um das Futter mit Blick auf den (nun bekannt gewordenen) leeren Futtervorrat, findet schon statt. Notschlachtung, Ausmistung, Fluktuation, Vertreibung ? ... Es kommen unberechenbare Zeiten auf die gutgläubigen Woltersdorfer zu. siehe auch dazu die erschreckende Finanzsituation von Woltersdorf unter: http://www.bernds-journal.de/das-ominose-montagspapier/#more-9634

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