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Altlandsberg verbindet Türöffnung am 17. Dezember mit moderner Geschichtsführung

Vom Tablet auf die Kirchentreppe

Treff im Mittelpunkt: Das historische Klosterhof-Areal - mit sieben Gebäuden zum Altstadthort saniert, modernisiert bzw. neu erbaut - war am Mittwoch Ausgangspunkt für das symbolische Türchenöffnen des historischen Adventskalenders in Altlandsberg.
Treff im Mittelpunkt: Das historische Klosterhof-Areal - mit sieben Gebäuden zum Altstadthort saniert, modernisiert bzw. neu erbaut - war am Mittwoch Ausgangspunkt für das symbolische Türchenöffnen des historischen Adventskalenders in Altlandsberg. © Foto: MOZ Gerd Markert
Gabriele Rataj / 18.12.2014, 07:55 Uhr
Altlandsberg (MOZ) Auch 2014 hat sich die Stadt an der Aktion Historischer Adventskalender der AG Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg beteiligt. Am Mittwoch wurde die Tür zur fast fertig sanierten Schlosskirche geöffnet.

Dieses Jahr ist Wandern angesagt. Wer wissen will, was sich Altlandsberg zum Öffnen des 17. Türchens am Historischen Adventskalender ausgedacht hat, muss zunächst das Kloster-Eck aufsuchen. Wo sich das einzige Servitenkloster Brandenburgs befand und heute etwa 260 Hortkinder ein reizvolles Domizil gefunden haben, wird auf ein spannendes neues Kapitel Altlandsberger Stadtgeschichte aufmerksam gemacht: das Erobern der denkmalgeschützten Altstadt mittels digitaler Medien.

Doch zunächst gibt die Trompete den Ton an, wie im Mittelalter. Aus einem Fenster in der ersten Etage der alten Scheune im Klosterhof schwingt sich das Signal über Kinder, Bürger und Gäste, abgelöst von der wie stets gereimten Einladung des Nachtwächters aus dem Nachbarfenster, sich künftig auch mit digitaler Unterstützung auf Rundgang zu begeben. Die Hortkinder schmettern - dirigiert von Nachwuchs-Weihnachtsmann Steff - das Lied von der Weihnachtsbäckerei, ziehen es dann aber vor, Hof und Reden den Großen zu überlassen.

Bürgermeister Arno Jaeschke ist es vorbehalten, den Brückenschlag vom Standort vor der fast fertig sanierten Scheune - eines der sieben kleinen Gebäude des Altstadthortes - zur neuen Zeit zu vollziehen. Ostern 2015, verspricht er, sollen Kinder, Jugendliche und Erwachsene digital und gleichzeitig per pedes auf Geschichts-Entdeckertour durch die Stadt gehen können.

Dazu haben Grit Burkhardt vom Sanierungsbüro und Schlossgut-Projektentwickler Wolfram Seyfert die Uni Potsdam ins Boot geholt, erzählt Monika Fenn, Professorin für Geschichtsdidaktik. Basierend auf dem Prototyp einer Mobile-learning-App, die Lehrbeauftragter Christopher Brandt für den Potsdamer Stadtpark entwickelte, haben sich besonders die Studenten Sven Mallon und Silka Rödl mit der mediengestützten Form Altlandsberger Geschichtsvermittlung befasst. Bevor es im Frühjahr wirklich mit Tablet auf Erkundungstour durchs Städtchen geht, demonstrieren sie das am PC.

"App nach Altlandsberg - Das verlorene Manuskript" zieht neugierige Nutzer hinein in einen spannenden Krimi, in dem sie selbst die Geschichts-Detektive sind. Sie steuern im Verlauf des Rundgangs Haupt- und Nebenstationen an und sammeln Credits (Punkte), um ihren "Auftrag" erfüllen zu können.

Das dort neu erlangte Faktenwissen wird mit der sinnlichen Wahrnehmung der jeweiligen Orte kombiniert. Texteingaben, Bilderrätsel, GPS-Aufgaben und mehr sind auf diesem Weg zu lösen. Per Telefon wird mit der Auftraggeberin, per SMS mit dem Täter kommuniziert und als guter Geist hilft schließlich noch Prof. Hoch, bevor die letzte Station ein unerwartetes Ende bereithält.

Am Mittwoch führt der Nachtwächter in altbewährter Form den Pulk über Markt und Klosterstraße zur Schlosskirche, wo die Nr. 17 prangt. Gehilfin Lia Prinz aber hält schon ein Tablet bereit und zeigt den Versammelten darauf ein historisches Foto. Hanna, Jette, Lukas, Lena und Felix von der Stadtschule indes wollen, dass sich endlich die Tür öffnet und klopfen. Was Wunder: Marktfrau Arnstein, königlicher Amtsrat Janicke, Amtsschreiber Zeppernick und Lustgärtner Rogge sind aus dem PC ins Heute gestiegen!

Eine tolle Sache, nachahmbar, finden Gäste wie Beeskows Ortschef Frank Steffen aus dem AG-Vorstand Historische Stadtkerne.

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