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Der arme Fouqué

Die Jahre auf Schloss Nennhausen, das so romantisch im Westhavelland gelegen ist, wurden zu den schöpferisch besten des Dichters Friedrich de la Motte Fouqué.
Die Jahre auf Schloss Nennhausen, das so romantisch im Westhavelland gelegen ist, wurden zu den schöpferisch besten des Dichters Friedrich de la Motte Fouqué. © Foto: Ohlwein
Irene Krieger / 29.12.2016, 11:57 Uhr
Nennhausen (MOZ) "Und schlagartig verlischt ein literarischer Ruhm, der nur durch ein "Versehen' so groß und leuchtend geworden war: Das Publikum hatte den Dichter Fouqué geliebt, doch den närrischen Politiker und den bornierten Baron wollte es nicht mehr."

Varnhagen von Ense schreibt an Ludwig Uhland; Fouqué sänge zwar noch, aber es mag niemand mehr hören. Sogar seine Muse, die Prinzessin Marianne von Preußen, meldet betrübt an die Gräfin Dernatz 1820: "So geht es dem armen Fouqué, nach dem sie mich fragen; so eingenommen man von ihm war vor einigen Jahren, so ist man ihm wider jetzt."

Das war 23 Jahre vor seinem Tod. Friedrich de la Motte Fouqué, der berühmte romantische Dichter und Erfinder der "Undine", war am 23. Januar 1843 gestorben. Seine besten Jahre hatte er ab 1803, seit der Heirat mit der verwitweten Caroline von Rochow (geborene von Briest), auf dem Schloss verbracht. Für den Dichter war es ebenso die zweite Ehe. Nachdem seine Frau gestorben 1831 war, schrieb Fouqué in Nennhausen. Doch musste er das Schloss verlassen, nachdem er die Gesellschafterin seiner Tochter Marie, Albertine Tode (1806-1876), geheiratet hatte. Das Paar zog nach Halle. Schließlich ging es ab 1840 nach Berlin, was eine kleine Pension des preußischen Königs Friedrich Wilhelm .IV ermöglichte. Er war seit der Kindheit dem Dichter in Freundschaft verbunden gewesen.

Nach einem Besuch bei seiner Muse, der Prinzessin Marianne, hatte Fouqué 1843 auf der Treppe zu seiner Wohnung einen Schlaganfall erlitten, von dem er sich nicht mehr erholte. Tragisch kann man diesen Tod nennen, weil es ihm nicht vergönnt war, seinen zweiten Sohn kennen zu lernen, denn dieser ist erst ein paar Tage nach Fouqués Tod geboren worden.

Fouqué hatte sein baldiges Ableben geahnt und Vorsorge für seinen erstgeborenen Sohn Carl getroffen und diesen seinem König in einem Schreiben, das seine Frau Albertine dem König nach ihres Gatten Ableben übergeben sollte, ans Herz gelegt. Carl hatte fünf Kinder. Eines davon, der Enkel gleichen Namens, Friedrich de la Motte Fouqué, wurde als Komponist bekannt. Der zweite Sohn starb kinderlos.

Zum 155. Todestag von Friedrich de la Motte Fouqués wurde der Stadtbibliothek in Brandenburg an der Havel der Name des Dichters verliehen. Auf der Brandenburger Dominsel war er am 17. Februar 1777 geboren worden. Sein Geburtstag jährt sich 2017 zum 240. Mal, sein Todestag zum 173. Mal.

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