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700 Jahre Weseram

Gabi Herrmann / 12.07.2017, 10:04 Uhr
Weseram (MZV) (geh) "Die Dorfgemeinschaft lebt durch ihre vielen Vereine, das hat unser Jubiläumsfest bestätigt", freute sich der Ortsvorsteher Dr. Ulrich Pleßke. Alle haben sich so engagiert wie nie zuvor", so der Dorf-Chef weiter. Der Grund war auch ein besonderer: 1317 wurde Groß Weseram zum ersten Mal urkundlich erwähnt, als zum bischöflichen Tafelgut gehörend. So konnte das 700-jährige Jubiläum gefeiert werden. Eine Dorfchronik wurde zum Leidwesen bisher vernachlässigt. "Ein Architektenbüro machte vor einigen Jahren Nachforschungen und stellte fest, dass im Domarchiv etwa eine halbe Seite über das Dorfgeschehen zu finden ist", erläuterte Dr. Pleßke. Ende des 14. oder Anfang des 15. Jh. wurde das ehemals slawische Klein-Weseram verlegt und als Platzdorf neben Groß-Weseram neu gegründet. Die Dorfkirchen haben über viele Jahrhunderte das Leben im Dorf mitbestimmt. Das älteste Gebäude ist die kleine barocke Kirche aus dem Jahre 1752. Allerdings kann es als sicher gelten, dass die Siedler im 12. oder 13. Jahrhundert eine Kirche errichtet haben. Zeugnisse sind zwei Glocken, die eine mit der Inschrift "anno Domini 1516 ave Maria" und die zweite mit der Jahreszahl 1448. Neben den Kirchen ist es die Landwirtschaft, die damals und in der Neuzeit typisch für Weseram waren. Im 18. Jahrhundert gab es 35 Bauernhöfe und zwei Lehnhöfe. Einige Jahre lebte man, wie viele der umliegenden Dörfer, von der Ziegelei. Einen "ganz großen Bahnhof" im wahrsten Sinne des Wortes erlebten die Weseramer im Jahre 1907. Die Eisenbahn der Westhavelländischen Kreisbahn mit der Strecke nach Brandenburg Krakauer Tor hielt zum ersten Mal im Dorf. In den 1960er Jahren wurde der Betrieb auf der Bahnstrecke wieder eingestellt. Ebenso wie der zu DDR Zeiten beliebte Reitsport. Seit 2002 gehört Weseram zur Großgemeinde Roskow. Einen Teil ihrer Dorfgeschichte stellten dann die Weseramer zum Jubiläumsfest beim Umzug mit 12 geschmückten Festwagen dar. Mit dabei waren natürlich die Angler. Sie feierten parallel ihr 60-jähriges Jubiläum. Zusammen mit der Feuerwehr kümmern sie sich intensiv um die Jugendarbeit. Mitgenommen beim Umzug wurde auch die Dorfkirche, natürlich nur als Modell. Tischler Uwe Klingberg hat viele Arbeitsstunden investiert und sie fast genau kopiert, mit Turmuhr und Glockenschlag. "Wir vom "Verein der Dorfkirche Weseram" bemühen uns neben dem Erhalt der Kirche, Kultur ins Dorf zu holen. Deshalb findet im Dezember ein Orgelkonzert statt", erzählte Uwe Klingberg. Nicht mehr wegzudenken sind die Landfrauen. Sie sind natürlich immer da, wenn es heißt: Wer macht das Kuchenbüfett? Man hat sich aber zusammengeschlossen und weiter entwickelt und sich den Anforderungen der jeweiligen Zeit angepasst. Das zeigte auch ihr Festwagen, der eine Chronologie ihrer Arbeit zeigte. Die Landfrauen beteiligen sich in Gremien, Verbänden und öffentlichen Ämtern und setzten sich für die kulturellen und sozialen Belange der Region ein. Sie sind ein Garant dafür, dass die Dörfer als lebendige Orte erhalten bleiben und wie Weseram sicherlich noch viele Jubiläen feiern können.

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