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Saisonbeginn
"Auf die Spargel- fertig - los"

Die Havelkönigin könnte glatt auch als Spargelkönigin durchgehen. Bis zum 24. Juni (Johannistag) bestimmt der Spargel das Leben auf dem Vielfruchthof von Heinrich Thiermann.
Die Havelkönigin könnte glatt auch als Spargelkönigin durchgehen. Bis zum 24. Juni (Johannistag) bestimmt der Spargel das Leben auf dem Vielfruchthof von Heinrich Thiermann. © Foto: MZV
Erhard Herrmann / 16.04.2018, 15:32 Uhr
Mötzow (BRAWO) Die Sorten Gijnlim, Grolim oder Boonlim werden nun wieder gestochen. Wer jetzt denkt, dass es den Helden aus dem Film "Herr der Ringe" an den Kragen geht, liegt falsch. Es sind die gebräuchlichen Sorten, die auf den Spargelfeldern angebaut werden. Die Spargelsaison hat begonnen. Spargel satt! Heißt es ab jetzt auch wieder auf dem Domstiftsgut inFrischer Spargel, der noch am Morgen auf dem Feld stand, die Vernissage in der Kunstmühle und die Oldtimerausstellung lockten schon zu Beginn der Saison die Gäste auf den Vielfruchthof der Familie Thiermann. Wie die Erfahrungen zeigen, wird der Besucherstrom nicht so schnell abreißen. Denn die Begeisterung für die bleichen Stangen ist ein Phänomen. Größter Vorteil ist die Frische. Drei Stunden nach der Ernte liegt der Spargel schon fertig zum Verzehr auf den Tellern. Zudem ist er mit 17 kcal pro 100 Gramm perfekt für die Bikinidiät. Ist gesund und wohlschmeckend. Außer man hat tatsächlich Angst vor dem Liliengewächs und leidet unter Spargarophobie. Eine Angst, die offenbar gar nicht so selten ist wie vielleicht vermutet: In Fachbüchern taucht sie in einer Liste häufiger Phobien auf. Im Land Brandenburg ist sie jedoch selten festzustellen. Kein Wunder also, dass hier etwa 100 Betriebe auf 4.900 Hektar Spargel anbauen. Das Land liegt damit bundesweit nach Niedersachsen mit etwa 6.200 Hektar Anbaufläche auf Platz zwei. 500 Hektar werden von den Mitarbeitern des Vielfruchthofes Thiermann bewirtschaftet. Zu den 75 Festangestellten kommen zur Haupterntezeit etwa 1000 Saisonarbeitskräfte. Die Erntemengen in den letzten Jahren lag bei ca. 3000 Tonnen Spargel pro Saison. Welche Mengen die Ernte diesmal das Domstiftsgut einbringt, werde sich erst in den nächsten Wochen und Monaten zeigen, sagte der Pächter Heinrich Thiermann: "Schmecken wird es auf jeden Fall." Bei aller Freude über Deutschlands beliebteste "Stangenware" bedauert nicht nur der erfahrene Landwirt aus Niedersachsen die Entwicklung, das Bauern und Landwirte an vielen Schuld sein sollen. Bienen und Insekten sterben, Tierschutzorganisationen beschimpfen Landwirte als Tierquäler, zu viel Nitrat durch Überdüngung und Vogelsterben. "Die Liste an Kritikpunkten wird immer länger, ohne jedoch nach gemeinsamen Lösungen zu suchen", kritisierte Heinrich Thiermann die allgemeine Debatte, in die nicht nur die Politik, sondern auch die Verbraucher mit einbezogen werden sollten. Diese verlangen nach günstigen Preisen, makellosen Äpfeln oder gleich großen Kartoffeln und bringen damit den Stein ins Rollen. Um auch in den nächsten Jahren bezahlbaren Spargel aus der Region anzubieten, ist deshalb die Abdeckung der Spargelfelder mit der Folie weiterhin notwendig. "Die Spargelanbaufläche macht gerade einmal 0,3 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Flächen von 1.2 Mio. Hektar im Land aus", weist Thiermann die Bedenken der Umweltschützer zum Arten- und Vogelsterben zurück und forderte zu gemeinsamen Aussprachen auf. Hier kann dann ein altes Niedersachsenwort Pate für alle Beteiligten stehen: Stoh fast, kiek wiet un rög di". Auf Hochdeutsch: Steh fest, schau weit und reg dich.

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