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Amtseinführung
Der Mann – ein Auslaufmodell?

Pfarrer i. R. Johannes Simang wurde in Kloster Lehnin (Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg) von der Oberkonsistorialrätin Dr. Christina-Maria Bammel in sein Amt als Landesbeauftragter der Männerarbeit in der EKBO eingeführt.
Pfarrer i. R. Johannes Simang wurde in Kloster Lehnin (Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg) von der Oberkonsistorialrätin Dr. Christina-Maria Bammel in sein Amt als Landesbeauftragter der Männerarbeit in der EKBO eingeführt. © Foto: E. Herrmann
Erhard Herrmann / 14.05.2018, 15:13 Uhr
Kloster Lehnin Ja, früher hatte man es als Mann einfacher. Seine Bestimmung war eindeutig: Geld verdienen, Familie ernähren, Land und Familie verteidigen. Für den Rest waren die Frauen zuständig.

Doch dieses Bild hat sich gewandelt. Heute sollen Männer zwar immer noch Geld verdienen, aber auch die Kinder betreuen. Im einfachen alltäglichen Leben, etwa bei den Parkplätzen, oder ganz oben beim Kanzlerposten ziehen Männer mittlerweile den Kürzeren. Männer sterben im Schnitt fünf bis sechs Jahre früher und dem renommierten Entwicklungspsychologen Wassilios Fthenakis zufolge, bekommen Jungen in der Schule für die gleichen Leistungen im Schnitt schlechtere Noten. „Weiblichkeit wird prämiert, Männlichkeit diskriminiert“, bringt der Berliner Philosoph Norbert Bolz den Zeitgeist auf den Punkt.

Fakt ist: Männer stehen ganz oben, aber sie stehen auch ganz unten. Dies hat auch die evangelische Kirche erkannt und intensiviert die „Männerarbeit“. Dafür wurde der Pfarrer i. R. Johannes Simang in Kloster Lehnin (Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg) in einem Regionalgottesdienst durch Oberkonsistorialrätin Dr. Christina-Maria Bammel in sein Amt als Landesbeauftragter der Männerarbeit in der EKBO eingeführt.

„Die Wahrnehmung der Situation von Männern hat in den vergangenen Jahren nicht nur als gesellschaftliches Thema an Bedeutung gewonnen. Die Bilder vom ‚Mannsein’ sind heute mehr in Bewegung als jemals zuvor“, erklärte der Theologe, der mit diesem Amt seinem Ruhestand bereits nach einer Woche unterbricht.

Zudem wird bemerkt, dass eine gleiche Teilhabe von Männern und Frauen am kirchlichen Leben häufig nicht gegeben ist. Bildungsveranstaltungen und Beratungsangebote werden zu ca. Dreivierteln von Frauen wahrgenommen. Ähnlich sieht es im ehrenamtlichen Engagement in Kirchengemeinden und beim Besuch der regulären Gottesdienste aus. Es gibt daher das Schlagwort von der „männergeleiteten Frauenkirche“. „Zuerst gilt es, eine Bestandsaufnahme zumachen. Als Landesbeauftragter sehe ich meine Hauptaufgabe darin, den Kontakt zu den Männerkreisen in Stadt und Land zu intensivieren, die vorhandenen Männerkreise zu stärken und neue Kreise in der Gründungsphase zu begleiten“, betonte der neue Landesbeauftragte.

Johannes Simang ist gelernter Elektroinstallateur und hat mehr als 15 Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Nach dem Abitur auf der Abendschule folgte in den 1980er Jahren das Studium der Theologie in Marburg und im Westteil Berlins. Von 1994 bis 1998 war Simang Pfarrer in Guben, von 1998 bis 2005 in Müllrose und zuletzt bis 2018 in der St. Markus-Gemeinde im Kirchenkreis Berlin-Stadtmitte. Schon im Studium ergaben sich über den kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA) erste Kontakte in die Männerarbeit, insbesondere in den Arbeitsbereichen Kirche und Handwerk. In seinen Gemeinden hat Pfarrer Simang immer wieder Männerkreise aufgebaut und geleitet, und war als nebenamtlicher Männerpfarrer in den jeweiligen Kirchenkreisen tätig. Seit 1996 arbeitet er auf der Landesebene im Männerrat mit und engagiert sich auch in der Männerarbeit der EKD.

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