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Foodsharing
Eine zweite Chance für viele Lebensmittel

Alexandra Gebhardt / 17.05.2018, 14:31 Uhr - Aktualisiert 17.05.2018, 14:45
Brandenburg an der Havel (MOZ) Ein Drittel aller Lebensmittel, die tagtäglich und weltweit für viel Geld in den Einkaufskörben landen, schaffen den Weg auf den Essensteller nicht, sondern landen vorab in der Mülltonne. In Deutschland entspricht das pro Jahr einem Wert von rund 82 Kilo pro Kopf  – oder anders gesagt: jeder Bürger entsorgt jährlich Lebensmittel im Wert von etwa 237 Euro. Und das, obwohl in vielen Regionen der Welt, immer noch Menschen wie Kinder hungern oder Lebensmittel aufgrund ihrer finanziellen Situation durch Einrichtungen wie der Tafel beziehen müssen. Eine Initiative, die sich diesem Dilemma angenommen hat, ist foodsharing. Seit 2012 engagieren sich hier bundesweit Ehrenamtler in verschiedenen Rollen und Positionen, als sogenannte ‚Foodsharer‘ und ‚Foodsaver‘, also Lebensmittelteiler bzw. Lebensmittelretter. Entstanden ist daraus eine Bewegung, die in Deutschland, der Schweiz und Österreich über 200.000 Mitglieder, 1500 davon allein in Berlin zählt – und das nicht zuletzt, da jeder mitmachen kann und das Prinzip denkbar einfach ist.

Auf der foodsharing-Online-Plattform können User, die zu viele Lebensmittel erworben haben oder diese nicht verbrauchen werden, nach kurzer Registrierung einen Einkaufskorb – beliebig versehen mit einem Foto vom Produkt – inklusive dem Abholort und -datum einstellen. Nutzer, die jene Lebensmittel wiederum gebrauchen können, melden sich kurzerhand beim Einsteller und holen besagten Einkaufskorb ab. Möglich ist es aber auch, die Lebensmittel direkt an bestimmten öffentlichen Plätzen, die auf der Karte online als Fair-Teiler markiert sind, abzugeben. Andere Nutzer können diese dort dann wiederum unentgeltlich, einer der Grundpfeiler der Initiative, mitnehmen.

„Und schon haben wir mit wenig Aufwand, Lebensmittel vor der Tonne gerettet. Womit das Hauptanliegen von foodsharing auch schon umschrieben wäre. Allerdings sollte sich dabei auch immer auf die eigenen Sinne verlassen werden, und nur unbedenkliche Produkte weitergegeben werden“, so Antje Jakupi, Diplombiologin und Botschafterin der Initiative, die in dieser Woche im Haus der Offiziere über die Möglichkeiten von Foodsharing berichtete. Sie war der Einladung von Antonia Liebsch, Anna-Lena Neumann und Zoi Müller gefolgt, die sich zusammen mit weiteren Mitgliedern im Dezember des vergangenen Jahres zur „Grünen Jugend“ zusammengeschlossen haben, und mit diesem Projekt nun auch die Lebensmittelverschwendung in der Havelstadt eindämmen wollen.

„Wir haben schon länger überlegt, dazu eine Aktion zu starten. Als nun jedoch der Kontakt mit Antje dazu kam, haben wir ernst gemacht und wollen nun Teil der Initiative werden, denn leider ist Brandenburg auf der Karte sehr selten mit Einkaufskörben versehen“, so die drei 19-Jährigen, die nun aktiv auf der Suche nach privaten Mitstreitern, aber auch kleinen wie großen Betrieben in der Havelstadt – etwa Supermärkten, Restaurants oder Gartenmärkten – sind, die sich am ressourcenschonenden Projekt beteiligen wollen. Auch mehrere Fairteiler in der Stadt aufzustellen, können sie sich vorstellen.

„Überproduktion ist in vielen Unternehmen, die mit Lebensmitteln zu tun haben, ja leider an der Tagesordnung. Als ‚Foodsaver‘ würden dafür vorgesehene Personen dann in Brandenburg einzeln oder in kleinen Gruppen, die Reste abholen und an Vereine, Tafeln, Suppenküchen aber auch Freunde und Nachbarn, ganz unabhängig von deren Bedürftigkeit, verteilen. Die Betriebe selbst, sind nach Abgabe dabei nicht mehr haftbar“, erklärt die Foodsharing-Botschafterin weiter.

„Jeder kann so ohne viel Aufwand einen Beitrag dazu leisten, dass weniger Lebensmittel verschwendet werden“, rufen Antonia, Anna-Lena und Zoi zum Mitmachen auf. Der Kontakt zur Grünen Jugend ist dabei sowohl über deren Facebook-Seite als auch persönlich bei wöchentlichen Treffen in der Geschäftsstelle der Grünen, Ritterstraße 90, möglich.

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