Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de
Logo Brandenburger Wochenblatt

“Feuer und Flamme“
Kulturelle Vielfalt verbindet

Erhard Herrman / 02.11.2018, 09:04 Uhr
Brandenburg Als „Feuer und Flamme für unsere Museen“ 2005 an den Start ging, glaubte wohl niemand so recht, dass sich dieser Aktionstag zu einem besonderen Kulturevent in der Region entwickeln würde. Doch falsch gedacht: auch in diesem Jahr luden 67 Museen ein, um Neues und Unbekanntes zu entdecken.Das Motto „Lust auf Wandel“ ... soll dabei auf ständige Veränderungen aufmerksam machen, die Kultur, Museum und Heimatgeschichte immer wieder so besonders machen.

Natürlich war es den ganzen Tag über interessant, das umfangreiche und spannende Programm mit Dauer- und Sonderausstellungen und speziellen Führungen zu verfolgen, jedoch lag der besondere Kick in den Abendstunden. Traditionell wurden wieder Feuerschalen, Fackeln und Kerzen angezündet und tauchten die Szenerien in ein besonderes Ambiente. Feuer und Flamme gehörten im Stahlwerk zum Alltag. Heute ist es ‚nur’ noch ein monumentales Denkmal, das die Stadt als Stahlstandort würdigt und sich traditionell an solchen Aktionstagen beteiligt. Neben den Führungen und der abendlichen spektakulären Lichtinszenierung stand die kommende Ausstellung „Artisten im Stahl- und Walzwerk‘ – das SWB-Arbeitervarieté“, das derzeit vom Industriemuseum erarbeitet wird, im Mittelpunkt. Zudem präsentierte der 1. Brennaborverein seinen Clubstand, mit dem dieser bei der Oldtimermesse „Motorworld Classics Berlin 2018“  den dritten Platz im Kampf um den schönsten Stand belegte.

Stolz ist Museumsleiter Marius Krohn auf ein neues Schmuckstück im Museum, das er zum ersten Mal vorstellen konnte. Ein Schreibsekretär aus dem Haushalt des Mitbegründers der Brennaborwerke Adolf Reichstein, eine Schenkung von Dr. Bernd Richter. „Hier an diesem Schreibpult könnte die Erfolgsgeschichte von Brennabor begonnen haben. Schließlich ging die Idee für die Produktion von Kinderwagen von Adolf Reichstein aus“, erklärte der Museumsleiter. Die Gebäude, Interieur und die Inszenierungen spielen bei „Feuer und Flamme“ logischerweise die Hauptrolle, werden aber durch die vielen Mitarbeiter und freiwilligen Helfer in Szene gesetzt. Ehrenamtlich wird das ganze Jahr über gesammelt, liebevoll aufbereitet und ausgestellt. So wie beim Grebser Heimatverein, der den Dreiseitenhof zu einem Heimatmuseum ausgebaut hat. Hier wird alles chronologisch aufgereiht präsentiert, was zu einem funktionierten Dorf- und Landwirtschaftsleben gehörte. Vieles zum Anschauen aber auch zum Anfassen, einiges zum Erleben. Wie eine hölzerne Kuh, die mit ihren Gummieuter gemolken werden kann, ein Rüttler der Kartoffeln sortiert oder ein Butterfass. Wenn Kinder zu Gast sind wird schon mal ein Streuselschneckenteig ausgerollt und schließlich im Ofen auf dem Hof gebacken. „Zwar sind wir 50 Mitglieder im Verein, dennoch stellt das Museum eine große Herausforderung an alle. Wir „Alten“ haben immer mehr Probleme die Öffnungszeiten und Führungen unter einen Hut zu bekommen,“ bedauerte der Vereinsvorsitzende Horst Bleicke. „Schön wäre es wenn ein paar Jüngere nachrücken oder in den Verein eintreten würden“, hofft der studierte Landwirt Bleicke, der zu den Gründungsmitgliedern zählt. Schade wäre es, wenn solche „handgemachten“ Sammlungen von der Landkarte verschwinden würden. Zusammen mit den großen Museen und Kultureinrichtungen machen sie „Feuer und Flamme für unsere Museen“ immer zu einem ungewöhnlichen Aktionstag.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG