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21. Töpfermarkt
Das Beste aus dem Keramikofen

Alexandra Gebhardt / 06.11.2018, 14:33 Uhr
Brandenburg (MOZ) Der Brandenburger Töpfermarkt gehört für viele Havelstädter mittlerweile genauso zum Herbst wie buntes Laub, Drachen steigen lassen oder Kastanien sammeln. Und so verwundert es nicht, dass auch die einundzwanzigste Auflage des Kulturlieblings am vergangenen Wochenende für einen wahren Besucherandrang sorgte. Samstag wie Sonntag schlängelten sich hunderte Besucher an den Ständen der 53 Aussteller vorbei, die ihre Zelte mit feinster Töpferkunst im Gepäck im und um das Paulikloster aufgeschlagen hatten.

Lange suchen musste man so manch bekanntes Gesicht dabei nicht. Viele angestammte Aussteller aus der Umgebung kommen seit Jahren immer wieder auf den Brandenburger Töpermarkt, haben hier echte Liebhaber und Abnehmer ihrer Waren gefunden und freuen sich zu zeigen, was in den vergangenen zwölf Monaten auf der Töpferscheibe geformt und anschließend aus dem Brennofen geholt wurde. Denn bis aus einem Klumpen Ton eine kunstvoll gestaltete Keramik entstanden ist, braucht es einige Geschicklichkeit. Wie genau sich dieser Prozess gestaltet, konnten die Besucher des Töpfermarktes auch in diesem Jahr beim Life-Töpfern mit Günter Heinrich erleben. Er ist vielen Brandenburgern mittlerweile genauso bekannt wie der Markt selbst – praktisch ein ‚Töpfermarkt-Urgestein – und zeigt den Besuchern seit fünf Jahren, wie binnen weniger Minuten auf der drehenden Tonscheibe eine brennfertige Keramik entsteht. „Es ist für mich immer wieder toll hier zu sein und den Erwachsenen wie Kindern dieses traditionelle Handwerk wieder näher zu bringen“, so der 80-Jährige, der trotz seines Alters noch lange nicht ans Aufhören denkt. „Solange es gesundheitlich geht, mache ich weiter“, verspricht Heinrich, während er einen weiteren Krug vollendet und dabei nicht müde wird, mit dem staunenden Publikum zu interagieren. Viele würden da am liebsten gleich einmal selbst Hand anlegen.Zwischen den zahlreichen Stammausstellern war in diesem Jahr allerdings auch das eine oder andere ‚neue’ Gesicht zu entdecken. So etwa Gabriela Noll, deren Stand mit einer rot-weiß-gepunkteten Fliegenpilz-Optik viele Vorbeigehende wie magisch anzog. Teller, Tassen, kleine Anhänger  – bei der aus Schwalmtal in Hessen angereisten Töpfermeisterinnen kommen fast alle Stücke im einheitlichen Dekor daher. Und sind trotzdem Unikate. Denn jedes Stück ist – wie bei fast allen Ausstellern – handgefertigt und so nicht noch einmal zu bekommen. Denn was genau aus dem Brennofen kommt, ist zuweilen auch für die Künstler selbst eine Überraschung – besonders bei der Arbeit mit einem Gasofen wie sie Jessica Albrecht aus Wittenberg praktiziert. Sie setzt anders als viele Töpferkollegen auf eine einmalige Brennung, lasiert die Gefäße noch davor. „Dadurch weiß man nie, was einem am Ende erwartet. Es kann ganz toll werden, aber auch fürchterlich daneben gehen“, gibt die leidenschaftliche Töpfermeisterin zu. Dass sehr wohl jedoch viele gelungene Stücke dabei sind, zeigt das rege Interesse an ihrem Stand, mit dem die Wittenbergerin nach einigen Jahren Pause nun nach Brandenburg zurückkehrt ist. „Ich freue mich, nach einigen Jahren Abstinenz wieder hier zu sein. Das Ambiente ist hier im Schatten des Klosters einfach sehr passend und besonders.“

Ein Lob von vielen, die Organisator Philipp Rudolph an diesem Wochenende  von zufriedenen Ausstellern wie Besuchern entgegennehmen dürfte. „Wir sind sehr froh, dass wie in diesem Jahr sogar 2 trockene Tage hatten und der Markt so gut angenommen wurde“, so der Klein Kreutzer, der mit seinem Team schon jetzt die ersten Ideen für den 22. Töpfermarkt sammelt.

Mehr Fotos vom Töpermarkt sind auf www.moz.de/fotos zu sehen.

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