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Hospizbewegung
Unaussprechlich: Sterben, Tod und Trauer

Hospizkoordinatorin Manuela Lindner.
Hospizkoordinatorin Manuela Lindner. © Foto: Linckus
Anja Linckus / 08.11.2018, 09:30 Uhr - Aktualisiert 08.11.2018, 19:00
Brandenburg (MOZ) Im kommenden Jahr feiert die Hospizbewegung Brandenburg, die 1999 als eingetragener Verein in der Stadt Brandenburg gegründet wurde, ihren 20. Geburtstag. Sie besteht aus einer Gruppe von Männern und Frauen aus unterschiedlichen Berufen und Altersgruppen, mit unterschiedlichen Weltanschauungen und verschiedenen Konfessionen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, schwer kranke und sterbende Menschen umfassend zu begleiten.

Im Vorfeld des Jubiläums sprach BRAWO-Redakteurin Anja Linckus mit Manuela Lindner, der Koordinatorin der Hospiz Leitstelle.

Die Sterbebegleitung hat sich in den letzten Jahren doch enorm weiterentwickelt. So feiern wir im nächsten Jahr 20 Jahre Hospizbewegung Brandenburg, 15 Jahre Hospiz und 10 Jahre Spezialisierte Ambulante Palliativpflege (SAPV).

Die Eröffnung des stationären Hospizes in der Bauhofstraße durch die Jedermann Gruppe war und ist für die Patienten, welche auf Grund von starken Symptomen oder aus anderen Gründen zu Hause nicht betreut werden können, eine große Hilfe.

Da es aber der Wunsch der meisten Menschen ist, zu Hause zu sterben, kam die Entscheidung ein spezialisiertes SAPV-Team für die Versorgung der schwerkranken Patienten zu Hause ins Leben zu rufen, aus meiner Sicht genau richtig. Dieses Team versorgt die Patienten in ihrem gewohnten Umfeld mit Hilfe der Familie. Genau wie im Hospiz arbeiten hier Schwestern und Altenpfleger mit einer Palliativ Care Weiterbildung, Palliativmediziner, Physiotherapeuten, Sanitätshäuser, ehrenamtliche Hospizhelfer und alle für den einzelnen Patienten wichtigen Therapeuten zusammen. Selbstverständlich ist auch dieses Team 24 Stunden erreichbar.

Ich möchte die Chance nutzen und mich bei allen für die jahrelange faire Zusammenarbeit bedanken und kann ihnen versichern auch in den nächsten Jahren im Sinne unserer gemeinsamen Patienten gern daran festzuhalten.

Ja, das ist dem Menschen so gegeben. Niemand kann und will täglich über sein eigenes Ableben nachdenken. Der Tod rückt in der Regel dann in das eigene Bewusstsein, wenn man selbst oder seine Angehörigen betroffen sind.

Darauf gibt es keine eindeutige Antwort, die Gründe sind ganz individuell. Die meisten von uns sind im beruflichen oder privaten Umfeld mit dem Tod in Berührung gekommen und wollen anschließend etwas zurückgeben, anderen helfen oder sich mit dem, was sie erlebt haben auseinandersetzen.

Die Hospizbewegung ist in den vergangenen 19 Jahren den Kinderschuhen entwachsen und kann auf eine erfolgreiche, verantwortungsvolle Arbeit im Sinne der Patienten und ihrer Angehörigen zurückblicken.

36 Menschen unterstützen die Hospizbewegung als Mitglied auf vielfältige Art und Weise, 25 Brandenburger haben eine Patenschaft übernommen und unterstützen die Arbeit finanziell und 34 ehrenamtliche Hospizhelfer sind ausgebildet oder befinden sich noch in der Ausbildung, um den Schwerkranken zur Seite zu stehen.

Im Moment sind wir in der Lage alle an uns gerichteten Anfragen nach einer Begleitung innerhalb kürzester Zeit zu realisieren. Und darauf sind wir stolz, da wir nach wie vor der einzige ambulante Hospizdienst in der Stadt Brandenburg sind, welcher auf der Basis ausschließlich ehrenamtlicher Hospizhelfer arbeitet, die Menschen unterstützt und genau da abholt, wo der Patient und seine Angehörigen es wünschen.

Rufen Sie mich an und wir besprechen alles persönlich, meine Telefonnummer für alle Interessierten ist die  03381/8909513.

Nur so viel, jeder kann unsere Arbeit unterstützen, wer nicht am Bett sitzen möchte oder kann, für den finden wir eine andere sinnvolle Tätigkeit, so haben wir eine Hospizhelferin, welche 1x im Monat im  Hospiz mit den Bewohnern mit Lehm arbeitet, wodurch wunderschöne Erinnerungen entstehen.

Die Tätigkeit der ehrenamtlichen Hospizhelfer umfasst keine pflegerische oder hauswirtschaftliche Tätigkeit, sondern etwas Alltag in die Familien zu bringen, dazu gehört es sich zu unterhalten oder vorzulesen oder spazieren zu gehen, aber auch Sitzwachen so dass die pflegenden Angehörigen auch mal das Haus verlassen können, um etwas für sich zu tun. Dies können Arztbesuche, Einkäufe oder auch einfach das Treffen mit Freunden oder ein Cafébesuch sein. Alle ehrenamtlichen Hospizhelfer durchlaufen zuvor eine Ausbildung, unterliegen der Schweigepflicht und werden durch mich als Koordinatorin begleitet. Wir wollen Sorgen und Leid mit den Angehörigen teilen, indem wir mitfühlend zuhören und Abschied nehmen in Ruhe und Würde geschehen lassen.

Wie oben schon erwähnt, indem Sie Hospizhelfer werden.

Da das nicht jeder kann oder möchte, können Sie uns durch Spenden unterstützen, das Spendenkonto ist bei der Brandenburger Bank 434, oder durch kontinuierliche Unterstützung als Patenschaft und als Fördermitglied in der Hospizbewegung. Zu all diesen Möglichkeiten berate ich sie gern, rufen sie mich an: 03381/8909513

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