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Weihnachtsmarkt mal anders
Mehr Idylle, weniger Kommerz

Alexandra Gebhardt / 07.12.2018, 11:44 Uhr
Brandenburg (MOZ) In der Luft um die St. Gotthardtkirche liegt am Samstagnachmittag ein Hauch von Puderzucker, dazu wabert der Duft von frisch gebackenen Waffeln, heißem Glühwein und Kakao durch die winterliche Kälte. Zu verdanken ist das Matthias Frohl und seinem kleinen Organisationsteam der Galerie Sonnensegel, das dank etlicher Behördengänge auch in diesem Jahr wieder seinen traditionellen Kunst- und Handwerker-Weihnachtsmarkt auf die Beine gestellt hat – für viele Brandenburger der schönste der Stadt, trotz oder gerade wegen fehlendes Kommerz. „Ich finde es hier einfach sehr heimelig und gemütlich. Man kann Nachbarn und Freunde treffen und einen Glühwein trinken, jedoch alles in einem kleineren Kreis und mit viel Handwerk, was mir sehr gut gefällt“, begründet etwa Jutta Sarling ihren jährlichen Besuch auf dem Weihnachtsmarkt.

Zu entdecken gibt es dabei für Groß und Klein abseits der schmackhaften Weihachtsleckereien so einiges: Schon am Eingang werden die Besucher von Magnus und Daria, zwei Schafen vom Skuddenhof Behling in Weseram, begrüßt, wer sich traut, darf die beiden streicheln, während Christoph Behling und seine Frau Katja an ihrem Verkaufsstand alle Fragen rund um die alte Hausschafrasse beantworten. „Rund 1,5 Kilo Wolle geben sie pro Jahr, geschoren wird während der Schafskälte, also im Juni“, erklärt der gelernte Schäfer, der anfügt, dass sich die Wolle der Skudden jedoch weniger für Kleidung als etwa für die Füllung von Kissen  eignet.

Wie die reine Wolle  – egal ob vom Schaf oder vom Alpaka – dann  zum Faden wird, zeigt im Dachgeschoss der alten Lateinschule, in der heute, die Galerie Sonnensegel ansässig ist, währenddessen die Kreativgruppe „Spinn-Weben“ mit Leiterin Gisela Barthel. Sie demonstrieren den Besuchern auf zwei Spinnrädern eines der ältesten Handwerke der Menschheit, zeigen wie kunstvoll Selbstgestricktes und -gehäkeltes sein kann. So mancher lässt sich da die Chance auf einen besonders warmen – und vor allem einzigartigen Schal – nicht nehmen.

Kreativität und Kunst werden derweil auch einen Raum weiter groß geschrieben. Die Brandenburgerin Laura Hari liest in Begleitung der Schauspieler Nicolai Tegeler und Esther Zimmering aus ihrem fantasievoll illustrierten und selbstverfassten Kinderbuch „Der Tag, an dem ein Delphin-Zebra-Schmetterling vom Papier verschwand“ vor, viele Kinder kleben gespannt an ihren Lippen.

Mindestens genauso reges Interesse herrscht zur Kaffeezeit und bis in die Abendstunden jedoch auf dem gesamten Vorhof der St.Gotthardtkirche, auf dem bekannte Händler der Vorjahre sowie einige Neulinge ihre Waren anbieten. Zu jenen, die das erste Mal beim Sonnensegel-Weihnachtsmarkt dabei sind, zählt auch der Verein „Pro Kids Gambia“, der original Kunst, Schmuck und Handwerk  aus dem kleinen westafrikanischen Land anbietet. „Alles selbst bei unseren jährlichen Reisen nach Gambia erstanden“, so Susanne Rathmann, die den Verein mit ihrem Mann Mario gegründet hat, um den Kindern dort mithilfe einer Patenschaft aus Deutschland eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Jeder eingenommene Euro des Tages tut also gleich doppelt Gutes – ganz im Sinne Weihnachtens.

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