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Bibliotheks-Ausstellung
Die Kunst der Straße

Das Ziel von Julian Zacharias ist es, Graffiti als Kunstform in der Gesellschaft zu etablieren und die Auseinandersetzung darüber zu fördern.
Das Ziel von Julian Zacharias ist es, Graffiti als Kunstform in der Gesellschaft zu etablieren und die Auseinandersetzung darüber zu fördern. © Foto: geh
Erhard Herrmann / 07.12.2018, 11:46 Uhr
Brandenburg Graffiti: Kunst oder Sachbeschädigung ? Schon  der Versuch, Graffiti-Kunst salonfähig zu machen polarisiert. Graffiti im geläufigen Verständnis ist nach wie vor unbeliebt und unerwünscht. Bezeichnend hierfür sind Tags, aber auch größere sogenannte Pieces, die im öffentlichen Stadtraum ohne Genehmigung aufgesprüht werden. Der öffentliche Raum wird nicht richtig gedeutet und Eigentum missachtet. Die Kosten für eine Beseitigung gehen in zweistellige Millionensummen.

Andersrum gesehen kann Graffiti die Möglichkeit bieten, den Stadtraum zu verschönern und seinen urbanen, weltoffenen Charakter zu unterstreichen. Eine aktuelle Ausstellung in der Fouqué-Bibliothek zeigt wie künstlerisch legale Graffiti wirken kann. „Die Ausstellung befasst sich ausschließlich mit der legalen und künstlerischen Form des Graffiti und grenzt sich stark von seiner illegalen Form ab“, erklärte Julian Zacharias. Der Künstler ist ein Erzieher in Ausbildung aus Brandenburg an der Havel, der in der Jugendarbeit tätig ist. Der Schwerpunkt seiner Arbeit sind künstlerisch-kreative Projektarbeiten auf Wänden und Leinwänden. Wichtig ist es ihm, dem negativen Image von Graffiti entgegenzuwirken und durch das Aufzeigen der schönen Seiten dieser Jugendkultur die Offenheit für dieses Thema zu fördern. „Die Absicht der meisten Sprayer ist die Verschönerung der Stadt, nicht die Zerstörung. Sie beklagen, dass es zu wenige legale Flächen zum Sprühen gibt“, so Julian Zacharias.

Die Ausstellung soll nun helfen, auf diese Problematik einzugehen. „Deshalb bitte ich die Kommunalregierung die Bedürfnisse der Jugend ernst zu nehmen, legale Flächen in der Stadt Brandenburg an der Havel zur Verfügung zu stellen und soziale Projekte mit jungen Künstlern in der Stadt zu fördern“, so der junge Künstler weiter.

Seine Kunstwerke sind größtenteils schrill und bunt. So erleben die Besucher ein farbenfrohes Spiel von abstrakten und geometrischen Elementen in großer Vielfalt. Die Präsentation der legalen Graffitis hat zudem noch einen positiven Nebeneffekt. „Zum einen freue ich mich, dass junge Leute die Chance genutzt haben, mal ganz legal zu zeigen, was junge Kunst in der Stadt ausmacht. Zum anderen war unser Haus noch nie so bunt und sicherlich lockt die Ausstellung Besucher an, die eventuell auch wieder Lust am Lesen bekommen und sich ein Buch ausleihen“, hofft Bibliotheksleiterin Cornelia Stabrodt.

Die Ausstellung ist bis April 2019 in der Fouqué-Bibliothek  am Altstädtischen Markt 8 zu sehen.

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