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Eine Brandenburgerin schreibt
Viel mehr als nur ein Kinderbuch

Laura Hari ist seit ihrer Kindheit begeisterte Künstlerin. Zu spüren ist diese Leidenschaft auch in ihrem ersten Kinderbuch „Der Tag, dem ein Delphin-Zebra-Schmetterling vom Papier verschwand“.
Laura Hari ist seit ihrer Kindheit begeisterte Künstlerin. Zu spüren ist diese Leidenschaft auch in ihrem ersten Kinderbuch „Der Tag, dem ein Delphin-Zebra-Schmetterling vom Papier verschwand“. © Foto: age
Alexandra Gebhardt / 22.12.2018, 14:03 Uhr
Brandenburg (MOZ) Als Laura Hari zu lesen beginnt, kleben die kleinen Zuhörer, die sich auf die Kissen bei der Lesung in der Galerie Sonnensegel gekuschelt haben, nur so an ihren Lippen. Denn eine Geschichte wie sie die 36-jährige Brandenburgerin erzählt, haben sie wohl noch nie gehört. Da ist von einem bunten Delphin-Zebra-Schmetterling und einem außergewöhnlichem Affen-Schweine-Papagei die Rede. Und von einem Mädchen, der zehn Jahre alten Sophia, deren Phantasie diese beiden Geschöpfe entsprungen sind. Denn Sophia zeichnet und malt gern, hat darüber hinaus aber noch eine ganz andere Gabe: sie kann mit ihren beiden gezeichneten Freunden in ihre Bilder ‚hineinfliegen‘, dort einen Fluss durch den Himmel fliegen lassen oder sich ein Wettrennen mit einer Ameise auf einem Grashalm liefern. Phantastische Abenteuer, wie sie Kinder eben lieben.

Doch auch der Aufmerksamkeit vieler Jugendlicher und Erwachsener kann sich die Autorin des Kinderbuchs „Der Tag, dem ein Delphin-Zebra-Schmetterling vom Papier verschwand“ sicher sein. Denn wie so viele erfolgreiche Bücher, etwa die „Harry-Potter“-Reihe oder der „Der kleine Prinz“ ist auch ihr Werk mehrfachadressiert und enthält in diesem Sinne Elemente, die für das Textverständnis des kindlichen Lesers nicht von Bedeutung sind, vom erwachsenen oder heranwachsenden Leser aber erkannt werden. So weist Laura Haris Erstlingswerk auch philosophische Anklänge auf, etwa bei der Frage nach der Zeit, die mit der Reise in das Werk „Die weichen Uhren“ von Salvatore Dali verbunden ist. Es stellt Fragen des Seins, der Kreativität und Freundschaft. Themen, die eben nicht nur Erstleser oder Kinder, denen vorgelesen wird, ansprechen, sondern auch ein älteres Publikum. „Außerdem war es mir wichtig, spielerisch auf die Welt der Kunst und der Bilder neugierig zu machen. Kinder sollen angeregt werden, selbst kreativ zu werden und mit kleinen Tricks eine Bildidee finden“, verrät Laura Hari zur Intension ihres Buches. Die Liebe zur Kunst, die im Buch thematisch aber auch durch die von Laura Hari selbst liebevoll gestalteten Illustrationen verarbeitet ist, kommt dabei nicht von ungefähr. Schon seit ihrer Kindheit kann sich die Autorin für Kunst begeistern, absolvierte 2009 als Meisterschülerin das Studium der Bildenden und Freien Künste bei Prof. Frank Badur und erhielt drei Jahre später den „Förderpreis für gegenständliche Zeichnung des Bodenseekreises“.  Leidenschaft und Talent, sich auch beruflich als Künstlerin zu verwirklichen, waren also gegegeben. Was fehlte war, wie sie selbst sagt, der Mut. „Ich entschied mich noch während des Kunststudiums dazu, auch Humanmedizin an der Charité in Berlin zu studieren. Mein Vater war ebenfalls Mediziner, es war mir also das Interesse dafür ebenfalls ein wenig in die Wiege gelegt. 2014 habe ich dann meine Facharztausbildung in der Neurologie am Asklepios Klinikum in Brandenburg begonnen, 2016 meine Promotion im Bereich Kunsttherapie erhalten. Zeit einen Pinsel in die Hand zu nehmen, hatte ich damals kaum“, erklärt die gebürtige Brandenburgerin.

Ändern sollte sich das mit der Geburt von Tochter Anna Lara, die im Frühjahr 2017 zur Welt kam. Ganz Workaholic überlegt Hari wie sie die Elternzeit sinnvoll nutzen kann, erwägt an bekannte Aquarellserien anzuknüpfen. Die Initialzündung liefert dann jedoch eine Dokumentation oder den Kinderbuchautor Paul Maar. „Ich hatte die Idee, ein Kinderbuch zu schreiben schon einmal, jetzt aber auch die Zeit mich mit voller Energie auf das Projekt zu stürzen.“

Binnen vier kurzer Tage entsteht ganz im kreativen Rausch sodann die Geschichte von Sofia, dem Delphin-Zebra-Schmetterling und dem Affen-Schweine-Papagei und ihren Abenteuern in der Welt der Kunst. „Es sollte etwas mit Tieren sein, einfach weil es für Kinder- und Jugendliteratur ein beliebtes Motiv ist. Es sollte aber auch originell sein und neu. Plötzlich war dann der Titel des Buches in meinem Kopf und die Geschichte nahm wahrlich ihren Lauf“, erzählt Laura Hari schmunzelt. Nach und nach überarbeitet sie die Details der Geschichte, beginnt bereits im Oktober 2017 mit den ersten Illustrationen. Ganz klassisch als  Aquarelle auf Papier und nicht digital am Computer. Gut vier bis acht Tage sind für eine Illustration dabei nötig.  Im Februar galt es dann sich ans Layout zu wagen, wobei Hari der Fotograf und Grafiker Hartmut Hilgenfeldt behilflich ist. Durch ihn kommt dann auch der Kontakt zum Westkreuz Verlag, wo das Kinderbuch heute veröffentlicht ist, zustande. 81 Seiten, jede Doppelseite davon ungewöhnlich umfangreich illustriert, liegen so heute nun vor der lesenden Autorin. Ungewöhnlich viel für ein Bilderbuch mag da wohl mancher denken. Ihnen sei jedoch gesagt: ein Blick ins Buch lohnt sich. Für Kinder, für Jugendliche und für Erwachsene. Für Künstler, für Philosophen und für Geschichtenliebhaber.

Wo es das Kinderbuch gibt

Zu haben ist Laura Haris erstes Kinderbuch „Der Tag, an dem ein Delphin-Zebra-Schmetterling vom Papier verschwand“  in vielen Buchhandlungen , auf der Internetseite des Westkreuz-Verlage, in vielen Buchhandlungen sowie unter der ISBN 978-3-944836-45-4 zum Preis von 19,90 Euro.

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