Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de
Logo Brandenburger Wochenblatt

BTC
Zuschüsse vom Bund könnten helfen

Bundestagsabgeordnete aus dem Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur besuchten das BTC in Elstal.
Bundestagsabgeordnete aus dem Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur besuchten das BTC in Elstal. © Foto: Silvia Passow
Silvia Passow / 18.01.2019, 12:32 Uhr
Elstal Die vermutete Wagenkolonne blieb am Mittwoch aus, die Politiker reisten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln an. Abgeordnete des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur im Bundestag besuchten mit ihrem Vorsitzenden Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) das Infrastrukturprojekt „BahnTechnologie Campus Havelland“ (BTC) in Elstal. Ihr Besuch hatte informellen Charakter, die Geschäftsführer des BTC warben für ihr Projekt und um Zuschüsse vom Bund.

Wissenschaft und Gewerbe sollen einziehen

Der traditionelle Bahnstandort in Elstal, der Rangierbahnhof, soll aus dem Dornröschenschlaf erweckt werden. Die Pläne der Havelländischen Eisenbahn AG und des Landkreises zu dem Projekt BahnTechnologie Campus (BTC) Havelland schreiten voran. Auf dem Gelände sollen Wissenschaft und Gewerbe vereint und ein innovatives Zentrum für Bildung und Wirtschaft entstehen. „Eine Denkfabrik“, sagt BTC Geschäftsführer Günther Alsdorf. Er und Andreas Guttschau, ebenfalls Geschäftsführer am BTC, stellten den Abgeordneten das Projekt vor.

Ein Lärm-Labor soll hier entstehen, Ziel: weniger Lautstärke im Bahnverkehr. Das BTC soll Ausbildungsstätte mit der Möglichkeit, theoretisches Wissen sofort in der Praxis anzuwenden, sein. Studenten sollen hier ihren Studien in der Theorie nachgehen und Draußen vor der Tür gleich die Praxis erproben können. Im Bereich der Logistik betonen die Geschäftsführer die Nähe zum Güterverkehrszentrum (GVZ) in Wustermark. „Das Who-is-who ist dort angesiedelt“, sagte Alsdorf. Hier gebe es bereits erste Interessenten.

Die strategische Lage ist hervorragend, Wustermark als Knotenpunkt der Transportwege, die Bahn, nicht nur vor der Tür, sondern Teil der Anlage, dazu Bundesstraße 5, die Autobahn 10 und auch zu Wasser können hier Güter an und abtransportiert werden, über den Havelkanal. Berlin liegt in Sichtweite, erklärte Alsdorf dem Besuch aus eben jener Hauptstadt. Den Verkehr auf die Schiene bekommen, eins der großen Themen für Guttschau und Alsdorf. Der zunehmende LKW-Verkehr sei ohnehin nicht mehr zeitgemäß. Bereits in Wustermark die Waren schon fertig für den zu beliefernden Einzelhändler verpacken und mit Elektro-Autos nach Berlin zum Ausliefern fahren lassen, wäre eine Möglichkeit. Ein entsprechendes Testprogramm soll im kommenden Jahr an den Start gehen.

Land und Kreis fördern das Projekt

In der Nähe zu Berlin sieht auch Ines Jesse (SPD), Staatssekretärin im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung, einen der großen Vorteile des Standortes in Elstal., den sie insgesamt als wie gemacht für ein solches Projekt beschreibt. Auch sie möchte mehr Verkehr auf die Schiene bringen. Das dafür die Voraussetzungen nicht immer optimal sind, ist ihr bewusst. „Uns fehlt es hier an Infrastruktur“, sagte sie. „10 Millionen Zug-Kilometer werden wir in den nächsten zehn Jahren auf die Schiene bringen.“ Sie warb bei den Abgeordneten für einen Ausbau im Brandenburger Streckennetz. Und für eine finanzielle Unterstützung des BTC. Mit 13 Millionen Euro fördert das Land Brandenburg das Projekt. „Hier entsteht ein Kompetenzzentrum“, sagte sie.

Auch der Landkreis Havelland fördert das Projekt. „Das größte Innovationsprojekt hier im Landkreis“, so Landrat Roger Lewandowski (CDU). Rund 6,5 Millionen Euro Förderung fließen vom Kreis in den BTC. Seit 2013 beschäftigt sich der Landkreis mit dem Standort, wie Jesse ist er vom Konzept überzeugt. „Tolle Synergie aus Forschung und Gewerbe“, sagte Lewandowski. „Wir als Gemeinde unterstützen das Projekt“, bekräftigte auch Wustermarks parteiloser Bürgermeister Holger Schreiber.

Guttschau schätzte, dass etwa 70 bis 80 Millionen Euro für die Gebäudesanierung nötig sein werden. Er hofft hier auf Unterstützung vom Bund. Die Rund 20 Millionen von Land und Kreis werden in die Infrastruktur des Geländes fließen. Ob Guttschau und Alsdorf hier auf Bundesmittel hoffen dürfen, wird die Zukunft zeigen. Unter den anwesenden Abgeordneten sind die Oppositionspolitiker in der Mehrzahl. Darauf wies Özdemir ausdrücklich hin. Die Vorzeichen sind dennoch gut. „Wir befürworten das Vorhaben. Sie haben uns als Partner und Freunde gewonnen“, sagte Özdemir zum Ende der Präsentation.

Bahnhof Elstal

Das Gelände des Bahn-Technologie-Campus umfasst eine Fläche von rund 450.000 Quadratmetern. Neben dem 56 Meter hohen Wasserturm stehen noch historische Backsteinbauten auf dem Areal. Der Bahnhof wurde nach zweijähriger Bauzeit am 1. Mai 1919 eröffnet, feiert also bald 110-jähriges Jubiläum.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG