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Stadtverwaltung
Deutlich erhöhter Krankenstand

Der Krankenstand in der Stadtverwaltung ist zu hoch - das ist nur eines der Ergebnisse einer Organisationsuntersuchung, die nun vorliegt.
Der Krankenstand in der Stadtverwaltung ist zu hoch - das ist nur eines der Ergebnisse einer Organisationsuntersuchung, die nun vorliegt. © Foto: Patrik Rachner
Sandra Euent / 18.01.2019, 19:06 Uhr
Falkensee (MOZ) Die von einer externen Firma übernommene Organisationsuntersuchung der Falkenseer Stadtverwaltung ist abgeschlossen. Über die Ergebnisse wurden die Mitglieder des Hauptausschusses am Mittwochabend informiert. Weit mehr als 200 Seiten umfasst der Abschlussbericht, der laut Bürgermeister Heiko Müller (SPD) zum Teil grundsätzlich und teilweise sehr konkret darstellt, wie die Mitarbeiter zusammen arbeiten und wo es gut läuft und wo Schwachstellen sind.

Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes sollte der Tagesordnungspunkt eigentlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, jedoch setzte sich Amid Jabbour (FDP) dafür ein, die allgemeinen Ergebnisse bereits im öffentlichen Teil zu behandeln. Dem stimmten die restlichen Ausschussmitglieder sowie die Verwaltung zu.

Die Organisationsuntersuchung sei in einem Zeitraum von rund zwei Jahren entstanden und man habe bereits intern mit der Auswertung und Analyse der Ergebnisse und mit der Umsetzung einzelner Empfehlungen begonnen, so Heiko Müller. Zusammen mit Personalrat, Behinderten- und Gleichstellungsbeauftragten und den Mitarbeitern wird analysiert und an einer Umsetzungsstrategie gearbeitet. Dabei wird priorisiert - was ist sofort umsetzbar und was muss nach und nach angegangen werden.

Deutlich wurde in der Untersuchung der sehr hohe Krankenstand in der Kernverwaltung (ohne Angestellte der Feuerwehr und Kinderbetreuung). Im Vergleich mit Verwaltungen ähnlicher Kommunen sei in Falkensee der Krankenstand um 40 bis 45 Prozent erhöht. Jetzt will man sich auf Ursachenforschung begeben - mit externer Unterstützung. Es soll herausgefunden werden, ob die Krankheit etwas mit der Arbeit zu tun habe und wie die Verwaltung Einfluss nehmen kann, um Krankheiten vorzubeugen und Ausfälle zu vermeiden.

Eine weitere wichtige Erkenntnis der Untersuchung ist ein Personalmangel in bestimmten Bereichen. So hätten nach Stellenplan 2017 insgesamt zehn Stellen in der Kernverwaltung gefehlt. Nach Anpassung in 2018 sei zur Zeit noch für fünf Stellen Bedarf vorhanden. Würde man Feuerwehr und Kinderbetreuung dazurechnen, wäre der Bedarf nochmals höher.

Für die Stadtverwaltung stellte der Bürgermeister auch gleich erste Abhilfe in Aussicht. In ihrer Sitzung am 30. Januar sollen die Stadtverordneten über insgesamt dreieinhalb neue Stellen entscheiden. So ist geplant dem Standesamt, dem momentan eh eine halbe Stelle fehlt, noch eine weitere halbe Stelle zur Verfügung zu stellen, so dass dort eine Vollzeitkraft eingestellt werden kann. Im Hinblick auf den hohen Krankenstand soll zudem eine halbe Stelle im Bereich des Gesundheitsmanagements geschaffen werden, sowie eine Vollzeit-Ingenieursstelle im Hochbau und eine Stelle im Gebäudemanagement der Stadt.

In diesem Zusammenhang stehen auch Stellenbeschreibungen und Aufgabenpläne in der Verwaltung auf dem Prüfstand. Außerdem sollten laut Organisationsuntersuchung Ziele und Leitsätze für die Personalentwicklung erstellt werden - eine Aufgabe, die der SVV zukommen würde. Dem Hinweis der Untersuchung, die Stadt sei teilweise zu bürger- und investorenfreundlich und müsste dort Zeit einsparen, wolle man aber nicht folgen, im Gegenteil, man sei stolz darauf. Dem stimmten auch die Ausschussmitglieder zu.

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