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Baumfreunde Kloster Lehnin
Gemeinsam für den Erhalt der Natur

Gut 20 aktive Baumschützer haben sich im Verein zusammengefunden. Sechs von ihnen werden nun bei der Kommunalwahl im Mai antreten, um Ziele und Interessen besser durchsetzen zu können.
Gut 20 aktive Baumschützer haben sich im Verein zusammengefunden. Sechs von ihnen werden nun bei der Kommunalwahl im Mai antreten, um Ziele und Interessen besser durchsetzen zu können. © Foto: privat
Alexandra Gebhardt / 05.03.2019, 15:21 Uhr - Aktualisiert 08.03.2019, 08:37
Kloster Lehnin (MOZ) Fast auf den Tag genau ein Jahr ist es her, dass über 150 Lehniner ihre Enttäuschung und Wut über 23 gefällte Linden entlang der Belziger Chaussee in einem Trauermarsch bekundeten. Sie waren dem geplanten Ausbau der L88 zum Opfer gefallen (BRAWO berichtete am 15. März 2018). Die Anwesenden waren sich damals einig, "dass es wichtig ist, mit den Gemeindevertretern über eine Baumschutzsatzung für die Gemeinde Kloster Lehnin ins Gespräch zu kommen", da "der Umgang mit Bäumen, so wie er sich aktuell in Lehnin zeigt, nicht zukunftsfähig  ist" und "das Heimatgefühl vieler Lehninerinnen und Lehniner verletzt", hieß es diesbezüglich von Bodo Rudolph im Nachgang der Veranstaltung. Genau daran fehlt es nach Ansicht von Waltraud Plarre und vielen anderen Bewohnern jedoch bis heute, weshalb sich aus einer Initiative engagierter  Bürger kürzlich der Verein "Baumfreunde Kloster Lehnin e.V." gegründet hat.

Sie bemängeln neben der fehlen Kommunikation zwischen Bürgern und Gemeindevertretern zur Abholzung der Alleebäume  auch den Rückschnitt der Linden in der Lindenstraße Anfang 2018 und die unzeitgemäße Haltung der Gemeindevertretung und -verwaltung gegenüber den örtlichen natürlichen Ressourcen. "Wir Vereinsmitglieder haben Sorge, dass auf politischer Ebene auch künftig zu wenig Augenmerk auf die ökologische Bedeutung und Schönheit unseres ortsbildprägenden Baumbestandes gelegt wird und Alternativen zu radikalem Rückschnitt oder Fällung nicht ausreichend geprüft werden. Ein immerwährender Vorrang materieller Interessen kostet jeden von uns ein Stück unserer Zukunft", heißt es auf der Vereinsseite.

Sorgen, die durchaus berechtigt sind. Immerhin scheint der nächste große Baumverlust für die Region schon bevor zu stehen:   die Windpark-Investor Notus Energy Plan GmbH will 36 Windrädern im Wald auf der Gemarkung von Lehnin, Ferch und Bliesendorf bauen. Sechs 220 Meter hohe Anlagen sind auf der Gemarkung von Göhlsdorf seit dem Sommer des vergangenen Jahres bereits vertraglich geregelt. Dreißig weitere, mit einer Höhe von 240 Metern, sollen auf der Gemarkung Bliesendorf entstehen.

Zwar stimmte die Gemeindevertretung später mehrheitlich sogar gleich doppelt gegen das Projekt, die Gemeindeverwaltung hält jedoch am Vertrag fest, da man sich im Gemeinderat in den vergangene  Jahren einig gewesen sei, Windkraft zu fördern. Zig tausende Bäume würden dem Vorhaben dann weichen müssen.  "Wir sehen gut 650 Hektar Wald in Gefahr",  so Waltraut Plarre, Sprecherin des Baumfreunde Lehnin e.V.., die – wie alle anderen Baumfreunde – fürchtet, dass einmal mehr ökonomische  Interessen über ökologische gestellt werden.

Um ihren Forderungen nun mehr Druck zu verleihen, wollen die Mitglieder in  die Kommunalpolitik ziehen. Gleich sechs Mitglieder des Vereins werden am 26. Mai unter dem Namen "Baumfreunde Kloster Lehnin" für die Freien Wähler kandidieren. Zu ihnen zählen neben Waltraut Plarre,  Günter Rauhut, Sandra Leue, Kirsten Storbeck, Tilo Schade und Steffen Kangowski. Sie wollen sich dann, falls gewählt, ausdrücklich für die Interessen der Umweltgestaltung -und Erhaltung in  der Gemeinde Kloster Lehnin  in der Gemeindevertretung einsetzen. Etwa für den Erlass einer generellen Baumschutzsatzung in der Gemeinde. Diese soll  u.a. den Schutz bestimmter Laubbäume – etwa Buche, Linde, Ahorn und Ulme – und Solitärbäume mit ortsbildprägendem Charakter oder historischen Wert garantieren und sieht Ausgleichs- oder Ersatzpflanzungen für gefällte Bäume vor. Außerdem soll ein Baumschutzbeirat zur Mitbestimmung der Bürger in Planungsprozessen gebildet werden.

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