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Meerjungfrauenkurs
Flossen hoch!

Alexandra Gebhardt / 15.03.2019, 09:14 Uhr
Brandenburg (MOZ) Es sieht mühelos aus, wie die neun Nixen und ein Meermann am Sonntag durch das 25-Meter-Becken des Marienbads gleiten. Ihre große farbenfrohe Flosse hilft ihnen, sich schneller fortzubewegen, doch auch der Körper muss dazu die richtigen Bewegungen kennen. Denn was auf den ersten Blick so einfach aussieht, ist in Wahrheit Sport, bei dem der ganze Körper eingebunden ist und erinnert stark an den Schmetterlingsstil von Profischwimmern. Nur, dass die Nixen ihre Arme nahe am Körper halten.

"Es ist wirklich ganz schön anstrengend, macht aber total Spaß", so das erste Fazit von Emely Werner und Luisa Getzkow. Die beiden Teenager sind – wie fast alle Teilnehmer des Kurses – das erste Mal Meerjungfrauen, kennen die faszinierenden Unterwassergestalten aber aus Hans Christian Andersons Märchen "Undine", durch Walt Disneys "Arielle, die Meerjungfrau" oder Serien wie "H2O", wie sie Sandra Völzer wissen lassen. Sie ist ausgebildete "Meerjungfrauen-Instruktorin", liebt das Wasser seit ihrer Kindheit und begann bereits im Alter von sechs Jahren als Leistungsschwimmerin zu trainieren. "Ich war schon immer von der Unterwasserwelt und ihrer Schönheit fasziniert. Als ich dann das Mermaiding als Trend aus den USA gesehen habe, wollte ich es unbedingt selbst ausprobieren", erzählt Völzer, die ihre Ausbildung zur Nixentrinainerin daraufhin an der Kat-Academy, der weltweit ersten Meerjungfrauen-Schule, absolvierte. Sie weiß, worauf es beim Unterwasserschwimmen mit riesiger Monoflosse ankommt. "Die Flosse ist fest und macht uns größer, deshalb müssen wir aufpassen, dass wir unsere Schwimmer und Wesen unter Wasser nicht aus Versehen verletzten", erläutert die Instruktorin den Kursteilnehmern.

Nach dieser kurzen Einführung in die Theorie, bei der Sandra Völzer die Teilnehmer auch für den Umweltschutz der Meere sensibilisiert, geht es  dann aber auch schon ans Anziehen des schuppigen Strumpfs, den die Nixen selbst mitbringen oder bei ihr leihen können. Auch das ist gar nicht so leicht, der Fischschwanz eng wie eine zu kleine Jeans und kann nur im Liegen angezogen werden. Auch Emely und Luisa haben ihre Mühe sich die Flosse über die Beine zu ziehen. Ist er aber erst einmal angezogen, kann es losgehen. Alle zehn Teilnehmer schwimmen nach Anweisung erste Bahnen, erlernen von Sandra Völzer die richtigen Bewegungen, um mit der schweren Flosse im Wasser voran zu kommen. Bisher konnte Sandra Völzer die Meerjungfrauen und -männer nur in Potsdam und Fürstenwalde unterrichten. Nun ist die Nachfrage jedoch so groß geworden, dass auch im Marienbad Meerjungfrauen-Kurse stattfinden. "Wir wollen damit unser Angebot erweitern", verriet Guido Schütz, Marketingbeauftragter des Bades, dessen Idee aufzugehen scheint: beide Kurse sind in der vergangenen Woche ausgebucht, die im April und Mai folgenden stark nachgefragt, weshalb in den Monaten danach weitere Kurse folgen sollen. Auch, weil einmal mitmachen, Lust auf mehr weckt.

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