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Kunstvoll
Ein Musiker macht die Stadt bunt

Th. Messerschmidt / 01.06.2019, 07:00 Uhr
Brandenburg (MOZ) "Ich mach’ mir die Welt, widewide wie sie mir gefällt", trällert Pippi Langstrumpf seit Jahrzehnten. Und auch Star-Rapper Kontra K. beteuert seit 2014 "So mal ich mir die Welt, wie-wie-wie sie mir gefällt" ("Adrenalin"). Sebastian Block singt zwar auch, bemalt die Welt aber tatsächlich, wie sie ihm gefällt  – und der Kundschaft in ganz Deutschland.

Sebastian Block – geboren 1980 in Brandenburg an der Havel – ist ein Multitalent, entstammt einer Künstlerfamilie. Opa Horst, Jahrgang 1929,  ist Lithograph, berühmt für seine Konstruktionszeichnungen und noch heute leidenschaftlicher Maler. Vater Dietmar Block ist Bildhauer und Dozent, Mutter Marina Kunstpädagogin. Sebastian hatte es anfangs aufs Schauspiel abgesehen und seine Leidenschaft ab 1994 in der Kinder- und Jugend-Kunst-Galerie "Sonnensegel" sowie im Fontane-Klub ausgelebt. "Manchmal bin ich mit meinem Opa in die Natur gefahren, um Aquarelle zu malen, und habe nebenher immer Musik gemacht", erzählt Sebastian Block, der sich trotz seiner Liebe zur Kunst fürs Philosophiestudium in Potsdam entscheidet. Vorübergehend. 2004 zieht er nach Berlin, tritt eine Lehre zum Bühnenmaler in der Werkstatt der Komischen Oper an, zieht sie bis 2007 durch, derweilen das 2006 gegründete Bandprojekt "Mein Mio" Erfolg verspricht. Radio Fritz liebt und spielt die Band und nominiert sie für den ARD-RadioAward 2008. Im Jahr darauf erscheint das Debütalbum "Irgendwo in dieser großen Stadt" mit der Erfolgs-Single "Wenn wir wüssten". Geld ist damit noch nicht zu verdienen, weswegen sich Sebastian mit Gelegenheits-Aufträgen wie dem Gestalten von Plakaten und Flyern oder Auftragsmalerei über Wasser hält. "Die Freiheit war mir wichtig. Das Musikmachen. Geld – nicht so. Ich hatte ja keine Familie zu versorgen", erinnert sich der 39-Jährige, der musikalisch seit 2010 auf "Sebastian Block & Band" setzt, 2018 das dritte Album ("Wo alles begann") veröffentlicht hat und fleißig Konzerte spielt. Inzwischen als Vater zweier Kinder. Seinen Lebensunterhalt verdient er sich als bildender Künstler. Stadtbildprägende Wandmalerei ist sein Markenzeichen geworden, seit vor fünf Jahren die Zusammenarbeit mit Guido Raddatz begann – ein Profi für Fassadengestaltung  und mit "Colorful – Agentur für Gestaltung" selbstständig. Als Zivildienstleistende im Amt für Stadtsanierung und Denkmalschutz hatten sie sich einst kennengelernt, sind nun in Sachen Kunst zwischen Anklam und Bayern unterwegs und immer häufiger in Brandenburg an der Havel anzutreffen. Ihre erste Zusammenarbeit brachte für die GWG "Neuer Weg" dem Durchgang in der Fouquéstraße sein bauhausartiges Outfit, dann folgten die beiden Giebel  Ecke Fontane-/Karl-Marx-Straße. 2017 zauberten sie Albert Einstein auf einen Giebel der Einsteinstraße, haben 2018 einer Mauer in der Willi-Sänger-Straße eine historische Stadtansicht beschert, außerdem das komplette Farbkonzept für den WBG-Block Kreyssigstraße 1-7 geliefert und den Giebel dazu gestaltet. Nebenan wird derzeit der nächste Block saniert und sodann nach Raddatz/Block-Rezept gestaltet, wie folgend auch die beiden weiteren Blöcke. "Das Auftragsbuch für 2019 ist voll", freut sich Sebastian Block, derweilen er am Gestaltungskonzept für die  Klingenbergstraße feilt, wo die GWG sanieren lässt. Der erste von vier zu gestaltenden Giebeln wurde im März fertig, zeigt das Umspannwerk. Weitere Motive – den Brüdern Klingenberg gewidmet – sollen folgen. Im April ist indes schon das Fisch-Projekt an der Sporthalle in der Max-Herm-Straße bewältigt worden. Für Hohenstücken ist ein weiterer Märchengiebel im Gespräch, wie auch für die Sänger-Straße ein frei zu gestaltender Giebel ohne Motivvorgabe. Block: "Ein tolles Projekt, denn was dort entstehen wird, entscheidet sich beim Malen. Das ist richtige Kunst!"

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