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Brandenburger Altstadt
Bürgerinitiative fordert weniger Lärm und Abgase für mehr Lebensqualität

Erhard Herrmann / 08.10.2019, 11:00 Uhr
Brandenburg Der Durchgangsverkehr und der "Flanierverkehr" sollen raus aus der Altstadt. Die Verkehrsberuhigung im Altstadtkern ist das seit Jahren drängende Ziel. Ein Umsetzungskonzept für einen befriedigenden Verkehrsentwicklungsplan lässt bisher jedoch auf sich warten. Deshalb ging nun eine Bürgerinitiative auf die Straße und versuchte  auf diesem Weg die Stadtoberen und Autofahrer endlich für das Problem zu sensibilisieren.

Das Bündnis verspricht sich nicht nur weniger Lärm und Abgase, sondern auch mehr Aufenthalts- und Lebensqualität. Besonders der Abschnitt vom Rathenower Torturm über Parduin, Mühlentorstraße, Altstädtischer Markt, Plauer Straße bis zum Nicolaiplatz sei sehr stark vom Durchgangsverkehr betroffen. Etwa 8000 Fahrzeuge drängen sich jeden Tag durch die gepflasterten Straßen. "In diesem Bereich gibt es nur wenig Geschäfte. Die Straßen werden quasi nur als Durchgangsstraßen oder als eine Ausweichstrecke für den Pkw-Verkehr genutzt. Uns geht es darum, die Altstadt durch weniger Verkehr attraktiver zu machen", bekräftigt Dr. Veit Didczuneit. Die bisherigen Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung reichen dafür jedoch nicht aus. "Die Tempo 30 Schilder werden ignoriert. Bereits in den frühen Morgenstunden fahren die PKW mit überhöhter Geschwindigkeit durch die Straßen und LKW Fahrer missachten das Durchfahrtsverbot", beklagt die Anwohnerin Ines Thiede.

Ganz eng wird es durch den Individual- und Busverkehr in der Mühlentorstraße. "Die Anwohner haben Angst um ihre Kinder. Abgefahrene Spiegel sind keine Seltenheit", so Synnöve Pogadl. Zwar waren früher die Straßen der Altstadt immer eine Hauptverkehrsachse. Mittlerweile besteht aber ein Unterschied zwischen den Handkarren von damals und den heutigen Kraftfahrzeugen. Die Probleme sind deshalb Erschütterungen und Lärm durch zu viel Verkehr.

Die Bürgerinitiative wünscht sich nun mehr Mut und hofft, eine nachhaltige Lösung zu finden. Die CDU-Stadtverordnete Birgit Didczuneit-Sandhop schlägt etwa eine Beschränkung mit einer intelligenten Ampel die Dauer-Rot zeigt vor. Bedeutet: Alle können in die Altstadt hineinfahren (Zielverkehr), aber nicht alle hindurch (Durchgangsverkehr). Anwohner, ansässige Gewerbetreibende und andere Berechtigte könnten sich vorab registrieren lassen. Für sie ist eine Durchfahrt möglich.

Grüne, SPD und Linke können sich die Mühlentorstraße hingegen als Fahrradstraße vorstellen. Die entstehenden Verkehrseinschränkungen sollten mit der Optimierung der Ampelsteuerung der Umfahrung Ziegelstraße, Gerostraße, Brielower Straße, Willi-Sänger-Straße minimiert werden. Eine komplette Verkehrsberuhigung wird man nicht durchsetzen können. Zumal der Verkehr aus der Altstadt dann andere Straßen wie die Strecke Ziegelstraße-Dom belastet. "Deshalb appellieren wir zuerst auch an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer, sich an die jetzigen Verkehrsregelungen zu halten und sich zu überlegen, ob eine Durchfahrt zu vermeiden ist", resümiert Veit Didczuneit.

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