Brandenburg an der Havel
Bunt gegen blau: DAK klärt über die Gefahren des Rauschtrinkens auf

Alexandra Gebhardt / 03.12.2019, 15:00 Uhr
Brandenburg an der Havel (BRAWO) Der Anteil junger Erwachsener zwischen 18 und 25 Jahren, die alkoholisiert an Unfällen beteiligt waren, lag 2018 bei elf Prozent. Ein leichter Rückgang im Vergleich zu 2016, als die Quote bei 13 Prozent lag, doch Alkoholmissbrauch unter Kindern und Jugendlichen ist nach wie vor ein schwerwiegendes Problem – auch in Brandenburg an der Havel.

Die DAK-Gesundheit sucht in Kooperation mit dem Brandenburger Verkehrsministerium deshalb  den Dialog mit Brandenburger Schülern und veranstaltete heute das Kinosymposium "bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen" im Concerthaus. Dabei hatten rund 200 Neunt- und Zehntklässler die Gelegenheit, Suchtexperten vor Ort Fragen zu stellen, über ihre Erfahrungen zu berichten und Auswirkungen als auch Wege gegen das sogenannte "Rauschtrinken" zu diskutieren.

Wie sich so ein Rausch anfühlt, das testeten auch Neele Ehrich und Anna Jaskola, Schülerinnen des von-Saldern-Gymnasiums. Per Rauschbrille wurden sie in einen Zustand von 1,6 Promille versetzt und waren sozusagen von jetzt auf gleich schwer betrunken. Denn um auf diesem Wert zu kommen, hätten die jungen Frauen bei ihrer Größe und ihrem Gewicht etwa einen Liter Wein trinken müssen – binnen kürzester Zeit.

Für Neele eine völlig ungewohnte Situation, denn die 16-Jährige hat bisher überhaupt keine Erfahrungen mit Alkohol gemacht. "Ich habe anhand anderer, die mal was getrunken haben, gesehen, was Alkohol mit einem macht und habe für mich entschieden, dass ich das nicht möchte." Die Erfahrung mit der Rauschbrille im Parcours bestärkt sie in dieser Annahme noch einmal. "Ich habe mich völlig orientierungslos gefühlt. Die Farben waren alle verschwommen und ich kaum Kontrolle über mein Handeln", resümiert die Schülerin das Erlebnis.

Freundin Anna ist hingegen volljährig, hat ab und an schon einen Schluck Alkohol getrunken. Der simulierte Zustand der Rauschbrille ist aber auch für sie neu. "Auf so ein Level habe ich mich zum Glück noch nie getrunken und möchte es auch nicht. Es sollte immer alles im Rahmen bleiben, denn mit der Brille habe ich mich einfach nur unwohl und müde gefühlt", so die 18-Jährige.

Eine Einsicht, die Anke Grubitz, Leiterin der Landesvertretung der DAK-Gesundheit in Brandenburg, freut: "Die heutige Diskussion über das Thema hat allen nochmal die Augen geöffnet. Eine regionale Alkoholprävention ohne erhobenen Zeigefinger bleibt für uns unverzichtbar. Nur so kann die Zahl der Klinikbehandlungen deutlich zurückgehen."

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