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Rasse statt Masse
Geflügelausstellung des Jeseriger Zuchtvereins zeigte gefiederte Schönheiten

Dirk Kuhröber, Wilfried Stern und Jungzüchter Jonas Gohlke (v.l.) gewannen bei der Rassegeflügelausstellung in Jeserig die Vereinsmeistertitel.
Dirk Kuhröber, Wilfried Stern und Jungzüchter Jonas Gohlke (v.l.) gewannen bei der Rassegeflügelausstellung in Jeserig die Vereinsmeistertitel. © Foto: E.Herrmann
Erhard Herrmann / 14.01.2020, 09:30 Uhr - Aktualisiert 15.01.2020, 10:14
Jeserig "Ich wollt, ich wär‘ ein Huhn, ich hätt‘ nicht viel zu tun", sangen einst die Comedian Harmonists. Für die Hühner scheint dies zu stimmen, nicht jedoch für die Halter und schon gar nicht für deren Züchter. "Die Geflügelzucht ist nicht nur ein sehr schönes, wenn auch zeitaufwendiges Hobby, sondern auch wichtig für Arterhaltung", so Dirk Kuhröber, Kreisvorsitzender der Rassegeflügelzüchter und Mitglied im Jeseriger Rassezuchtverein.

Seine Vereinsmitglieder und Züchter aus Nahmitz und Werder stellten bei ihrer Vereinsschau am vergangenen Wochenende 120 ihrer besten Hühner, Gänse und Enten aus. Ob ein Rassehuhn bei der Schau gut abschneidet, dafür ist die Federhaltung, sprich, ob genug Federn, etwa Flugfedern, vorhanden sind, wichtig. "Aber auch die Form des Kammes ist von Bedeutung. So müssen die Zacken des Kamms gleichmäßig geformt sein", erklärte Dirk Kuhröber. Die Preisrichter hatten einen Tag vor Ausstellungseröffnung die schwierige Aufgabe der Bewertung übernommen. Sie lobten die guten züchterischen Qualitäten und einige der Ausstellungstiere erhielten dank ihrer ausgeprägten Rassemerkmale sehr hohe Bewertungen. Dabei waren die Ziele der Rassegeflügelzucht vor 100 Jahren ganz andere als heute. Die Versorgung der Familie mit Fleisch und Eiern stand im Vordergrund.

Heute ist die Rassegeflügelzucht ein interessantes Hobby mit dem Nebeneffekt der Erzeugung eigener Lebensmitteln – was wiederum dafür sorgt, dass die Zucht in Deutschland deutlich im Aufwind ist. Der Trend geht immer mehr zum eigenen Huhn "Das Interesse am Federvieh im eigenen Garten, bei artgerechter Haltung und als positiver Nebeneffekt Eier von glücklichen Hühnern scheint wieder größer zu werden", bestätigt der Kreisvorsitzende. Nicht einfach ist es heute, in Wohngebieten Hühner oder gar Tauben zu halten. Oft sind die lieben Nachbarn die sich auf Grund von Hähnekrähen oder Hennengegacker direkt beim Ordnungsamt beschweren. "Daher ist es ratsam sich vorher mit dem Nachbarn abzusprechen um späteren Streitigkeiten aus dem Wege zu gehen", rät Dirk Kuhröber.

Die Hühnerhaltung ist oft der Einstieg in die Zucht. So hoffen auch die Jeseriger Züchter, dass zu den 15 Vereinsmitgliedern noch einige dazu kommen um eventuell einen Kreismeistertitel für sein schönstes Federvieh zu gewinnen. Wie die Jungzüchterin Claudia Kuhröber. Sie gehört zu den beiden jungen Nachwuchszüchtern im Verein und das sehr erfolgreich. Sie wurde Vereinsmeisterin in der Kategorie Wassergeflügel. Zur jungen Garde gehört auch Jonas Gohlke, der seit vier Jahren Hühner züchtet. "Angefangen hatte es mit einem Lieblingshuhn bei meinem Opa und dessen Vorliebe für die Hühnerzucht", erzählte der Schüler. Nun züchtet er selbst und das erfolgreich. Mit großen Hühnern der Rasse "Bielefelder Kennhühner Kennfarbig" gewann er ebenso den Vereinsmeistertitel. Dirk Kuhröber gewann den Titel mit seinen Zwerg Wyandotten Blau. Die schönsten Tauben im Verein züchtet Wilfried Stern, der auch den Ehrenpreis des Landesverbandes erhielt. Wolfgang Kapol aus Nahmitz wurde als bester Gastaussteller ausgezeichnet.

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