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160.Geburtstag
Bei der Brandenburger Bank blickt man positiv in die Zukunft

Lang gedient und nun auch Brandenburger-Bank-Vorstand im Jubiläumsjahr: Frank Robby Wallis (li.) und Jens-Uwe Oppenborn.
Lang gedient und nun auch Brandenburger-Bank-Vorstand im Jubiläumsjahr: Frank Robby Wallis (li.) und Jens-Uwe Oppenborn. © Foto: BRB-Bank/Ivonne Schiller
Th. Messerschmidt / 21.05.2020, 05:00 Uhr
Brandenburg an der Havel (MOZ) . Einem 1912 verfassten Firmenporträt des genossenschaftlichen "Brandenburger Bankvereins" ist zu entnehmen: "Angeregt durch die Lehre, die damalige Notlage des Mittelstandes durch Selbsthilfe und genossenschaftlichen Zusammenschluß zu beseitigen, die Altmeister Dr. Hermann Schulze-Delitzsch im Laufe der 50er Jahre des 19. Jahrhunderts durch Gründung von Vorschußvereinen in die Tat umsetzte, wurde der Brandenburger Bankverein von einer Anzahl von Bürgern im Herbst 1860 als Brandenburger Vorschußverein gegründet und nahm seine geschäftliche Tätigkeit am 1. Dezember 1860 mit einem von 88 Mitgliedern zusammengeschlossenen Kapital von 997 Talern auf." Wäre die Rechnung aufgegangen, könnte die Brandenburger Bank gegenwärtig ihren 160. Geburtstag planen. Doch weil Brandenburgs erste Genossenschaftsbank nach überstandener Hyperinflation 1923 an der folgenden Weltwirtschafts- und Bankenkrise scheiterte, war die genossenschaftliche Bank-Idee nur durch eine Neugründung zu retten. So entstand am 15. April 1930 die Brandenburger Spar- und Kreditbank eGmbH. Mehrere Umfirmierungen folgten. Verschmelzungen mit Banken in Nauen, Golzow, Wusterwitz, Ziesar und Umgebung erweiterten das Geschäftsgebiet. Schließlich fusionierte die seit 1990 betitelte Volksbank für Handwerk und Gewerbe eG Brandenburg im Sommer 1991 mit der Raiffeisenbank Brandenburg eG und ist seither als Brandenburger Bank Volksbank-Raiffeisenbank eG bekannt – vertreten in Brandenburg an der Havel sowie in den Landkreisen Havelland und Potsdam-Mittelmark. Die Brandenburger Bank zählt zu einer Großfamilie, die deutschlandweit 841 Volksbanken und Raiffeisenbanken, PSD- und  Sparda-Banken sowie sonstige Genossenschaftsbanken umfasst. Deren Erfolgsmodell: Nur Kunden können Mitglied - also Teilhaber - werden. Ihnen ist die Bank in ganz besonderer Weise verpflichtet, denn die Geschäftstätigkeit orientiert sich an den Interessen der Mitglieder. Die genossenschaftliche Gruppe der Volks- und Raiffeisenbanken hat aus den Risiken der Weltwirtschaftskrise 1929/30 gelernt und aus Eigeninitiative - ohne jegliche staatliche Unterstützung - eines eigenes kapitalunterlegtes Einlagensicherungssystem

für angeschlossene Genossenschaftsbanken gegründet. Grundsätzlich genießen damit alle Einleger einer deutschen Genossenschaftsbank unbegrenzten Einlagenschutz ; dafür steht die starke Gemeinschaft der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken - zu der u.a. auch die Bausparkasse Schwäbisch Hall AG, die Union Investment GmbH und die R+V Versicherungsgruppe gehören - solidarisch ein. Diese im Jahr 1934 gegründete 1. freiwillige privatwirtschaftliche Sicherungsvereinigung ist das älteste Bankeinlagen-Sicherungssystem  in der Bundesrepublik und steht neben der gesetzlichen Einlagensicherung aus dem Jahr 2010. Das Modell sorgte in zurückliegenden Jahren für stetiges Wachstum – im Falle der Brandenburger Bank stieg die Mitgliederzahl seit 2014 von 7.534 auf inzwischen über 8.200, indes die Bilanzsumme von knapp 479 Mio. auf über 646 Mio. Euro und das Kundenwertvolumen von rund 957 Mio. auf 1.150 Mio. Euro kletterte. Gute Gründe, den 90. Geburtstag kräftig zu feiern. "Das Jubiläumsjahr 2020 sollte für Mitglieder, Kunden und Freunde der Bank ein ganz besonderes werden. Doch geplante Events – wie das Keimzeit-Open-Air auf dem Marienberg – können Corona-bedingt vorerst nicht stattfinden. Dennoch blickt die Genossenschaftsbank positiv in die Zukunft", beteuert Bank-Vorstand Jens-Uwe Oppenborn. Laut Bank-Vorstand Frank Robby Wallis mache sich – wie schon in der Krise 2008/09 – bezahlt, dass die hiesige gewerbliche Wirtschaft kleinteilig und breit aufgestellt ist. Wallis: "Außerdem kommen viele Unternehmen aus einer gut rentierlichen Phase, sodass die Probleme überschaubar bleiben könnten. Allerdings: Diese Situation ist einmalig, und wie die Entwicklung verläuft, weiß niemand." Wer als Kunde ratierlich investiert, habe wenig zu befürchten. Wer als Kunde oder Gewerbetreibender durch vorübergehende Geschäftsschließung oder Kurzarbeit in Bedrängnis gerät, solle mit seinem Bankberater sprechen, "bislang resultieren daraus keine hundert Kreditanträge, wohl auch, weil der Staat mit Corona-Hilfen gut reagiert hat." Auch habe man nicht das Gefühl, dass zuhause jetzt verstärkt Bargeld gebunkert würde. Zum Krisenanfang ja, da sei an den Bankschaltern und -automaten bis zu 20% mehr Bargeld ausgegeben worden, im letzten Monat dafür 15% weniger. "Eine positive Sache, die nach Corona bleiben wird, ist der zurückgehende Bargeldumlauf", hofft Wallis und weiß, "die Karten- oder Handyzahlung ist spürbar sicherer und hygienischer." Und für die Geldhäuser kostensparend. Die Bargeldhandhabung sei sehr aufwendig und ein großer Kreislauf, zumal beim Rücklauf auch inzwischen die Echtheitsprüfung für Münzgeld vorgeschrieben ist, die bei einem Dienstleister zentral erfolgt – in einem Gerät, das so groß wie ein Schiffscontainer ist. Kosten, die sinnvoller verursacht werden könnten – zum Beispiel für Geburtstagsgeschenke. Und zwar für die Kunden und die Region. Als Jubilar hat sich die Brandenburger Bank einiges einfallen lassen und die Hoffnung auf Normalität im Jubiläumsjahr nicht aufgegeben. So ist das Keimzeit-Konzert vom 30. Mai auf den 12. September verlegt und die alljährliche Vertreterversammlung von Juni auf Oktober. Ganz unbeirrt von Corona läuft das Gewinnspiel für Vereine, die im Jubiläumsjahr zwölf Mal die Chance auf 500 Euro haben! Mitmachen kann jeder, ob Förder-, Sport- oder Kulturverein – vorausgesetzt der Vereinssitz liegt im Geschäftsgebiet der Brandenburger Bank. Jeden Monat lost einer der Filialstandorte einen Gewinner-Verein aus (www.brandenburgerbank.de/500). Ausgeweitet wird ab 1. Juni das Bank-gestützte Crowdfounding, wodurch Vereine schon dutzendfach Projekte stemmen konnten. "Vorübergehend können hier Vereine Unterstützung organisieren, denen Corona-bedingt Einnahmequellen fehlen", verrät Jens-Uwe Oppenborn. Ein ganz großes Geheimnis lüftet schließlich noch Frank-Robby Wallis, demnach sich die Brandenburger Bank und ihren 120 MitarbeiterInnen ein großes Geschenk selbst macht: "Wir haben das Hauptverwaltungsgebäude des einstigen Stahlwerkes erworben, wollen dieses Jahr die Planung abschließen, 2021/22 den Umbau bewältigen und dann unseren Hauptsitz in die Magdeburger Landstraße verlegen. Wir platzen auf den 1.400 qm in Brandenburg-Nord, Am Hafen, aus allen Nähten. Nord wird in jedem Fall Filialstandort bleiben und das Stahlwerksgebäude uns 2.500 qm Nutzfläche bieten sowie eine direkte Straßenbahnanbindung und ausreichend kostenlose Kundenparkplätze."

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