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Tourismusverband erteilt Absage

Patrik Rachner / 13.08.2013, 19:33 Uhr
Schönwalde (MZV) Schönwaldes Bürgermeister Bodo Oehme (CDU) hat die jüngst von Landrat Dr. Burkhard Schröder (SPD)geäußerte Kritik an der Gründung des Regionalparks Osthavelland-Spandau zaghaft zurückgewiesen. Der Verwaltungschef verteidigte die nun gestartete Initiative und verwies auf den "honorigen Ansatz", der vorwiegend den Zweck habe, "innovativ bei der Beantragung von Fördermitteln zu sein". Dem Tourismusverband wolle man zudem nicht in die Quere kommen.

"Mit Blick auf die Förderkulisse der Jahren 2014 bis 2021 wird wohl nicht mehr soviel Geld zur Verfügung stehen wie bisher. Das sind zumindest die Signale, die wir aus Brüssel hören. Wenn wir künftig etwas auf den Weg bringen möchte, geht das nicht mehr alleine. Durch eine Vernetzung haben alle Vorteile", wird Oehme nicht müde zu betonen, wie wichtig ihm die Etablierung des Regionalparks ist - nicht zuletzt, um den Tourismus weiter anzukurbeln. Wenngleich der Bürgermeister den Landrat eigenen Aussagen zufolge nicht angreifen will, kann er nicht verstehen, warum Schröder auch fachlich gesehen von dem Projekt nichts hält.

"Es geht doch nicht darum, Konkurrenzsituationen heraufzubeschwören. Wir sind auch keine reine Planungsgemeinschaft und verstehen uns auch nicht als Planungsinstrument, sondern wollen mit unseren Ideen als Verflechtungsraum vorwärts kommen. Es werden auch keine Projekte anderer Kommunen, die sich vielleicht nicht beteiligen wollen, torpediert", meinte er weiter. Oehme könne sich im Übrigen vorstellen, dass der Verein Regionalpark Osthavelland-Spandau dem Tourismusverband beitritt. Dieser sei doch für ihn die übergeordnete Instanz. Sollte es dazu kommen, das Angebot ist bereits unterbreitet worden, würde "die Kompetenz des Verbandes doch weiter aufgewertet", wie Oehme aus seiner Sicht betonte.

Ines Kias, Geschäftsführerin des Tourismusverband, schwenkt dagegen ganz auf die Linie des Landrates ein. Auch sie hält nichts davon, weitere Strukturen zu schaffen. "Erbaut bin ich davon nicht. Die vorhandenen Strukturen sollte genutzt werden", appelliert auch sie. So gibt es bereits genügend Organisationen, etwa die Kommunale Arbeitsgemeinschaft oder zum Beispiel die Arbeitsgemeinschaft West, die ihren Angaben zufolge auch handlungsfähig seien. Weil alle Kommunen im östlichen Havelland bereits Mitglied im Verband sind, sei das neben der personellen auch eine finanzielle Frage. "Wo sollen sie sich hin orientieren, wo wollen sie Gelder künftig einzahlen?", hinterfragt sie.

Wie viele Mitglieder der Regionalpark haben wird, steht ohnehin noch nicht fest, schließlich müssen, sofern es in den Stadt- und Gemeindeparlamenten überhaupt zur Sprache kommt, noch Beschlüsse von den Abgeordneten gefasst werden. In Wustermark, Brieslenag und Dallgow soll dem Vernehmen nach zumindest darüber diskutiert werden. In Ketzin und Nauen hat sich die Politik bereits gegen einen Beitritt ausgesprochen, in Falkensee sieht das dem Vernehmen nach wohl nichts anders aus, wie zuletzt zu hören war.

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Schönwalderin 18.08.2013 - 15:58:34

Einheitsliste hat bereits zugestimmt

Die Einheitsliste in der Schönwalder Gemeindevertretung hat der jüngsten Schnapsidee "Regionalpark Osthavelland-Spandau" bereits mit großer Mehrheit zugestimmt. Dem Vernehmen nach gab es nur eine Gegenstimme und eine Enthaltung. Weißte bescheid!

Alter Nativlos 18.08.2013 - 11:24:09

B.Oehme à la Bohème ;-) ...

Im CDU-Zentralorgan "Wir für Schönwalde-Glien" heißt es in der gestern vor dem EDEKA verteilten Ausgabe, dass "ein Beitritt der Gemeinde-Glien in den Regionalpark Osthavelland ohne Zweifel zwingend notwendig" sei, um touristische Infrastruktur zum Nutzen der Einheimischen und der Besucher zu schaffen. Das in dem Blatt beschriebene Aufgabenspektrum entspricht mehr oder weniger dem eines Tourismusverbandes. Da es diesen bereits gibt und die Gemeinde Schönwalde-Glien (noch???) Mitglied in ihm ist - siehe http://www.havelland-tourismus.de/information/ueber-uns/mitglieder-und-mitglied-werden.html - erschließt sich dem Betrachter eben nicht, warum der Beitritt der Gemeinde zum "Regionalpark Osthavelland-Spandau" ohne Alternative sein soll. Im Gegenteil - er scheint in höchstem Maße überflüssig. So ein begnadeter PR-Mann wie Herr Oehme müsste es doch besser verstehen, seine vermeintlich alternativlose Idee zu verkaufen, als dies im vorliegenden Artikel geschehen ist?

Schönwalderin 14.08.2013 - 18:18:19

Oehme der Unfehlbare

Das war doch klar, dass sich Herr Oehme nicht zur Vernunft bringen lässt. Dazu müsste er einen Hauch von Selbstkritik zulassen können oder zumindest lern- und beratungsfähig sein. Im Klartext heißt das, dann dürfte er nicht Bodo Oehme sein.

O.Rakel 14.08.2013 - 06:33:00

Oehmscher Käse?!

Ein Osthavelland ausgerechnet ohne dessen Städte - im Landkreis Havelland sind das Nauen, Ketzin und Falkensee - das ist ja ein reichlich löchriges Konstrukt. Dem Vernehmen nach soll die Gemeindevertretung Schönwalde-Glien dennoch auf ihrer Sitzung am 15.08. den Beitritt zum "Verein Regionalpark 'Osthavelland-Spandau'" beschließen. Sehenden Auges ab in den Käse?! Na dann, gute Reise ... Es wird sich niemand wundern, wenn "Krämer Forst , die Zweite" dabei herauskommt. Gelungene Kommunalpolitik sieht anders aus.

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