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BI Lindenweiher mit Nachwuchssorgen

Dieter Rach, Sprecher der Bürgerinitiative Lindenweiher.
Dieter Rach, Sprecher der Bürgerinitiative Lindenweiher. © Foto: Jahnke
Ute Jahnke / 18.10.2014, 05:55 Uhr
Falkensee (MZV) Seit 1992 kümmert sich die Finkenkruger Bürgerinitiative Lindenweiher um das gleichnamige Biotop, das sich größtenteils hinter Einfamilienhäusern verbirgt und nur von der Rembrandtstraße aus direkt einsehbar ist. Nunmehr hat die BI allerdings Nachwuchssorgen.

In den zurückliegenden Jahren hat die Bürgerinitiative (BI) bereits vieles erreicht: 1994 konnte man mit Hilfe von Fördermitteln den 790 Meter langen Gehweg zum Schutz des empfindlichen Uferbereichs anlegen. 1997 begann das Ausbaggern des versumpften schmalen Teils, der sich bis hinter die Karl-Marx-Straße zieht. 2003 ging es dann dem Schlick und der alten, teils giftigen Schlacke im rundlichen Teil an den Kragen, wobei nach historischem Vorbild eine kleine Insel entstand. Nach mehreren Lindenweiher-Festen hatte die BI im Jahr 2005 endlich genügend Spendengelder zusammen gesammelt, um die etwa 15.000 Euro teure Holzbrücke fertigzustellen, die alle zwei Jahre einen frischen Anstrich erhält. Und seit jeher gibt es jeden Frühling und Herbst mehrere Arbeitseinsätze zur Pflege und Reinigung der Anlage. "Die Zusammenarbeit mit der Stadt funktioniert sehr gut", freut sich Dieter Rach, Sprecher der BI, der sich in seiner Freizeit nahezu täglich um den Lindenweiher kümmert. So stellt die Stadt für jeden Arbeitseinsatz Hilfsmittel und Technik kostenlos zur Verfügung und entsorgt die Abfälle. Auch das Harken und Einsammeln des Laubes wird immer weiter optimiert: Inzwischen werden die ortsüblichen Riesen-Laubsäcke alle 30 Meter aufgestellt und hinterher von der Stadt mit kleinen Spezialfahrzeugen abgeholt.

War anfangs noch eine große Anzahl von Bürgern mit Feuer und Flamme dabei, besteht der harte Kern der Initiative inzwischen nur noch aus acht Mitgliedern im Alter von 40 bis 80 Jahren. Dazu kommt noch eine bunte Mischung aus etwa 15 gelegentlichen Unterstützern zwischen drei und 50 Jahren. "Von denjenigen, die man fast täglich am Weiher sieht - sei es mit dem Hund oder beim Sport - erscheint kaum jemand zu den Arbeitseinsätzen", beklagt sich Rach. Das mag auch daran liegen, dass die BI nicht im Internet zu finden ist. Aktuelle Informationen findet man lediglich vor Ort an den beiden Schautafeln nahe der Rembrandt- sowie der Max-Klinger-Straße. Nur zu den Arbeitseinsätzen wird auch über die lokale Presse aufgerufen. Doch neben den Nachwuchsproblemen plagen Rach noch ganz andere Sorgen: "Es ist erstaunlich, was die Leute in und neben unseren aufgestellten Abfallbehältern entsorgen: Farbeimer, Tapetenreste, Elektroschrott und ganze Pakete mit Hausmüll", erzählt er und schüttelt den Kopf. Dabei wurde der Lindenweiher bereits 1992 von der unteren Naturschutzbehörde zum "geschützten Landschaftsbestandteil" ernannt. Somit ist "jegliche Entnahme von Pflanzen und Tieren nicht gestattet. - Darunter fällt auch das Angeln", betont er im Hinblick auf ein paar Unbelehrbare. Was die vielen Hunde angeht, die täglich den Lindenweiher besuchen, so "werden die Tütenspender gut angenommen", erzählt er anerkennend. "Es wäre jedoch wünschenswert, dass Hundebesitzer mehr Verständnis für die Leinenpflicht aufbringen würden." Denn nicht nur brütende Enten könnten gestört werden. "Der Spazierweg wird schließlich auch von vielen Müttern mit Kleinkindern und Senioren mit Rollator oder Rollstuhl zur Erholung genutzt, die sich durch freilaufende Hunde bedroht fühlen könnten." Zudem hat in den letzten Jahren "das Entenfüttern überhand genommen. Die Enten finden auch so genügend natürliche Nahrung vor." Wenn dann täglich Dutzende Besucher große Mengen Brot ins Wasser werfen, droht dem Gewässer langfristig eine Überdüngung mit fatalen Auswirkungen auf das Ökosystem. Dabei wird das Gewässer derzeit sowieso schon von der sogenannten Wasserpest heimgesucht - einer Algenart, die sich rapide im gesamten Weiher ausbreitet und andere Pflanzen verdrängt. Am Samstag, dem 25. Oktober, treffen sich alle freiwilligen Helfer um 9.30 Uhr am Lindenweiher in Höhe Rembrandtstraße. Wer kann, bringt Arbeitshandschuhe, Rosenschere, Laubbesen oder Schubkarre mit. Aber auch ohne Werkzeug ist jede helfende Hand herzlich willkommen. Je mehr Helfer erscheinen, desto schneller ist die Arbeit geschafft. Für November ist bereits der nächste Einsatz geplant, wenn auch das restliche Laub von den Bäumen heruntergefallen ist.

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