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Erneute Farbbeutel-Attacke - Täter geschnappt

Patrik Rachner / 07.06.2015, 13:59 Uhr - Aktualisiert 07.06.2015, 14:13
Nauen (MZV) Nummer sechs: Auf das Büro der Linkspartei ist am frühen Sonntagmorgen erneut eine Farbbeutel-Attacke verübt worden. Die beiden 26 und 29 Jahre alten Täter konnten geschnappt werden, nachdem eine Zeugin die Polizei gegen 5.50 Uhr informiert hatte. Drei Minuten später konnten sie bereits in Gewahrsam genommen werden. Die stark alkoholisierten Männer zeigten sich während der Vernehmung geständig. Nach jetzigem Stand der Ermittlungen stammten sie nicht aus der rechtsradikalen Szene, wie ein Polizeisprecher am Sonntag sagte. Ob alle Taten auch den beiden nun gefassten Männern zugeordnet werden können, ist noch unklar. Die Fassade eines Optiker-Geschäftes ist im Übrigen gleichfalls betroffen gewesen.

Farbbeutel, einschlägige Aufkleber, faule, halb ausgebrütete Eier und eingeschlagene Fensterscheiben: Die Liste ist lang. Die Fassade der Geschäftsstelle der Linkspartei in Nauen ist zuletzt arg Mitleidenschaft gezogen worden, nun wieder am Sonntag. Mittlerweile kann laut Angaben der Landtags- und Kreistagsabgeordneten Andrea Johlige ein Schaden in Höhe von rund 20.000 Euro konstatiert werden. Kein Pappenstiel, doch der Ärger ist riesig. „Wir verurteilen diese Taten und hoffen sehr, dass die Täter zur Verantwortung gezogen werden. Das ist kein Spaß, das ist kriminell!“, betonte Johlige, während auch Vertreter der Linken aus dem Havelland in Bielefeld beim Bundesparteitag zugegen sind. Erst am Samstag hatte Katja Kipping, Vorsitzende der Linken im Bund, in ihrer Rede auf die Situation in Nauen hingewiesen und den Genossen vor Ort viel Kraft gewünscht.

Für Johlige ist die erneute Attacke indes „kein Zufall“. Sie sprach erneut davon, dass die Lage in Nauen mit Blick auf die Debatten zum Bau einer Unterkunft für Asylsuchende angespannt sei. „Die zahlreichen Demonstrationen der Asylgegner, die immer stärker von Nazis dominiert werden und die immer offenere Einschüchterung von Unterstützer der Unterkunft haben die Hemmschwellen zu Anwendung von Gewalt sinken lassen“, meinte sie. „Ich will nicht verhehlen, dass die anhaltenden Angriffe Spuren hinterlassen. Neben dem offensichtlichen Schaden zehrt das auch an unseren Nerven. Und auch wenn diese fortwährenden Angriffe an uns allen nicht spurlos vorbei gehen, bestärkt uns die Solidarität, die wir von Nauenern in den vergangenen Wochen erfahren haben. Wir werden uns nicht einschüchtern lassen!“

 

 

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