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Viel Lärm um den Nymphensee

© Foto: MZV/Hahn
Ilse-Dore Hahn / 13.07.2015, 23:20 Uhr - Aktualisiert 13.07.2015, 23:25
Brieselang (MZV) In Brieselang hat sich die Initiative „Wir für unseren See“ gegründet. Nicht zuletzt die Berichte über die Badeunfälle mit einem tödlichem und einem fast tödlichem Ausgang haben die Diskussion über die Sicherheit, aber auch generell über die Bewirtschaftung des Nymphensees angefacht. Zugleich ist eine Online-Petition geschaltet worden, in der unter anderem eine generelle Badeaufsicht gefordert wird.

Zur Chronologie: Der Brieselanger Markus Nonninger wies Anfang Juni in einer Email an die Gemeindeverwaltung und die Fraktionsvorsitzenden in der Gemeindevertretung auf Gefahren durch Algenbewuchs im See und andere Mängel hin. Der Bürgermeister leitete diese Mail am 9. Juni an die Betreiber des Sees weiter. Corine t´Hart (Bündnis 90/Die Grünen) nahm sich der Sache an und forderte den Bürgermeister in einem Schreiben vom 16.Juni zur Stellungnahme in der GV auf. Die Antwort erhielten die Gemeindevertreter am 24. Juni schriftlich. Bürgermeister Wilhelm Garn stellte darin klar, dass sich die Verwaltung selbst ein Bild vom Zustand des Strandbads gemacht habe und keine „ Auffälligkeiten hinsichtlich einer Hundekotverschmutzung“ fest stellen konnte. Nach Absprache mit dem Pächter „sei auch der Algenbewuchs im entsprechenden Badebereich auf Kosten des Pächters zu Beginn der Saison entfernt worden“. Damit wäre das Thema eigentlich erledigt gewesen, wenn sich nicht am 3. Juli der tödliche Badeunfall eines 77-Jährigen ereignet hätte und zwei Tage später eine bewusstlose Person aus dem Wasser gezogen und reanimiert werden musste.

Dadurch kam das Thema Bade-Sicherheit wieder auf die Tagesordnung, denn am Strandbad Nymphensee gibt es bis jetzt noch keine durchgängige Bade-Aufsicht. „Leider haben wir zu wenig Rettungsschwimmer, um ehrenamtlich eine regelmäßige Überwachung des Badebereiches zu leisten“, erklärte Nils Jungius, Vorsitzender des DLRG-Kreisverbandes Havelland. Nur wenn Kindergruppen aus Kita, Hort und den Schulen im See schwimmen, sind Rettungsschwimmer vor Ort. Die DLRG führt auch mit den 3. Klassen der Robinson-Schule Schwimmkurse durch. „Doch ist es unser langfristiges Ziel, durch verstärkte Ausbildung von jungen Menschen zum Wasserretter eine ständige Präsenz, Baywatch, am Nymphensee zu etablieren.“

Nun hat sich in Brieselang eine Initiative „Wir für unseren See“ gegründet, die in einem siebenseitigen offenen Internetbrief an den Bürgermeister, die Gemeindevertreter und die Seepächter alle Dinge zusammen getragen haben, mit denen sie am Nymphensee unzufrieden sind und die sie im Dialog mit der Verwaltung und dem Pächter gerne ändern würden. Natürlich steht dabei auch das Thema Sicherheit im Vordergrund: „Hier besteht dringender Handlungsbedarf!“ Allerdings ist nach Ansicht der Initiative nicht nur das Fehlen einer Bade-Aufsicht, sondern auch die Beeinträchtigung beim Schwimmen durch den Algenbewuchs ein erhebliches Manko des Bades.

Auch die Eintrittspreise und Parkgebühren werden bemängelt, die an anderen Bädern billiger seien. Ein Vergleich der Preise für eine normale Tageskarte vom Stadtbad Nauen (6 Euro) , dem Waldbad Falkensee (3 Euro) und dem Nymphensee (3,50 Euro) zeigt zwar einen klaren Preisvorteil beim Waldbad, doch im Bereich der Saisonkarte ist das Strandbad am Nymphensee mit 68,50 Euro konkurrenzlos preiswert. Falkensee kostet 200 Euro, Nauen 250 Euro. Desweiteren prangert die Initiative die Öffnungszeiten des Bades und die vollständige Umzäunung des Sees an: „Der Nymphensee ist unser See, ein See für die Brieselanger, ein Ort zum spazieren gehen, erholen, Sport zu treiben und die Natur zu genießen.“ Als dritten Punkt auf ihrer Beschwerdeliste, die laut Initiative aus Erfahrungen und Berichten der Badegäste zusammen gestellt wurde, werden der fehlende Spielplatz für Kinder und die mangelnde Freundlichkeit des Personals angeprangert. Den Abschluss des Briefes bilden Fragen an die Verwaltung, zum Beispiel „hinsichtlich Sicherheitskonzepten im Strandbad“. Und die Feststellung, dass mit dieser Initiative eine „Verbesserung der Situation. Für unseren See.Für unser Brieselang“ erreicht werden soll.

Bürgermeister Wilhelm Garn, auf diese Initiative angesprochen, will erst Mitte der Woche eine Stellungnahme der Gemeinde dazu abgeben. „ Ich habe diesen Brief erst vor kurzem bekommen, da er über Facebook kursierte und ich kein Teilnehmer eines sozialen Netzwerkes bin. Außerdem habe ich mich ziemlich darüber aufgeregt, dass dieses Schreiben ohne Namen, Adresse und Telefonnummer verschickt wurde und sich hinter einer Email-Adresse versteckt. Wie kann man so in Dialog treten?“

 

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Gabriele Block aus Falkensee 28.07.2015 - 15:48:01

Dialog

Sehr geehrter Bürgermeister Herr Garn, der Freitzeitwert Nymphensee ist für die Bürger und Anwohner durch die Gemeinde noch nicht einmal in den Herbst und Wintermonaten gegeben. Immer wieder war der See verschlossen, wenn man diesen zum Spazieren gehen nutzen wollte. Obwohl bei Ihnen in der Gemeinde telefonisch als auch schriftlich Beschwerde darüber eingelegt wurde, selbstverständlich mit Namen und Adresse, ist bis heute keine Reaktion von Ihnen hierüber erfolgt. Möchten Sie tatsächlich den Dialog ? Wenn Sie diesen tatsächlich angestrebt hätten, dann wäre es zu dieser Eskalation nicht gekommen.

Markus Nonninger 20.07.2015 - 19:31:29

Vieleicht liegt es an Ihr Alter Herr Garn,

dass Sie Ihr Benutzerkonto bei Facebook, in dem Sie sogar 126 Freunde aufzählen, vergessen haben. Meines Wissens ist Facebook aber ein Sozialesnetzwerk. Vieleicht habens Sie Ihren Account bei Facebook aber nicht vergessen sondern erzählen nur die Unwahrheit - eventuell eine Berufskrankheit?

klnonni 15.07.2015 - 07:04:21

Kein Schwimmunterricht im Nymphensee

Zugegeben der Eintritt ist wenn man keinen gebührenpflichtigen Parkplatz braucht igünstiger als anderswo. Aber die Gegenleistung für das Eintritsgeld steht in keinem Verhältniss mit den anderen Bädern. Man darf nicht nur die Preise vergleichen sondern muss auch das Preis- und Leistungsverhältnis mit einander vergleichen. Was die Kindergärten, Horte und Schulen angeht, so gehen diese immer nach Nauen zum schwimmen. Lediglich die Kita Regenbogen ist mit ihren Kindern bisher zum Nymphensee gegangen aber auch bloss wenn ein Vater mit als Begleitperson dabei war, weil dieser selbst ausgebildeter Rettungsschwimmer ist. Seit neusten wird auch diese Kita wohl nicht mehr zum Nymphensee gehen aufgrund der Verschmutzungen und der Gefahr durch die hohen Algen. Die Robinson Grundschule ist auch schon immer zum Schwimmuntericht nach Nauen gefahren, weil nur dort das Personal für die Abnahme der Schwimmsportabzeichen vorhanden ist- inklusive Rettungsschwimmer. Von einem Rettungsschwimmer für den Nymphensee der für Kindergruppen auf abruf bereit stehen soll, hat bei den Erziehern noch keiner gehört. Die eigentliche Frage muss es aber sein wie schaft der neue Pächer des Nymphensees die gleichen Service- und Sicherheitsqualitäten wie der frühere Pächter zu erreichen, beziehungsweise was macht dieser falsch?

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