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Per Rad die Stadt erkundet

Wohnungsbau ist derzeit angesagt in Falkensee. Auf der Baustelle Akazienhof konnten sich Stadtverordnete und Besucher vom Fortschritt des Bauvorhabens überzeugen.
Wohnungsbau ist derzeit angesagt in Falkensee. Auf der Baustelle Akazienhof konnten sich Stadtverordnete und Besucher vom Fortschritt des Bauvorhabens überzeugen. © Foto: Achilles
Stephan Achilles / 19.06.2017, 09:06 Uhr
Falkensee (MOZ) Radeln mit Stadtverordneten: Der Start erfolgte am Falkenseer Rathaus. 22 Teilnehmer waren der Einladung der Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung, Barbara Richstein (CDU), zur 27. Radtour gefolgt. Wie jedes Jahr war die Veranstaltung öffentlich. Eine gute Gelegenheit, vor Ort und aus erster Hand etwas über die aktuellen Brennpunkte der Stadtentwicklung zu erfahren. Außer den SVV-Mitgliedern selbst, dem Bürgermeister Heiko Müller (SPD), dem Baudezernenten und 1. Beigeordneten Thomas Zylla und dem Bundestagsabgeordneten Harald Petzold (Linke) waren jedoch nur zwei Vertreter vom ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) dabei. Das änderte sich an der vorletzten Station der Rundfahrt schlagartig.

Erster Haltepunkt war die zum Abriss verurteilte alte Stadthalle. Ein Investor möchte hier einen repräsentativen Bau mit 93 Wohnungen und mehreren Geschäften errichten und hatte dazu einen Architektenwettbewerb ausgerufen. Der Siegerentwurf des Falkenseer Büros Gaebel hängt für alle sichtbar an der Glastür der alten Halle aus. Weitere Zahlen und Fakten dazu wird es auf der Sitzung des Hauptausschusses am 21. Juni geben. Etwa 2020 soll der Bau abgeschlossen sein. Fast fertig ist der Neubau Bahnhofstraße 79/81. Für Kabelumverlegungen und Erschließungsarbeiten sind der Fritze-Müller- und der Adolf-Haferland-Weg gesperrt. Bis November sollen beide wieder freigegeben werden, so Baudezernent Zylla.Als Brache präsentierte sich noch vor kurzem der ehemalige Güterbahnhof am Ende der Akazienstraße. Die Stadt hat das Grundstück erworben und die Aufräumarbeiten sind fortgeschritten. Außer dem Pflaster und den Straßenlampen wird alles abgerissen. Zur zukünftigen Nutzung gibt es noch keine Entscheidungen. Die Entfernung zum Bahnhof Falkensee beträgt nur rund 350 m. Ein Parkhaus wäre eine gute Idee, meinen einige Abgeordnete. Auch eine Zwischennutzung als Abstellfläche für Kfz ist denkbar. Problematisch wäre jedoch die Zufahrt über die schmalen Anliegerstraßen.

Auf der Baustelle "Akazienhof" ragen die ersten der insgesamt sechs geplanten Wohnhäuser bereits aus dem Boden. Der Berliner Investor Dr. Cornelius Scheidges verspricht 144 Mietwohnungen, jeweils mit Flächen zwischen 40 und 100 qm und Mieten ab etwa 9 €/qm. Rund 20 Mio. Euro werden dafür aufgewendet. Sozialwohnungen seien nicht vorgesehen, ergab die Nachfrage von Harald Petzold.Am geplanten Standort des Hallenbades in der Nähe des Bahnhofs Seegefeld lagern schon diverse Baumaterialien. Für das Bad sind sie allerdings nicht brauchbar. Sie stammen aus illegalen Entsorgungen und müssen nun von der Stadt beseitigt werden. Erste Untersuchungen der Forstbehörde bezüglich Pflanzen- und Tierschutz fielen positiv für das Bauvorhaben aus, teilte Thomas Zylla mit.Für den bereits begonnenen Ausbau der Spandauer Straße gibt es dagegen Probleme mit dem Pflanzenschutz. Ein Bürgerbündnis "100 Linden" hat sich formiert und setzt sich gegen die beabsichtigte Totalfällung der Straßenbäume zwischen der Humboldtallee und der Berliner Stadtgrenze ein. Das Bürgerbündnis hatte zu einer Demo an der Rotunde aufgerufen. So trafen die radelnden Stadtverordneten dann auf rund 200 demonstrierende Bürger. Bürgermeister Müller erinnerte daran, dass die Entscheidung zur Fällung der Linden nicht von der Stadtverwaltung, sondern vom Brandenburger Landesbetrieb Straßenwesen getroffen worden sei. Er verwies auf die Bedeutung der Spandauer Straße als eine der "Lebensadern" der Stadt und rief dazu auf, die überfällige Modernisierung der Straße nicht zu verzögern. Günther Chodzinski, Vorstandsmitglied der Lokalen Agenda 21 Falkensee und Stadtverordneter (GRÜNE/ABü), hielt dagegen, dass es bei geschickter Planung keineswegs notwendig sei alle Linden zu fällen.Letzte Station der Radtour war der ehemalige Möbelmarkt in der Seegefelder Straße. Die Firma LUNOS Lüftungstechnik GmbH hat das Grundstück erworben. Der Bauantrag für die Errichtung sowohl eines neuen Produktionsgebäudes als auch von Wohngebäuden ist in Bearbeitung.Ute Dahringer vom Architekturbüro WEP Effinger Partner stellte das Projekt vor. Etwa 250 Beschäftigte sollen am neuen Standort ab Ende 2018 arbeiten. Die Wohnungen werden später fertig. Rund 300 Wohneinheiten sind derzeit geplant.

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