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Die große Wiedersehensfreude

Die Wiedersehensfreude war riesig. Die Feiernden hatten sich viel zu erzählen.
Die Wiedersehensfreude war riesig. Die Feiernden hatten sich viel zu erzählen. © Foto: Faltin
Norbert Faltin / 19.06.2017, 10:10 Uhr - Aktualisiert 19.06.2017, 14:10
Nauen (MOZ) Im Rahmen des 100-jährigen Schuljubiläums veranstaltete das Goethe-Gymnasium Nauen am Sonnabend das große Ehemaligentreffen. Beinahe 1.500 Gäste kamen aus aller Herren Länder zusammen und schwelgten in Erinnerungen. Mit dem Treffen endeten zugleich die Feierlichkeiten.

Im Rahmen des 100-jährigen Schuljubiläums veranstaltete das Goethe-Gymnasium Nauen am Sonnabend das große Ehemaligentreffen. Rund 1500 Gäste waren im Erlebnispark in Paaren/Glien...
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Goethe-Gymnasium mit Ehemaligentreff

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Erste Liebe, liebe und böse Lehrer, politische Umbrüche - welche Zeiten hat das ehrwürdige Nauener Goethe-Gymnasium in seiner hundertjährigen Geschichte nicht schon erlebt. Einen weiteren, aber auch letzten Höhepunkt der 100-Jahr-Feierlichkeiten bildete das große Ehemaligentreffen, zu dem sich ganze Generationen im MAFZ trafen. Der jüngste Abi-Jahrgang verließ 2014 die Penne, der älteste Jahrgang - der 1953er - wurde von Otto Schmidt alleine vertreten. Der 81-Jährige war extra aus Düsseldorf angereist, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2000 im Regierungspräsidium arbeitete. Der fröhliche Senior war zugleich der älteste Teilnehmer des Abends. Ein bisschen traurig war er dennoch - musste er doch ganz ohne seine Jahrgangsgenossinnen und -genossen feiern. Den Grund konnte Otto Schmidt aber erahnen: "Im September machen wir ein Klassentreffen in Wittenberge an der Elbe - da kommen die bestimmt alle hin", ist er sich sicher. "Im Jahr 1953 ist ja auch sonst einiges in der Welt passiert, aber davon hat man hier in Nauen nicht allzu viel mitbekommen", schmunzelt er.

Wolfram Risse (Abi-Jahrgang 1991) aus Falkensee nutzte wie viele andere Ehemalige bereits die Mittagsstunden, um der Schule einen Besuch abzustatten. Vieles hat sich in den Jahren verändert. Am Eingang des Schulhofs erzählt Risse: "Ich habe die Wendezeit während meiner Abi-Zeit hier erlebt. Die Zeit des politischen Umbruchs war schon sehr spannend. Den Anbau gab es damals noch nicht, ebenso wenig die Mensa - und die unschönen Toiletten sind zum Glück verschwunden", lacht er. Damals hieß die Schule noch EOS "Georgi Dimitrov" und in Vor-DDR-Zeiten war es das Realgymnasium. "Früher gab es ja auch noch die sogenannte Delegierung, die vorsah, dass nur drei oder vier Schülerinnen oder Schüler zum Abitur zugelassen wurden", sagte er. Heute sei das Abitur eher inflationär, resümierte Risse.

Die Freundinnen Franziska Löffler und Manuela Hoffmann (Abi 2004) waren voller Lob ob der vielen Neuerungen, mit der das Goethe-Gymnasium inzwischen aufwartet: "Das ist alles sehr schön geworden - größer und vor allem heller als damals, prima!", stelle Franziska Löffler zufrieden fest.

Schulleiter Wieland Breuer empfing derweil zusammen mit fast allen Lehrern im Gymnasium diejenigen Gäste, die sich von den vielen Neuerungen ein eigenes Bild verschaffen wollten. "Der heutige Tag ist ein Highlight, auf das die Schule zu Recht stolz sein kann" und verwies auf die Festschrift, an der über hundert Schüler liebevoll mitgewirkt hätten. Am frühen Abend startete dann die eigentliche Feier in der großen Brandenburg-Halle des MAFZ Erlebnisparks. Angesichts traumhaften Sommerwetters verliefen sich die Wiedergefunden allerdings schnell nach draußen, um dort bei einem Glas Wein oder Bier in Erinnerungen zu schwelgen. Für die gute Organisation, die dem Andrang problemlos gewachsen war, dankte der Leiter des Orga-Teams Udo Folgart. Wären alle 10 000 Ehemaligen erschienen, hätte es wohl noch längere Schlangen an den "Tankstellen" gegeben, deren Anzahl überschaubar war. Für den reibungslosen Ablauf beim Einlass und Tischzuordnung sorgte indes eine 25-köpfige emsige Schülerschaft des Gymnasiums.

Winfried Gora, der als ehemaliger Lehrer und jetziger Ruheständler den Förderverein des Goethe-Gymnasiums anführt, gehört zum achtköpfigen Organisationsteam, das sich seit August 2016 um die Vorbereitungen des Ehemaligentreffs gekümmert hat. Das Team stemmte bereits vor zehn Jahren die 90-Jahr-Feier. "Bis gestern Abend hatten sich bereits 1350 Ehemalige aus über 60 Jahrgängen angemeldet - die 1500er-Marke toppen wir bestimmt, erzählte Gora am Mittag in der Schule. Leichte Probleme gab es im Vorfeld dennoch.

"70 Teilnehmer haben die Jahrgangsstufe nicht angegeben, wodurch sich bei der Tischzuordnung Schwierigkeiten ergaben", berichtet er. Außerdem habe man mit rund 150 Teilnehmern gerechnet, die erst am Abend erscheinen würden. "Auf ein Programm haben wir in diesem Jahr bewusst verzichtet. Bei solch einem Wetter wird sich die Hälfte der Gäste drinnen, die andere Hälfte draußen verlustieren. Die Leute wollen sich ja wiedersehen und vor allem unterhalten", betonte der Alt-Pädagoge. Die Grünefelder Band Sugar Beats sorgte im Abendverlauf dennoch für lautstarke Beschallung. Und erzählt wurde bis in die frühen Morgenstunden.

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