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Reichlich Applaus und Bravorufe

Puppenspieler Jürgen Fiedler mit seiner Stabpuppe Dr. Faust.
Puppenspieler Jürgen Fiedler mit seiner Stabpuppe Dr. Faust. © Foto: Egbert Neubauer
Egbert Neubauer / 29.08.2017, 20:43 Uhr
Schönwalde-Glien (MOZ) Aus allen Richtungen kamen die Besucher jüngst zur Kunstlaube Schönwalde, Ulmenallee 8. Kerzenschimmer und verhaltene Stimmen drangen vom Grundstück nach draußen, drinnen empfing die Hausherrin Margrit Schober die Gäste zur Aufführung "Dr. Faust" des Puppentheaters Stoffwechsel.

Das Konzept der Voranmeldung zu diesem Theaterabend ging auf, während die Puppenspieler die letzten Vorbereitungen trafen, füllte sich das Zelt bis auf den letzten Platz.

Bei Dr. Faust fällt den meisten Lesern sicher der Geheimrat Goethe ein. Doch bereits im Jahre 1587 gab Johann Spieß in Frankfurt am Main das anonym verfasste Volksbuch "Historia von D. Johann Fausten" heraus. Das waren fast zweihundert Jahre vor der Zeit, als Johann Wolfgang von Goethe den sogenannten Urfaust schrieb. Seither sind unzählige Bearbeitungen des Faust-Themas entstanden.

Für das Puppentheater wurde dem Dr. Faust die Figur Hanswurst zur Seite gestellt. Dieser lässt sich im Gegensatz zu seinem Herrn, dem Gelehrten Faust, nicht auf einen Pakt mit dem Teufel ein. Im Gegenteil, mit Bauernschläue nutzt er die teuflischen Diener und entzieht sich deren Gewalt.

Während der Aufführung konnte der Hanswurst schnell die Herzen der Zuschauer gewinnen, seine Texte waren trefflich dem Geschehen angepasst. Überhaupt ist dem Puppentheater Stoffwechsel mit diesem Stück eine wirklich gute Interpretation des Faust-Themas gelungen. Die Puppen bauen die Puppenspieler selbst. In diesem Stück wurden elf Stabpuppen eingesetzt, die von den Spielern von unten geführt wurden und sich dadurch "lebendig" über die Bühne bewegten. Mit höllischen Pfeifgeräuschen erschienen die Höllengeister auf der "Erde", was sofort ein Lächeln auf den Gesichtern der Zuschauer zauberte. Sämtliche Kostüme und die Bühnenbilder zeugen von der Liebe der Puppenspieler zu ihrem Metier. Bis ins kleinste Detail konnten die Zuschauer das Bemühen der Puppenspieler nach Perfektion erkennen, so drehten sich die Zeiger der Turmuhr im Stadtbild "Wittenberg" entsprechend der Textzeit mit.

Reichlich Applaus und Bravorufe waren an diesem Abend der wohlverdiente Lohn für die Puppenspieler Johanna Hoffmann, Reinhard Dahms und Jürgen Fiedler. Letztgenannter bedankte sich vor dem Publikum sichtlich froh, über die Möglichkeit in der Kunstlaube von Margrit Schober eine feste Spielstätte erhalten zu haben. Den Freunden des schönen Puppenspiels, aber auch des klassischen Kasperletheaters sei empfohlen sich auf den Internetseiten www.puppentheater-stoffwechsel.de über die künftigen Termine des Puppentheaters zu informieren.

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