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Feuerwehr
Stadt denkt über Verbeamtung nach

Die Freiwillige Feuerwehr in Falkensee steht vor einem Umbruch.
Die Freiwillige Feuerwehr in Falkensee steht vor einem Umbruch. © Foto: Patrik Rachner
Patrik Rachner / 14.12.2017, 22:33 Uhr
Falkensee (MOZ) Die Feuerwehr in Falkensee steht laut Angaben von Bürgermeister Heiko Müller (SPD) vor einem "starken Umbruch". So müssen vor dem Hintergrund des ab 2020 avisierten und gemessen an der Einwohnerzahl gesetzlich vorgeschriebenen Starts des 24-Stunden-Betriebes die Rahmenbedingungen weiter angepasst werden - personell, strukturell und möglicherweise auch finanziell. Das Signal lautet: Die Feuerwehr soll attraktiver werden.

In Falkensee stehen aktuell 70 Feuerwehreinsatzkräfte zur Verfügung. 44 sind rein ehrenamtlich tätig, 26 hauptamtlich. Doch das reicht nicht. Deshalb sucht die Stadt immer wiederkehrend neues Personal. "Wir benötigen in der Tat für den Stabsbereich in den kommenden zwei Jahren mehr Feuerwehrleute. Deshalb schreiben wir nun rotierend aus", bestätigte der Verwaltungschef.

Gravierende Personalprobleme sollen zwar nicht offenkundig sein, doch hat es in der jüngeren Vergangenheit temporär Schwierigkeiten gegeben. Aber, und das ist elementar: "Die Einsatzbereitschaft ist gesichert." Das sehen allerdings nicht alle in der Feuerwehr so, wie gut unterrichtete Kreise bestätigten. Müller: "Es ist natürlich schon vorgekommen, dass die Schichtstärke nicht vollständig erreicht wurde. Aber die hauptamtlichen Kräfte, die ausschließlich im Tagesdienst tätig sind, können einspringen - auch wenn das natürlich zuweilen anstrengend ist, wenn sie massiv ausrücken müssen. Krankheitsbedingte Ausfälle, Urlaub und Weiterbildungen lassen sich aber manchmal nur schwer kompensieren."

Wie dem auch sei, will die Stadt Falkensee weiter junge Feuerwehrleute ausbilden, um den Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Doch ein Problem gibt es: Andere Feuerwehren sind mit Blick auf die Parameter, darunter das Lockmittel Verbeamtung, eine bessere finanzielle Besoldung verbunden mit Aufstiegsmöglichkeiten, teils deutlich attraktiver. Die Folge: Viele jüngere Feuerwehrleute schließen sich nach der Ausbildung anderen Einheiten an, etwa in Berlin. "Der Gesamtpersonalbestand bereitet uns durchaus zwischendurch Probleme. Die Fluktuation ist mitunter groß und zwar höher als ich mir das wünschen würde." Kein Wunder also, dass die Stadtverwaltung intern darüber diskutiert, wie die Feuerwehr attraktiver gestaltet werden kann. Dass sich mit dem laufenden Umzug in die neue Feuerwache die Arbeitsbedingungen verbessern werden, ist schon mal klar. Als nächstes soll dann das Schichtsystem strukturell überarbeitet werden. Und, das Entscheidende für viele Kameraden: "Ein wichtiges Thema ist die Verbeamtung. Diese Frage steht im Raum. Wir müssen eine mögliche Anpassung mit der Feuerwehr und den Stadtverordneten diskutieren", betonte Müller. Mit Blick auf die Besoldung wolle er jedoch keinesfalls eine eigene finanzielle Staffelung schaffen, ansonsten entstünden schließlich Konkurrenzsituationen mit Feuerwehren in anderen havelländischen Kommunen. "Die Tarifverträge gelten. Es wäre für die kommunale Familie verheerend, diese einzeln aufzuhebeln. Es macht überhaupt keinen Sinn, Sonderkonditionen zu schaffen. Aber zweifellos sollten wir uns die einzelnenen Abstufungen in den Gehaltsgruppen genauer anschauen"

Eine reine Berufsfeuerwehr wird es dagegen nicht geben, solche Diskussionen seien nicht zielführend. "Der vorhandene Status bleibt. Wir werden nicht daran rütteln. Das heißt: Die Struktur einer Freiwilligen Feuerwehr mit hauptamtlichen Kräften ist aus unserer Sicht alternativlos", sagte Müller. "Zwei Feuerwehren mit zwei Häuptlingen wären für uns nicht leistbar. Wir wollen keine zwei Führungsebenen sondern mit Blick auf das Einsatzgeschehen eine homogene Truppe."

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