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Stadtentwicklung
Die "Scholle" lebt

Peter Reck vom Tiefbauamt begleitete Bürgermeister Steffen Scheller und präsentierte die Planungen für den neuen Bahnübergang an der Plane Brücke. Die als vorläufige Lösung noch immer die Schranke als Hindernis behält.
Peter Reck vom Tiefbauamt begleitete Bürgermeister Steffen Scheller und präsentierte die Planungen für den neuen Bahnübergang an der Plane Brücke. Die als vorläufige Lösung noch immer die Schranke als Hindernis behält. © Foto: MZV
GAbriele Herrmann / 15.12.2017, 08:12 Uhr
Brandenburg (MOZ) Die gute Nachricht zuerst. Ende 2019 soll die neue Brücke über die Plane fertiggestellt werden. Nun die schlechte: Die Schranke bleibt auch nach dem Neubau des Bahnüberganges. Bürgermeister Steffen Scheller und Peter Reck vom Tiefbauamt präsentierten die Planungen in der vergangenen Woche im Turnerheim auf der Scholle. Etwa 40 Interessierte hatten sich dort zu der neuen Veranstaltungsreihe "Bürgermeister vor Ort" eingefunden. Diskutiert wurde mit den Mitarbeitern aus den verschiedenen Fachbereichen über neue Entwicklungskonzepte und Strukturentwicklung des Wohngebietes "Eigene Scholle". Reinhard Reiher vom Bürgerbeirat hatte im Vorfeld Wünsche und Anliegen der Bewohner gesammelt und in einem Maßnahmenkatalog zusammengefasst. So konnte sich auch Dank der gut vorbereiteten Protagonisten eine kontroverse aber jederzeit fachliche und sachliche Diskussion entwickeln. Hauptthema war natürlich der Bahnübergang an der Plane. Der Freude über die Nachricht für den geplanten Baubeginn Anfang 2019 wich ganz schnell die Ernüchterung. Zu einem, als Bürgermeister Scheller zugab, dass die Gelder und die eigentlichen Planungen schon lange in der Schublade liegen, aber wegen der BUGA hinausgezögert wurden, zum anderen, als Peter Reck die geplanten Baumaßnahmen erläuterte. "Es wird wohl erst eine Übergangslösung geben. Einige Meter entfernt vom jetzigen Standort entsteht ein "entschärfter" Übergang, der weiterhin mit einer Schranke gesichert wird und nicht mit einer kreuzungsfreien Überführung." Die Notlösung wird etwa 3,2 Millionen Euro kosten. Eine Überführung wie bei Gollwitz sei aus Platzmangel und Kostengründen vorerst nicht zu realisieren", so der Leiter des Brandenburger Tiefbauamtes. Ganz vorsichtig schätze er die Kosten dafür auf 15 Millionen Euro. Im Zusammenhang wurde die Gefahr für Radfahrer bei der Schrankenplanung heftig diskutiert. Hier versprachen die Verantwortlichen, bei den kommenden Planungen für den Radweg Bürger und Beirat ganz eng mit einzubinden. Die Entwicklung der letzten Jahre hat die Eigene Scholle zu einem gefragteren Wohnort, besonders für junge Familien, gemacht. Die Einwohnerzahl hat sich zusammen mit Wilhelmsdorf auf mittlerweile 3800 verdoppelt. Dennoch ist es für Handelsketten oder Discounter kein lukrativer Standort. "Wir würden salopp gesagt, einen roten Teppich ausrollen, wenn sich einer der großen Märkte für den Standort begeistern könnte. Aber die Flächen, die in kommunaler Hand sind, wie die direkt neben dem Tierheim oder zwischen Rehagen und Kiefernweg, begeistern keinen der Nahversorger. Anders sehe es aus, wenn wir eine Fläche direkt an der Ziesarer Landstraße zur Verfügung hätten", bedauerte Bürgermeister Scheller. Ähnlich verhält es sich mit einem geeigneten Ort für einen Kinderspielplatz. Hier steht nur eine Fläche in unmittelbarer Nähe eines schon vorhandenen Platzes zu Verfügung. Trotz steigender Einwohnerzahlen haben die beiden Kitas Stolperhopser und Windrad noch einige Kapazitäten, um den Bedarf abzudecken. Anders sieht es mit einem geeigneten Platz für die Jugendlichen aus. "Bei unserem letzten Jugendförderplan wurde kein Bedarf gemeldet. Im kommenden Jahr werden wir das prüfen. Jedoch sind es lediglich 15 Prozent der 10- 21-Jährigen, die heutzutage noch einen Jugendklub nutzen. Die Interessen haben sich da gewandelt", federte Kerstin Schöbe vom Fachbereich Jugend, Soziales und Gesundheit die Erwartungen daran ab. Zwar verjüngt sich die Scholle dank der jungen Familien deutlich, gleichzeitig gibt es aber noch die "Alten". Sie würden es natürlich gerne sehen, wenn sich die ärztliche Situation verbessern würde. Aufgenommen wurde auch der Vorschlag für eine Erweiterung der städtischen Friedhofsfläche in Wilhelmsdorf, um zukünftig auch Beerdigungen in einem Gemeinschaft Urnengrab zu ermöglichen. "Aber auch hier sind uns Grenzen gesetzt, die nicht so ohne Weiteres zu überwinden sind", erklärte Steffen Scheller. Deutliche Fortschritte macht die Erschließung der Grundstücke. Die schmutzwasserseitige Erschließung des Akazienweges ist erfolgt. Im Frühjahr 2018 wird der Abschnitt Binnenfeld zwischen Ulmen- und Erlenweg erschlossen. Weitere Straßen folgen dann nach und nach. Auch der Wunsch nach einer Breitbandversorgung sollte bald in Erfüllung gehen. "Telekom, RFT und weitere Internetanbieter wurden von uns angeschrieben, um uns ihre Pläne mitzuteilen. Überall wo diese Anbieter nicht für ein schnelles Internet sorgen können wie im Pfefferländer Weg oder Wittstocker Gäßchen gehen wir in die Verpflichtung, mindesten 30 Mbit an Leitungskapazität möglich zu machen. Die Telekom baut momentan einige Straßen der Eigene Scholle und Göttin aus. Das Fazit der Veranstaltung: Nicht alle waren unbedingt zufrieden, aber die meisten fühlten sich gut aufgeklärt und sachlich korrekt beraten. Die nächste Gesprächsrunde ist bereits für den 19.12.2017 im Ortsteil Klein Kreutz geplant.

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