Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de
Logo Brandenburger Wochenblatt

Fest
Neujahrsfeier auf Persisch

Eröffnete das Fest am Anger: Bürgermeister Heiko Müller.
Eröffnete das Fest am Anger: Bürgermeister Heiko Müller. © Foto: Silvia Passow
Silvia Passow / 14.03.2018, 18:08 Uhr
Falkensee (MOZ) Der Wind weht fremde Klänge ins Ohr. Popmusik, reichlich Bass, gemischt mit orientalisch anmutendem Rhythmus, in einer unbekannten Sprache gesungen oder gerappt. Würziger Duft begleitet die Klänge. Die Besucher haben sich teilweise fein ausstaffiert, stehen verteilt um die traditionellen fünf Feuer, tanzen, essen und unterhalten sich. Der Falkenseer Anger zeigte sich am Dienstagabend in einem ganz neuen Gewand.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Human Mirrafati (55) zum persischen Neujahrsfest geladen. Mirrafati, im Iran geboren, lebt seit 26 Jahren in Deutschland. Der selbständige Tischler ist auch so etwas wie ein Sprach,- und Kulturvermittler in Falkensee geworden. Beim ersten Neujahrsfest hatte er um die dreihundert Gäste erwartet und für alle gekocht. Diesmal soll der traditionelle Eintopf, Ashe reshte, für fünfhundert Gäste reichen. Bohnen, Kichererbsen sind drin, als Topping werden Minze, geröstete Zwiebeln und Joghurt angeboten. Dazu Brot. Mirrafati hat nicht viel Zeit. Gäste bewirten und dann die Feuer entzünden. Die Hauptattraktion auf einem persischen Neujahrsfest.

Mit dem persischen Neujahr wird die Frühlingserneuerung gefeiert. Maßgebliches Datum ist die Nacht zum Mittwoch vor unserem Frühlingsanfang, also der Tag,- und Nachtgleiche. Weltweit feiern um die 300 Millionen Menschen das Fest. Die älteste Erwähnung des Festes liegt etwa 3000 Jahre zurück.

Bei Musik, Tanz, gemeinsamen Essen mit Familie und Freunden steht das Fest für die Freundschaft und die Solidarität. Aber auch für den Neubeginn des Jahres. Das Alte hinter sich lassen, Neues begrüßen, lautet etwa das Motto - symbolisch mit dem Sprung über das Feuer. Fünf Feuer werden übersprungen, dabei soll altes, verbrauchtes abfallen, gleichzeitig soll das Feuer neue Energien freisetzen, Kraft und Gesundheit für das neue Jahr schenken. Neue Energien, die Gelegenheit ließ sich auch Bürgermeister Heiko Müller nicht entgehen und stellt fest: "So ein Fest gehört genau hierher, ins Zentrum dieser Stadt. Gemeinsames Feiern, dass gehört eindeutig zur Willkommenskultur", sagt er in seiner kurzen Rede. Das sahen viele Falkenseer ähnlich. Gut besucht, neugierig wird der Eintopf probiert, die Tanzenden bewundert, das Feuerspringen bestaunt: Überwiegend Kinder und Jugendliche wagen sich springend, hüpfend, balancierend über die Flammen. Sorgsam von Mirrafati und seinen Helfern beobachtet. Weiter hinten wird trotz des einsetzenden Regens getanzt. Regen bringt Segen, sagt man. Beste Voraussetzungen für einen guten Start ins Frühjahr also.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG