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Critical Mass
Mit dem Fahrrad demonstrieren

Die Rad-Aktion „Critical Mass“ fand zum dritten Mal in Falkensee statt.
Die Rad-Aktion „Critical Mass“ fand zum dritten Mal in Falkensee statt. © Foto: Silvia Passow
Silvia Passow / 15.06.2018, 12:03 Uhr
Falkensee Zur dritten Critical Mass fanden sich vor einer Woche rund hundert Radfahrer/innen ein, mit dem Ziel, die Aufmerksamkeit auf die Probleme für nicht motorisierte und doch rollende Verkehrsteilnehmer zu lenken. Ganze Familien, manche mit rollenden Anhängern hinter dem Zweirad, zogen ihre Runden durch die Stadt. Eskortiert von der Polizei boten sie ein eindrucksvolles Bild und zeigten damit deutlich: Wir sind viele und unser Anliegen betrifft ein breites Bevölkerungsspektrum.

Dabei soll der Verkehr nicht behindert werden, die teilnehmenden Radfahrer wollen als Verkehrsteilnehmer wahrgenommen werden. Mit allen Rechten und Pflichten. Auch eine Critical Mass hat Regeln, das Netzwerk Fahrradfreundliches Falkensee hat diese online zur Verfügung gestellt.

Was genau ist das eigentlich, eine Critical Mass? Aus dem englischen übersetzt, kritische Masse. Der Begriff stammt aus dem Dokumentarfilm „Return oft the Scorcher“ von Ted White. White erzählt im Film über das Verhalten von Fahrradfahrern und motorisierten Verkehrsteilnehmern, welche in anderen Ländern, zum Beispiel China oder den Niederlanden, an Kreuzungen ohne Ampelregelungen zurechtkommen. Er beobachtete im Film, wie sich der Verkehr so lange an Kreuzungen staut, bis eine kritische Masse erreicht ist, welche sich über die Kreuzung drängt und so den Verkehr zum Anhalten zwingt. Das 1992 entstandene Werk gab der Bewegung ihren Namen, ihren Ursprung hat sie in San Francisco.

Die inzwischen weltweite Bewegung zeichnet sich durch Parteilosigkeit aus und es gibt keine Verantwortlichen, nur einen Urheber. Die scheinbar zufällig zusammengekommenen Radler fahren gemeinsam eine Strecke ab, dabei soll der fließende Verkehr nicht behindert werden. Als Teil des rollenden Verkehrs wahrgenommen werden und nicht als Hindernis, hier liegt die Botschaft. Und: Achtung Autofahrer, umfasst eine Gruppe mehr als fünfzehn Radfahrer bilden sie, nach § 27 der StVO, einen geschlossenen Verbund. Ähnlich wie ein Sattelzug dürfen die letzten der Gruppe bei Rot über die Ampel fahren, den Vorausfahrenden hinterher. Allerdings müssen sie hierfür auch als Verbund deutlich erkennbar sein.

In Sachen fahrradfreundliches Falkensee ist noch ordentlich Luft nach oben. Ausbau der Fahrradwege und die Pflege der bereits vorhandenen. Abstellmöglichkeiten und Sicherheit vor Diebstählen stehen ganz oben auf der Wunschliste. Am Freitag, 13.Juli, wollen die Radler/innen Falkensees auf diese Wunschliste radelnd hinweisen.

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