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Ausstellung
Landschaften in Öl

Monika Köhler und Andreas Richter mit Karin Fritz (re.) vor dem Fintelmannhaus, in dem die Künstler zum zweiten Mal ausstellen.
Monika Köhler und Andreas Richter mit Karin Fritz (re.) vor dem Fintelmannhaus, in dem die Künstler zum zweiten Mal ausstellen. © Foto: Simone Weber
Simone Weber / 05.08.2018, 09:54 Uhr
Senzke Das Senzker Fintelmannhaus, gegenüber der Dorfkirche und neben dem Bredowschen Gutshaus, liegt direkt am Havelradweg, am Knotenpunkt 84. In dem über 300 Jahre alten Haus, in dem die Touristinfo des Fremdenverkehrsverbandes Havelländisches Luch untergebracht ist, erhalten nicht nur Radtouristen neben Informationen auch eine Tasse Kaffee oder ein erfrischendes Getränk.

Selbst kulturell hat das Haus etwas zu bieten. Regelmäßige Ausstellungen in dem alten Gärtnerhaus können von durchfahrenden Gästen besucht werden. „Radtouristen nehmen das Angebot, hier kleine wechselnde Kunstausstellungen zu besichtigten, gern an. Auch nehmen sie gern mal ein Bild aus einer Ausstellung mit. So kauften erst zwei Schweizer zwei kleine Bilder aus der letzten Ausstellung des Malers Michael Ryll aus dem Nachbarort Haage“, erzählt Karin Fritz, Vorsitzende des Fremdenverkehrsverbands. „Hier stellen viele Künstler aus der Region aus. Auch im Ort selbst wohnen einige Künstler, die über die Jahre zugezogen sind.“

In der aktuellen Ausstellung stellen zwei „Wiederholungstäter“ aus. Vor fast zwei Jahren zeigten Monika Köhler aus Rathenow und Andreas Richter aus Stechow bereits ihre Werke. Jetzt hängen jeweils rund zwei Dutzend Ölbilder, von denen viele in den letzten zwei Jahren neu entstanden, im Fintelmannhaus.

Beispielsweise hielt Monika Köhler die 1857 anstelle des Vorgängerbaus errichtete Dorfkirche und auch das herrschaftliche Gärtnerhaus selbst in Öl fest. Beide Hobbymaler verbindet seit fast 20 Jahren, dass sie regelmäßig die Malkurse des nach Tangermünde gezogenen Rathenower Malers Michael Student an der Volkshochschule besuchen. „1996 schenkte mir meine Tochter Britta einen Malkurs bei Michael Student. Nach ein, zwei Aquarellkursen wechselte ich zur Ölmalerei“, erzählt Monika Köhler.

Auch Andreas Richter, der seit 1999 Malkurse besucht, wechselte schnell von Aquarell zu Öl. Zu den Motiven beider gehören Landschaftsbilder, die im Fintelmannhaus ausgestellt werden. „Meine Eltern förderten schon während meiner Schulzeit meine Liebe zum Malen. Nach vielen Jahren fand ich über den Malkurs wieder zu meinem Hobby“, sagte der Stechower. „Auch nach so vielen Jahren macht man immer wieder Fortschritte.“

Das Fintelmannhaus diente über 200 Jahre lang als Haus des Gutsgärtners, der bis 1845 mit dem Dorf belehnten Familie von Bredow. Caspar Friedrich von Bredow (1680 bis 1739) holte den jungen Joachim Heinrich Fintelmann als Hofgärtner nach Senzke, wo er bis 1749 als Gutsgärtner tätig war. Fintelmann gestaltete den barocken Garten, dessen Alleen und Baumreihen noch heute gut erhalten sind. Nebenbei züchtete Fintelmann Buchsbäume, die er auch an den preußischen Hof lieferte.

Nachdem ihn der preußische König Friedrich II. dann ganz an seinen Hof holte, begründete der 1752 verstorbene Hofgärtner, und vor allem sein Sohn Carl Friedrich, eine „Dynastie“ preußischer Hofgärtner, die fortan, noch bis nach 1945 die preußischen Gärten, wie die des Schlosses Charlottenburg, der Pfaueninsel, des Neuen Palais und des Schlosses Paretz prägten.

2013/2014 wurde das Fintelmannhaus zur Bundesgartenschau saniert. Seit der Neueröffnung 2015 finden jedes Jahr sechs bis acht Ausstellungen verschiedener Kunstrichtungen, aber aus Lesungen und andere Veranstaltungen statt. Die Ausstellung mit den Ölbildern von Monika Köhler und Andreas Richter wird noch bis zum 30. August gezeigt.

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