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Scholle-Bewohner enttäuscht
Baubeginn der Planebrücke bleibt unbestimmt

Bürgermeister Steffen Scheller und die Scholle-Bewohner diskutierten angeregt zu den beklagten Problemen.
Bürgermeister Steffen Scheller und die Scholle-Bewohner diskutierten angeregt zu den beklagten Problemen. © Foto: geh
04.12.2018, 09:24 Uhr
Brandenburg Etwa einhundert Interessierte hatten sich in der vergangenen Woche zur Einwohnerversammlung auf der Scholle eingefunden, um  im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Bürgermeister vor Ort“ mit Steffen Scheller und Mitarbeitern aus verschiedenen Fachbereichen über neue Entwicklungskonzepte und die Strukturentwicklung des Wohngebietes „Eigene Scholle“ zu diskutieren. Reinhard Reiher vom Bürgerbeirat hatte im Vorfeld Wünsche und Anliegen der Bewohner gesammelt und diese dem Stadtchef im Voraus als „Hausaufgabe“ überreicht. So entwickelte sich eine kontroverse, aber jederzeit fachliche und sachliche Diskussion.

„Die Entwicklung der letzten Jahre hat die Eigene Scholle zu einem gefragten Wohnort, besonders für junge Familien, gemacht. Die Einwohnerzahl hat sich zusammen mit Wilhelmsdorf auf mittlerweile 3800 verdoppelt. Deshalb fühlen sich viele, im Besonderen bei der Nahversorgung, benachteiligt bzw. nicht berücksichtigt“, so der Einwand vom Bürgerbeirat.„Wir können nur optimale Rahmenbedingen stellen und würden salopp gesagt, einen roten Teppich ausrollen, wenn sich einer der großen Märkte für den Standort begeistern könnte. Aber die Flächen, die in kommunaler Hand sind, wie z. B. am Tannen- oder Platanenweg sind nicht lukrativ genug. Zwingen kann man keinen“, entgegnete der Oberbürgermeister, der weiter erklärt. „Selbst der ansässige Discounter an der Ziesarer Landstraße hatte es abgelehnt, seine Verkaufsfläche im Rahmen seines Umbaus zu erweitern.“

Mit dem Einwohnerwachstum ist jedoch schon bald Schluss. „Neben dem geplanten Bauvorhaben am Rehhagen und Eichhorstweg gibt es nur noch wenige freie Bauflächen, etwa am Buchenweg und einreihig, entlang des Eichhorstweges“, beruhigte Steffen Scheller. Positiver Nebeneffekt: angrenzende Grundstücke können dann ans zentrale Abwassernetz angeschlossen werden. Der Anschluss vom Birkenweg ans zentrale Abwassernetz findet hingegen nicht wie geplant 2019 statt. Die Maßnahme wird wegen hohen Kosten auf 2020 verschoben.

Eine Hiobsbotschaft hatte jedoch auch der städtische Tiefbauexperte Peter Reck dabei: sichtlich enttäuscht musste er den unbestimmten Baustart des Bahnübergangs Planebrücke überbringen. Geplant war der Baubeginn bereits im kommenden Jahr. Drei Partner, aufgeteilt in Deutsche Bahn AG, Bund und Kommune, unter einem Hut zu bringen, sei nicht einfach gewesen. Auch die geplanten Grundstücksankäufe sind unter Dach und Fach. „Wir haben uns trotz dieser schwierigen Voraussetzungen auf einem guten Weg gefunden. Da rund 580 qm des Baugebietes in einem Flora-Fauna-Habitat mit geschützten Tier- und Pflanzenarten liegt, wird nun jedoch von Naturschützern ein Umweltverträglichkeitsverfahren angefordert“, bedauerte Peter Reck. Im gleichen Atemzug widersprach er dem Wunsch mehrerer Besucher, den Sandfurthweg entlang der Bahnstrecke etwas zu beschneiden, damit dieser als Umleitungsstrecke dienen kann. „Das Freischneiden wäre für die Naturschützer ein Umweltfrevel in höchstem Maße“, betonte der Tiefbauexperte. Zusammen mit Oberbürgermeister Scheller appellierte er aufgrund der unbestimmten Verzögerung nun an alle Verkehrsteilnehmer, auf eine besondere Vor- und Rücksicht beim Überqueren der Schranken. Ein probates Mittel ist zudem die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel, da sich mit dem neuen Fahrplan die Anzahl der Busverbindungen in den Abendstunden erhöht. „Nicht nur fordern, sondern die Möglichkeiten auch nutzen!“ betonte Oberbürgermeister Steffen Scheller abschließend – immerhin soll der  Fahrplan zum nächsten Fahrplanwechsel weiterhin Bestand haben.

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