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Havelland
WIR-Gefühl nach  Zwangsehe vor 25 Jahren

Hat inzwischen Sammlerwert: Aufkleber des Jahres 1993.
Hat inzwischen Sammlerwert: Aufkleber des Jahres 1993. © Foto: Weber
René Wernitz / 06.12.2018, 11:20 Uhr
Havelland/Rathenow (MOZ) Aufkleber prangten hier und dort im Stadtgebiet. Sie waren Teil der Kampagne einer Bürgerinitiative, die für den Erhalt Rathenows als Kreisstadt kämpfte. Wer einen solchen Aufkleber heute entdeckt, sieht Geschichte vor sich, die bereits 25 Jahre zurück liegt.

Nichts hat das zu tun mit der im November 2017 abgeblasenen Kreisgebietsreform im Land Brandenburg. Laut Plan sollte die Stadt Brandenburg dem Landkreis Havelland zugeschlagen werden. Dieser wollte das hoch verschuldete Oberzentrum aber nicht. Furcht wurde laut, dass diese Kommune Rathenow gar den Kreisstadtstatus streitig machen könnte.

Es regte sich insbesondere politischer Widerstand. Der Kreistag forderte mehrheitlich schon im Februar 2016, dass das Havelland in seinen bisherigen Grenzen bestehen bleibe. So kam es letztlich. Der Landkreis umfasst weiterhin nur die Territorien der früheren Kreise Rathenow und Nauen. Die waren zum 6. Dezember 1993 zu einer Einheit fusioniert. Im Vorfeld hatte es hitzige Debatten gegeben - nicht nur in Rathenow und Nauen. Schließlich sollte durch eine brandenburgweite Reform die Zahl der Kreise von vormals 38 auf 14 reduziert werden. Wo Kreisstädte um ihren Status kämpften, entstanden Rivalitäten und rissen Gräben auf. Im Havelland wurde Rathenow zum Sitz des Landrats.

Zahlreiche Gäste auf der 25-Jahr-Party des Landkreises, die am kommenden Dienstag im Kulturzentrum der Kreisstadt steigt, sind Zeitzeugen der Entwicklung seit der zum 6. Dezember 1993 vollzogenen Zwangsehe. Politisch, sozial und wirtschaftlich musste der Landkreis erst zusammenwachsen. Der 2016 und 2017 ausgefochtene gemeinsame Kampf um die Kreisgrenzen ist ein Beleg dafür, dass es inzwischen ein WIR-Gefühl gibt. Derweil sind manche Dinge durchaus ausbaufähig geblieben, wie die ÖPNV-Direktverbindung Rathenow-Nauen, die zwar montags bis freitags, aber nicht an Wochenenden und Feiertagen besteht.

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