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Besuch
Lobende Worte für die Arbeit der Stiftung

Dietmar Woidke und Svenja Schulze werden vom Stiftungsratsvorsitzenden Fritz Brickwedde über die Arbeit der Sielmann Stiftung informiert.
Dietmar Woidke und Svenja Schulze werden vom Stiftungsratsvorsitzenden Fritz Brickwedde über die Arbeit der Sielmann Stiftung informiert. © Foto: unbekannt
Silvia Passow / 16.12.2018, 13:07 Uhr
Elstal Die kleine Wagenkolonne ruckelt über den Waldweg, vorbei an der Heidelandschaft, mit dem aufstrebenden Ginster und jungen Birken, dann tiefer in den Wald. Schützengräben zeugen von der früheren Nutzung des 3.600 Hektar großen Areals, einem ehemaligen Truppenübungsplatz. Doch wo einst die Soldaten die Gräben in die Landschaft zogen, holt sich die Natur zurück, was der Mensch ihr nahm. Es ist feuchtkalt, Nebel wabert hier, schwebt langsam vom mit buntem Laub bedeckten Waldboden auf. Die Wagen rumpeln weiter und dann, taucht er auf, ein Schatten im Nebel, leicht hebt er den Kopf, majestätischer Blick, der Herr des Waldes, der Hirsch, begrüßt seine Gäste.

Der Besuch der Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) ging auf eine Einladung des Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) zurück. Woidke lobt die Arbeit der Sielmann-Stiftung, wie auch die sehr lange und vertrauensvolle Zusammenarbeit. „Es ist wichtig, diese Naturlandschaften zu erhalten.“ Mit Blick auf die unterschiedlichen Interessen aus Wirtschaft versus Naturschu´tz sagt er, es dürfe der Umweltschutz nicht gegen die Wirtschaftsinteressen ausgespielt werden.

Die Sielmann Stiftung ist ihm auch hier Beispiel. Nutzer werden in die Konzepte der Stiftung miteinbezogen, sagt er. Woidke, der Heinz Sielmann noch persönlich gekannt hatte und heute noch in Kontakt zu dessen Witwe steht, betont das besondere Engagement und die herausragende Arbeit der Stiftung, die sich um den Erhalt der wertvollen Naturlandschaft kümmert und damit einen großen Beitrag zur Artenvielfalt leistet. „Natur wird hier erlebbar.“

Auch die Ministerin zeigt sich beeindruckt. „Wir reden viel über Artenvielfalt. Hier kann man konkret sehen, wie so etwas geht.“ Und sie richtet dankende Worte in Richtung all der ehrenamtlichen Helfer, die sich hier für den Naturschutz engagieren.

Die Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide sei ein besonderes Beispiel für Renaturierung, sagt Schulze während ihres Besuches. Im Zentrum liegt die sogenannte Kernzone, hier leben auf etwa 1.900 Hektar knapp 100 Wisente, 24 Przewalski-Pferde und Rotwild. Das gesamte Gebiet ist Lebensraum für über 5.500 Tier und Pflanzenarten. Fischadler, Wiedehopf und Fischotter sind hier zu Hause.

Die Wisente hatten andere Termine

Bei der Geländewagentour grüßte der Hirsch die Gäste, in der Kernzone angekommen blieben die Wisente jedoch aus. Immerhin versüßte der Anblick einiger Rehe das herbstliche Bild, Pferdeäpfel bezeugten, ja man war mal hier. Die Wisente zeigten sich unbeeindruckt vom Besuch und taten, was Wisente wohl so machen, fressen. Die großen Pflanzenfresser tragen zur Beweidung der Flächen in der Heide bei.

Bereits im Oktober bekam die Sielmann Stiftung eine erneute Zusage über rund 2 Millionen Euro Fördermittel aus dem GAK- Programm (Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes). Damit finanziert die Stiftung Initialmaßnahmen zur Wiedereröffnung von zugewachsenen Bereichen und der Vorbereitung einer dauerhaften Erhaltungspflege durch Beweidung und Mahd.Stiftungsratsvorsitzender Fritz Brickwedde dankt: „Wir freuen uns über die Wertschätzung und Unterstützung unserer Arbeit. Öffentliche Hand und Zivilgesellschaft ziehen hier zugunsten der großen Aufgabe des Artenschutzes an einem Strang. Dieses einmalige Artenparadies und Erholungsgebiet vor den Toren Berlins und Potsdams zu erhalten, lag den Stiftern Heinz und Inge Sielmann besonders am Herzen.“

Der geschäftsführende Vorstand der Heinz Sielmann Stiftung, Michael Beier, sieht bei der Förderung auch den Landkreis in der Pflicht. „Die fehlende Förderung der Betriebsmittel aus dem EU-Kulturlandschaftsprogramm für die Landwirte auf den Natura 2000 Flächen durch das Landwirtschaftsamt im Landkreis Havelland gefährdet sowohl die Investition als auch den Arhalt des Offenlandes und das naturschutzfachlich wertvolle Wirken über die Beweidung mit den Nutztieren massiv“, sagt Beier. Die Ministerin will wiederkommen. Allerdings im Sommer, wnn die Heide bunt und die Wisente weniger Termindruck haben.

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