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Nouruz
Den Frühling begrüßen auf Persisch

Der Duft zog magisch an. Die gereichten Speisen haben auch rituellen Charakter.
Der Duft zog magisch an. Die gereichten Speisen haben auch rituellen Charakter. © Foto: Silvia Passow
Silvia Passow / 21.03.2019, 13:11 Uhr
Falkensee Nouruz, das heißt übersetzt neuer Tag. Es ist der Tag, an dem im persischen Kulturraum das neue Jahr gefeiert wird, der Frühling beginnt. Mit der Tagundnachtgleiche begann in alter Zeit für viele Völker das neue Jahr. Ein wichtiger Zeitpunkt, die Tage werden "länger", die Arbeit auf dem Feld konnte beginnen.

Das Ende des Winters war rund um den Globus, und ist es zum Teil noch, ein guter Grund zum Feiern. Die Rituale sind verschieden, von unterschiedlichen Traditionen geprägt. Der Sinn dahinter ähnelt sich dagegen sehr. Das Alte abstreifen, Platz für Neues schaffen. Weltweit feiern rund 300 Millionen Menschen das Nouruz-Fest, das nicht nur im persischen Raum, sondern auch auf dem Balkan, in der Schwarzmeerregion, im Kaukasus, in Zentralasien und im Nahen Osten zelebriert wird. Nouruz wird seit etwa 3000 Jahren gefeiert, 2010 haben die Vereinten Nationen den Internationalen Nouruz-Tag anerkannt.

Im persischen Kulturkreis gehört die Zubereitung des Haft Sin zum Fest. Wichtig ist hier, dass die sieben Zutaten alle mit dem Buchstaben "S" beginnen. Sieben Speisen sollen zubereitet werden und dazu wird das Neujahrsgetränk Haft Mewa gereicht, das wiederum aus sieben Früchten besteht. Die Sieben steht hierbei für die sieben Tugenden. Auf die festlich gedeckte Tafel gehören Samanak, das sind Keimlinge einer Getreidesorte, ein Spiegel, eine Kerze und ein heiliges Buch. Das ist bei den Muslimen der Koran, bei den Christen die Bibel. Möglich ist auch das Aufstellen eines Bildes des Philosophen Zarathustra, oder der Hauptquelle seiner Werke, der Avesta, eine Sammlung heiliger Texte, verfasst um das 2. und 1. Jahrtausend vor Christi Geburt.

Ganz wichtig, besonders für die Kinder, sind die Feuerstellen. Gut bewacht und beobachtet wurden diese in Falkensee von den vielen freiwilligen Helfern. Denn es gilt über die Feuer zu springen, dabei sollen Unglück, Krankheit und Schwäche weichen und dafür Wärme, Stärke und Gesundheit aufgenommen werden.

Wie schon im Jahr zuvor, zogen die würzigen Düfte und die mystische, mit ordentlich Bass angereicherte, Musik Besucher mit Kind, Kegel und Hund an. Vom reichhaltigen Buffet konnte gekostet werden, der Gaumen hatte beste Chancen mal wieder etwas Neues kennenzulernen.

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