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Offene Ateliers
Kuscheltierstühle und Intrigen im Stadtbad

Viele Künstler lockten am vergangenen Wochenende in ihre Ateliers. Diese Sammlung von Tonfiguren stammt von Christiane Schulze aus Schönwalde.
Viele Künstler lockten am vergangenen Wochenende in ihre Ateliers. Diese Sammlung von Tonfiguren stammt von Christiane Schulze aus Schönwalde. © Foto: Egbert Neubauer
Egbert Neubauer / 08.05.2019, 13:20 Uhr - Aktualisiert 08.05.2019, 18:34
Havelland (freier Autor) Vergangenes Wochenende öffneten sich, wie überall in Brandenburg, die Tore zu den Tagen der "Offenen Ateliers". So auch im Havelland, wie beispielsweise in Nauen, Falkensee, Perwenitz und Schönwalde-Glien hatten die Künstler ihre Tore und Türen weit geöffnet.

Mit dabei das Familiencafé des ASB in der Finkenkruger Straße in Falkensee, es präsentierte in seinen Räumen "Frauenpower" - die künstlerischen Arbeiten der Malgruppe von Monika Taterra. Sie leitet die Frauengruppe seit 2014 in der VHS Falkensee und hat zur Zeit noch Plätze frei. Mit im Boot war Birgit Springer, diese Künstlerin fertigt sehenswerten Modeschmuck aus einfachsten Mittel, beispielsweise aus leeren Kaffeekapseln und Aluminiumdraht.

Am Wochenende fanden auch im Havelland die Offenen Ateliers statt. Hier ein paar Impressionen.
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Offene Ateliers 2019

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Ein paar Kilometer weiter wurde in der Kulturmühle Perwenitz, im alten Speicher, zur großen Gemeinschaftsausstellung "Chairs" eingeladen. Zwanzig Künstlerinnen und Künstler setzten sich mit dem Thema "Sitzmöbel" auseinander. Besonders ein Stuhl wirkte als Hingucker: ein aus Eisendrahtstücken gefertigter stachliger Stuhl von Siegfried Kober. Reinsetzen wollte sich allerdings niemand. Weitere Sitzmöbel waren aus Holz, Stahldraht oder Ton gefertigt. Sie konnten und sollten benutzt werden. Besonders einladend wirkte ein Schalenstuhl, der über und über mit Plüschtieren verarbeitet war. Die Ausstellung ist noch bis zum 10. Juni zu sehen.

Ebenfalls im Speicher befindet sich das Atelier von Hausherrin Gudrun Venter. Diese zeigte Arbeiten von befreundeten Künstlerkollegen, so die feinsinnigen Miniaturen von Eva Paul.

In Nauen, konkreter gesagt in Klein Behnitz, öffnete Erwin Leber mit Melissa Drier seine Gartenpforten zum Haus- und Hofbesuch. Ein auf dem Hügel angelegter Garten zeigt seine Formen und Farben, umgebaute Stall- und Hofgebäude sind heute Wohn- und Arbeitswelt des Paares. Erwin Leber führte die Besucher durch sein Anwesen und präsentierte ausführlich und anregend seine Arbeiten. Große Formate und leuchtende Farben scheinen seine Welt zu bestimmen. Auch gibt es das tiefe Schwarz, bestimmend wird es in seinen Arbeiten zum Thema "Nahe Welten".

Erwin Leber spricht offen über seine Arbeitsweise, Geheimniskrämerei scheint ihn fremd. Meist entstehen seine Bilder aus mehren Schichten und Ebenen zu einem Kunstwerk. Der Prozess bis zur Fertigstellung eines Bildes kann Tage dauern. Diese Entstehungszeit sieht der Künstler als beglückend an. Er postulierte: "Ein eigenes Bild …, ist wie ein bewusstes Innehalten in dieser atemlosen Bildmenge, die uns heute gewalttätig überflutet."

Nach circa vierzig Autominuten ist man zurück in Falkensee. Hier öffnete Kirsten Henow erstmals ihr Atelier in der Hertzstraße 32. Ihre Ausstellungsstücke sind Glas-Fensterbilder und Objekte, die mit der Tiffany-Technik hergestellt wurden. Vor zwei Jahrzehnten entdeckte die Künstlerin ihr Talent zur Anfertigung von Schmuck und arbeitet heute überwiegend mit Glas- und Holzobjekten.

Seit fünf Jahren im "Offenen Atelier" dabei ist Christiane Schulze aus Schönwalde. Die Künstlerin hat vor Jahren ihre Leidenschaft für den Ton, für die Gestaltung von Figuren, Köpfen und Gesichtern entdeckt. Ihr Garten war mit unzähligen Tonfiguren drapiert, da tummelten sich Badegäste aus Ton am "Pipi-Kaka-See", ein entsprechend dekorierter Toilettenstuhl. Anderenorts wiederum versammeln sich charakteristisch geformte Badegäste aus Ton in der Zinkwanne zum Thema: "Neue Geschichten und Intrigen aus dem Stadtbad". Wer genug Zeit mitbrachte, hatte wohl die einzigartige Gelegenheit in geschätzte hundert charakteristisch modellierte Gesichter zu schauen und seinen Gedanken nachzuspüren.

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