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Musiktage
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein

Mit Witz, Phantasie und Virtuosität begeisterte das Damentrio "Les Troizettes" das Publikum bei den 20. Falkenseer Musiktagen.
Mit Witz, Phantasie und Virtuosität begeisterte das Damentrio "Les Troizettes" das Publikum bei den 20. Falkenseer Musiktagen. © Foto: Stephan Achilles
Stephan Achilles / 13.05.2019, 15:51 Uhr - Aktualisiert 13.05.2019, 18:58
Falkensee (freier Autor) Am Wochenende gingen die 20. Falkenseer Musiktage in die zweite und letzte Runde. Wieder standen drei Konzerte auf dem abwechslungsreichen Programm, wieder waren die Besucherzahlen hoch und die Stimmung im Publikum gut.

Bettina Wegener und Karsten Troyke sangen am Freitag in der nahezu voll besetzten Falkenhagener Kirche. Was die beiden in Begleitung des hervorragenden Gitarristen El Aleman darboten, war vom ersten Ton an überzeugend. Bettina Wegener, eine der ganz großen deutschen Liedermacherinnen, beeindruckte mit kraftvollem, ausdrucksstarkem Gesang. Das Lied "Sind so kleine Hände" kennt wohl jeder in Ost und West. Im Konzert sang sie es allein, ohne Begleitung. Es ist ihr Lied und - so wie alle ihre Songs - ist es aktueller denn je.

Die Falkenseer Musiktage endeten am Wochenende mit Konzerten von Bettina Wegener und Karsten Troyke, Les Troizettes und dem Bläserquintett emBRASSment.
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In der DDR inhaftiert und schließlich ausgebürgert, hat diese Künstlerin nie klein beigegeben. Ihre Strahlkraft ist auch in ihrem siebten Lebensjahrzehnt ungebrochen. Da ist noch viel, was sie zu sagen hat.

Der Schauspieler und Sänger Karsten Troyke begeisterte mit vielen jiddischen Liedern. Wie kaum ein anderer versteht er es, den bitteren Humor und die Melancholie dieses Genres zu vermitteln. Aber auch mit Blues und Tango wusste er das Publikum zu begeistern. Die beiden Künstler boten mit ihren "Liedern der Welt" einen unvergesslichen Abend. Im Publikum waren Besucher, die viele Kilometer gereist waren, um das zu erleben.

Klassik, Humor und gute Unterhaltung gab es beim Konzert von "Les Troizettes" am Samstag. Die drei Solistinnen Isabelle Engelmann (Klavier), Sonja Godowska (Geige) und Gabriella Strümpel (Cello) boten mit viel Witz und Phantasie ein ganz und gar ungewöhnliches Konzerterlebnis dar. Im "Pas de trois - Tanz zu dritt" begeisterten sie das Publikum im Rathaussaal mit komödiantischen Aktionen, Tänzen und bunten Kostümen. Gespielt wurden Stücke von Tschaikovskys "Blumenwalzer" über Rimski-Korsakovs "Hummelflug" bis zu Gershwins "Swansee". Beim "Totentanz" von Saint- Saëns sorgte ein Knochenmann für Gruselstimmung und Ravels "Bolero", zu dritt auf nur einem Cello gespielt, wird man wohl nur bei "Les Troizettes" erleben können.

Bei allem Humor ließen die drei Musikerinnen jedoch nie Zweifel an ihrer Virtuosität und Spielfreude aufkommen. Was im Berliner Konzerthaus, in Leipzig, Sankt Moritz und an anderen Orten geklappt hat, funktionierte auch in Falkensee. Es gab ein begeistertes Publikum und reichlich Applaus.

Das Schlusskonzert am Sonntagvormittag gestaltete das Bläserquintett emBRASSment in der Falkenhagener Kirche. Durch mehr als 200 Jahre Musikgeschichte ging es im Programm von Rossini über Schostakowitsch bis zu Titeln von ABBA. Dramatisch und mitreißend erklangen die drei wunderbar gespielten Songs aus dem Musical "West-Side-Story" und bei den Tangos von Jose Carli konnte man die Lebensfreude in den Straßen und Cafés von Buenes Aires nachempfinden.

Ob die 20. Falkenseer Musiktage den bisherigen Besucherrekord gebrochen haben, ist noch nicht endgültig ausgezählt. Es dürfte zumindest nicht viel fehlen. Das Konzept der Veranstalter, auf besonders erfolgreiche Künstler aus den Vorjahren zu setzen, ist aufgegangen. Mit überwiegend neuen oder geänderten Programmen waren alle Konzerte gut besucht.

Im Namen der Evangelischen Kirchengemeinde als Veranstalter dankte Pfarrer Olaf Schmidt allen Mitwirkenden, besonders der künstlerischen Leiterin Isabelle Engelmann, der Stadtverwaltung und Ingo Wellmann vom Creativen Zentrum "Haus am Anger". Stellvertretend für alle Sponsoren bekam Bio-Bäcker Hans Leib einen Blumentopf überreicht. Der bedankte sich knapp mit den Worten: "Der Mensch lebt ja nicht vom Brot allein" und traf damit ins Schwarze.

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