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Infoveranstaltung
Erfrischender Wind für die Kommunalpolitik

Ines Jesse erläutert, Heiko August (2.v. li.) hakt nach, wenn ihm die Antwort nicht ausreichend erscheint. Ganz links lauscht Amid Jabbour, auch Christian Vogel (Jugend für I.R.G.E.N.D.W.A.S.) verfolgt die Diskussion.
Ines Jesse erläutert, Heiko August (2.v. li.) hakt nach, wenn ihm die Antwort nicht ausreichend erscheint. Ganz links lauscht Amid Jabbour, auch Christian Vogel (Jugend für I.R.G.E.N.D.W.A.S.) verfolgt die Diskussion. © Foto: Silvia Passow
Silvia Passow / 15.05.2019, 16:05 Uhr
Falkensee Am Sonntag, 26. Mai, finden die Wahlen zum Europa-Parlament und die Kommunalwahlen statt. Doch wer sind die Kandidaten, die sich für die Stadtverordnetenversammlung und dem Kreistag zur Wahl stellen? Einige von ihnen konnten man am Dienstag hautnah erleben und im direkten Gespräch mit den eigenen Anliegen konfrontieren.

Eingeladen hatten das Jugendforum Falkensee im Rahmen ihrer Reihe "Jugend dealt". In erster Linie sollte die Veranstaltung jungen Wählern einen Überblick über Parteienlandschaft und deren Programme geben, willkommen waren auch alle anderen Altersgruppen. Viel Raum für Diskussionen wurde versprochen und auch gehalten.

Von einer grundsätzlich unpolitischen Jugend kann für Falkensee nicht die Rede sein. Neben der Jugend für I.R.G.E.N.D.W.A.S. schickten auch die CDU und die Bündnisgrünen ihren politischen Nachwuchs zu der Veranstaltung. Mit Vinzenz Schaak, Tim Brand (beide CDU und 1999 geboren) und Martina Freisinger, 1997 geboren (tritt für B’90/Die Grünen an), waren auch hier junge Kandidaten am Start. Der Einladung waren weiterhin Kandidaten der SPD, CDU, der Grünen, FDP, Die Linke, die Jugend für I.R.G.E.N.D.W.A.S. und der Freie Wähler Falkensee gefolgt. Die AfD und der Zusammenschluss aus Die Partei/Piraten/PDS/Tierschutz/Soziales Havelland/Bürgerfreundlichkeit/HIPHOP hatten keine Kandidaten zur Veranstaltung im Musiksaalgebäude am Gutspark entsandt.

Lebhafte Diskussionen

auf Augenhöhe

Anders als bei etablierten Veranstaltungen fanden die Diskussionen nicht von einem Podium aus statt. Fünf Thementische standen zur Auswahl. Umwelt, Bildung & Kultur, Verkehr, Inklusion & Soziales und Stadtentwicklung & Wohnen. Besucher wie Kandidaten konnten sich "ihre" Themen frei aussuchen und direkt und auf Augenhöhe eine halbe Stunde lang ins Gespräch kommen. Dann Tischwechsel, alle Anwesenden mischen und verteilen sich neu. Es gibt keine Moderation, jeder am Tisch kann sich zum Thema äußern.

Am Thementisch Stadtentwicklung & Wohnen eröffnet Amid Jabbour (FDP) die 2. Gesprächsrunde. "Es ist mir ein Herzensthema, dass die Gartenstadt Falkensee auch Gartenstadt bleibt", sagt er und spricht sich gegen eine Verdichtung beim Bauen aus. Jabbour plädiert für einen Wohnungsbau der sich am Bedarf der Falkenseer orientiert. Er verweist auf die fehlende Infrastruktur der Stadt, wenn es um die Frage des Zuzuges geht. Gerhard Thürling (Die Linke) wirbt für bezahlbare Wohnungen. "Junge Bürger, die sich das Wohnen hier nicht mehr leisten können, vertreiben wir sonst aus der Stadt" Für Ines Jesse (SPD) ist bauen "die grundsätzlich beste Mietpreisbremse." Auch Jesse sieht einen Bedarf für den Wohnungsbau in Falkensee. Sie liegt hier nicht so weit von Jabbour entfernt, sie sagt: "Wohnen und Mobilität müssen zusammen gedacht werden."

Schnell ist man beim Wachstum der Stadt. Und hier zeigt sich dann, wie gut das Konzept dieser Runde aufgeht. Besucher Heiko August hat dazu mehr als eine Frage und wo er diese nicht konkret beantwortet sieht, hakt er nach und lässt nicht locker. Da sind die Kandidaten ordentlich gefordert.

Spannend auch die Diskussion zwischen Peter Kissing, Vinzenz Schaak und Till Ratzeburg, der für Bündnis 90/ Die Grünen aufgestellt ist. Radwege versus Bäume und mal wieder ein Hallenbad. Schaak sagt ein Hallenbad wäre wünschenswert, allerdings müsse es auch wirtschaftlich vertretbar sein. Und Ratzeburg sagt: "Wir Grüne sind für ein Hallenbad. Nur eben nicht für dieses." Ihm fehlt es hier deutlich an der Nachhaltigkeit beim geplanten Bau.

Die Freien Wähler waren nicht am Thementisch Stadtentwicklung. Nachgefragt bei Ulf Stutzky, der für die Freien Wähler kandidiert. "Für uns wäre ein vernünftiges Verkehrskonzept zur Stadtentwicklung wichtig", sagt er. Man wolle Grünflächen erhalten und sozialen Wohnungsbau fördern. Er würde sich wünschen, die Bürger würden bei diesen Fragen mehr mit einbezogen.

Heiko August nutzte die Zeit, um den Kandidaten ordentlich auf den Zahn zu fühlen. "Mehr von solchen Veranstaltungen", sagt er. Auch sonst viel Lob für das Konzept. Gerade die anwesenden Stadtverordneten stellen fest, auf diese Weise ins Gespräch zu kommen, hat eine ganz neue Qualität. Peter Kissing lobt die Arbeit der Jugendlichen im Forum. "Ihr habt erstaunliches auf die Beine gestellt." Jabbour sagt: "Bei euch ist etwas gewachsen, was der Stadt guttut." Schaak stellt fest: "Es gab keine verhärteten Fronten, dafür gute und offene Diskussionen." Petzold lobt ebenfalls: "Ich bin für eine kontinuierliche Fortsetzung dieses Formates." Die Vertreter der Freien Wähler Falkensee schließen sich unisono dem Lob an. "Wir haben hier sehr viele Anregungen mitgenommen. Ihr seid tolle Jugendliche."

Einziger Wehrmutstropfen aus Sicht der Besucher, wie auch der Kandidaten: Die Veranstaltung wurde nicht gut genug beworben. Daran lässt sich arbeiten, befinden wieder alle, in ungeahnter Einigkeit.

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