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Mobilität
Erste Mitfahrbank im Havelland

René Schreiter führt die Richtungsschilder vor. Die Höhe ist gut erreichbar und die Schilder lassen sich gut bewegen. Die Laterne in der sollte für gute Lesbarkeit auch bei Dunkelheit sorgen.
René Schreiter führt die Richtungsschilder vor. Die Höhe ist gut erreichbar und die Schilder lassen sich gut bewegen. Die Laterne in der sollte für gute Lesbarkeit auch bei Dunkelheit sorgen. © Foto: Silvia Passow
Silvia Passow / 24.05.2019, 15:00 Uhr
Priort Schick sieht sie aus, die erste Mitfahrbank im Havelland. Eingeweiht wurde sie am Mittwoch im Wustermarker Ortsteil Priort. Von nun an kann jeder, der auf eine Mitfahrgelegenheit wartet, hier sein Anliegen mittels extra dafür angebrachter Schilder verkünden.

Das Prinzip ist ganz einfach. Zielort oder gewünschte Richtung können mittels Schildern, die einfach aufgeklappt werden, dem autofahrenden Verkehr mitgeteilt werden. Fünf Fahrtrichtungen stehen zur Auswahl: Elstal, Wustermark, Falkensee, Potsdam, Havelpark. Dann heißt es, hinsetzten und abwarten, bis hoffentlich jemand hält.

Die Idee zur Mitfahrbank in Priort stammt von Dagmar Dominiak. Es ist etwa zehn Wochen her, da fiel ihr an der Bushaltestelle eine Dame auf. Dominiak kannte die Frau vom Sehen, man war auch schon mal hier und da ins Gespräch gekommen. Sie hielt an und fragte, wohin die Frau denn wolle. Nach Wustermark zum Arzt, antwortete diese. Das lag genau auf Dominiaks Strecke und sie lud die Frau ein, sie mitzunehmen.

Diese Frau war Rosemarie Seifert und wenn Dominiak die Ideengeberin zur Bank ist, ist Seifert ihre Inspiration. Und so ist auch die seit 1943 in Priort lebende Seifert bei der feierlichen Enthüllung der Bank dabei. Seifert ist Feuer und Flamme für die Bank. "Die Busse fahren ja nicht mehr so regelmäßig", sagt sie. "Und auf diese Art kommt man mit den Nachbarn gleich ins Gespräch", fügt sie hinzu.

Tatsächlich hat das Konzept Mitfahrbank auch diese soziale Komponente, eine Art Nachbarschaftshilfe. Das die Mitfahrbank eine Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr darstellt, ist Ideengeberin Dominiak sehr wichtig. Ein Zusatzangebot, kein Ersatz. Zweieinhalb Monate nach dieser Begegnung und der daraus entstandenen Idee kann die Mitfahrbank in Betrieb gehen. Der Heimatverein Memoria Priort nahm sich des Projektes an und übernahm die Kosten von 1.600 Euro für die Bank.

In seiner Rede zur Einweihung dankt René Schreiter vom Heimatverein Memoria allen beteiligten Akteuren, zuerst der Gemeinde, die das Projekt unterstützt hat. Eine Mitfahrbank sei gut, mehrere wären besser, befindet Schreiter. Schließlich will man ja nicht nur ans Ziel kommen, zurück wäre auch ganz gut. Schreiter weist auf das Emblem auf der Bank. "Fünf Ringe, sie stehen für alle Ortsteile", sagt er. Er möchte in Wustermark ein "Mitfahrbank-Netz" etablieren. Eine App für die Mitfahrbank kann er sich ebenfalls vorstellen. Analog und digital, das würde alle Generationen ansprechen. Dass die Seniorin Seifert die Inspiration war, heißt schließlich nicht, dass nur die älteren Wustermarker von der Mitfahrgelegenheit profitieren könnten.

Für die analoge Fahrt empfiehlt es sich, etwas Zeit mitzubringen. Es gibt schließlich keine Mitnahmegarantie. Dominiak nimmt die Angst vor Haftungsschäden im Falle eines Unfalles. "Das ist über die Haftpflichtversicherung abgedeckt", sagt sie.

Das Konzept der Mitfahrbank wurde Mitte der 2010er Jahre entwickelt. Das Projekt wird überwiegend im ländlichen Raum genutzt und soll die Mobilität der Landbevölkerung verbessern. Mitfahrbänke sind auch ein Beitrag zum Umweltschutz. Aufgestellt werden sie zumeist an Hauptstraßen, oft in der Nähe von Bushaltestellen. Die Mitfahrbank in Priort befindet sich nahe der Bushaltestelle, gegenüber dem Gemeindehaus. Auch die Europäische Union fördert das Aufstellen der Bänke im ländlichen Raum über das Programm LEADER.

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