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Frauenstammtisch
Neue Frauen-Power für die Stadt

Sind sich einig: Nicht von den männlichen Kollegen nicht ins Bockshorn jagen lassen: Julia Concu, Andrea Pauli-Wagner, Martina Freisinger, Ursula Nonnemacher, Catharina Bockelmann und Juliane Kühnemund (v.li.)
Sind sich einig: Nicht von den männlichen Kollegen nicht ins Bockshorn jagen lassen: Julia Concu, Andrea Pauli-Wagner, Martina Freisinger, Ursula Nonnemacher, Catharina Bockelmann und Juliane Kühnemund (v.li.) © Foto: Silvia Passow
Silvia Passow / 24.06.2019, 11:45 Uhr
Falkensee Diesmal tagte die lebhafte Frauenrunde um Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen) und Ulrike Legner-Bundschuh in der Falkenseer Stadtbibliothek. Der Förderverein der Stadtbibliothek hatte eingeladen. Unter dem Motto "Falkensee hat gewählt" hatten Nonnemacher und Legner-Bundschuh die neu gewählten Frauen des Stadtparlaments eingeladen.

Bis auf Karoline Hintz (Die PARTEI), sie hatte wegen Urlaub abgesagt, waren alle gekommen. Catharina Bockelmann (SPD), Andrea Pauli-Wagner (CDU), Julia Concu, Martina Freisinger und Juliane Kühnemund (alle Bündnis 90/Die Grünen), stellten sich den Fragen der Falkenseer Frauen.

Fast alle sind politische Newcomer, außer die SPD-Stadtverordnete Bockelmann, die als einzige aus der Runde auf eine langjährige politische Arbeit zurückblicken kann. Seit 10 Jahren ist die 32-jährige Lehrerin in der SPD, hatte schon einige Parteiämter inne. Bockelmann kam als Teenager nach Falkensee. In der konstituierenden Stadtverordnetenversammlung hatte die SPD den Ausschuss für Bildung für sich beansprucht. Bockelmann wird nicht nur in diesem Ausschuss sitzen, sie wird ihn voraussichtlich auch leiten. Sie wird damit wahrscheinlich die einzige Frau sein, die einem Fachausschuss vorsteht.

Die Genossen haben sie gefördert, erzählt sie und doch habe sie gegen das "Niedlich-Image" zu kämpfen. Bockelmann möchte sich in der Stadt für die Belange der Jugendlichen einsetzen. Sie wirbt für ein Bürger-Budget und sie möchte den sozialen Wohnungsbau stärken.

Die aktive Umweltschützerin Juliane Kühnemund lebt seit 2012 in Falkensee, war davor in Berlin und London ansässig. Die 47-Jährige arbeitet in einer IT-Firma und hat Verlagswesen studiert. Sie ist Mitglied in mehreren Falkenseer Organisationen und seit Dezember 2018 auch bei Bündnis 90/Die Grünen. Für Kühnemund ist das Gespräch mit Betroffen wichtig. Sie wünscht sich mehr Bürgerbeteiligung.

Dr. Andrea Pauli-Wagner lebt seit Dezember 2016 in Falkensee und hatte, nach eigenem Bekunden, vorher nie etwas mit der Politik zu tun. Die Juristin wollte sich in der Stadt einbringen. Ausschlag für die politische Tätigkeit und den Beitritt in die CDU gab eine Begegnung mit dem amtierenden Bürgermeister. Beruflich ist die Juristin auch mit Umweltschutz befasst und möchte sich mit ihrem Fachwissen in dem entsprechenden Ausschuss einbringen. Pauli-Wagner sagt: "Ich würde mich freuen, wenn wir als CDU die Zeichen der Zeit erkennen und uns mit dem Klimaschutz auseinandersetzen." Umweltschutz kostet, sagt sie. Für sie wäre hier eine Priorisierung der einzelnen Projekte wichtig. Die Christdemokratin möchte sich für Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung einsetzen.

Julia Concu wurde nur einen Tag vor dem Frauenstammtisch zur Vorsitzenden der neuen SVV gewählt. "War so alles nicht geplant", sagt sie und fügt hinzu, dass sie sich nun sehr auf die neue Aufgabe freut. Die Mutter zweier Töchter ist verheiratet, lebt seit 2003 in Falkensee, setzt als Rechtspflegerin in Berlin Strafen durch und ist Führungskraft und Konfliktberaterin. "Damit bin ich gut für die Leitung der SVV gerüstet", sagt sie.

Martina Freisinger ist fast das jüngste Mitglied der neuen SVV. Nur Jonathan Manti von der Jugendliste ist noch jünger. Die 21-jährige Freisinger studiert in Berlin soziale Arbeit und möchte beruflich auch im Sozialen bleiben. Sie hat bisher ausschließlich in Falkensee gelebt und trat im Herbst 2017 den Bündnisgrünen bei. Freisinger möchte in den Bildungsausschuss und sich wie Bockelmann für die Jugend der Stadt einbringen. Hier hat sie speziell den Mangel an kleineren und bezahlbaren Wohnraum im Blick. Studenten, Auszubildende, Senioren, Menschen mit weniger Einkommen. "Wir bauen gerade Kitas in der Stadt. Erzieherin, dass ist ein überwiegend von Frauen ausgeübter und leider sehr schlecht bezahlter Beruf. Das wissen die älteren Herren vielleicht nicht."

An diesem Frauenstammtisch nahm auch Sille Boll teil. Die engagierte Falkenseerin würde gern öfter zum Stammtisch kommen, der für gewöhnlich in Lokalitäten der Stadt stattfindet. Das Problem: Es ließ sich bisher kein barrierefreies Restaurant mit Extra-Raum in Falkensee finden. Entweder kommt die Rollstuhlfahrerin gar nicht erst hinein oder spätestens bei der Toilettennutzung gibt es ein Problem. Auch das Organisatoren-Team empfindet den Umstand, dass Boll deswegen oft nicht dabei sein kann, als sehr bedauerlich. Restaurant-Besitzer mit einem separaten Raum und barrierefreien Zugang, auch zu den Waschräumen, können sich hierzu gern an Wahlkreis@ursulanonnemacher.de wenden.

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