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Dorffest
Trödel am Morgen und Ladykracher am Abend

Oskar und sein Brüderchen aus Priort versuchten sich im Löschen am kleinen Brandhäuschen der Feuerwehr.
Oskar und sein Brüderchen aus Priort versuchten sich im Löschen am kleinen Brandhäuschen der Feuerwehr. © Foto: Wolfgang Balzer
Wolfgang Balzer / 07.07.2019, 10:24 Uhr
Falkenrehde Melina ließ sich von der brütenden Hitze am vergangenen Wochenende nicht sonderlich beeindrucken. Gemeinsam mit Mama Melanie Uschkoreit aus Ketzin/Havel hatte die Zweieinhalbjährige auf dem Falkenrehder Trödelmarkt ein Puzzle erfolgreich zusammengesetzt und auf den Stapel der bereits ausgesuchten Spiele und Kinderbücher gelegt.

Es ist Tradition in Falkenrehde, dass bereits in den Vormittagsstunden noch vor dem eigentlichen Dorffest Trödler aus dem Ort und der näheren Umgebung ihre Angebote ausbreiten. Nicht an allen Ständen gab es so viele Interessenten wie am Stand des Falkenrehder Seniorenvereins. Grob geschätzte 600 bis 700 Gläser, Vasen, Kerzenständer und alles, was so in einem Haushalt zu finden sein könnte, hatten sie im Angebot. "Das meiste wurde uns gebracht, auch aus Haushaltsauflösungen. Wir lagern es ein und bieten alles am Tage des Dorffestes an", erzählte Vereinsmitglied Christa Würfel. Die Einnahmen kämen in die Vereinskasse, erzählte sie.

Drückende Hitze lähmte in den Nachmittagsstunden den Trubel auf der Festwiese. Die üblicherweise die Festbesucher ab 12 Uhr mit Mittagessen versorgende Falkenrehder Feuerwehr hatte entsprechend von Kartoffelsuppe auf Nudeln mit Tomatensauce umdisponiert. Die Söhne von Gundula Haehnel ließen sich von der Hitze nicht beeindrucken. Oskar hatte sich eine Fantasiemaske schminken lassen, tobte auf der Hüpfburg und drehte im Feuerwehrauto mit Mama und Brüderchen eine Dorfrunde. Den Basteltisch hatte die Jugendfeuerwehr des Ortes vorbereitet. Zu basteln und zum bemalen waren, natürlich, Feuerwehrautos.

Im Dorfgemeinschaftshaus mühte sich das Duo Thomasius um Stimmung und die Frauen des Seniorenvereins versorgten die Besucher wie in jedem Jahr mit leckerem Backwerk. Nebenan öffnete, wie immer bei den Falkenrehder Dorffesten, die Kirche ihre Türen. Kraftvoll erklang "Oh Happy Day...". Der Gospelchor "Jettasänger" war in der fast voll besetzten Dorfkirche zu Gast. Und die besuchte an einem Novemberabend anno 1869 bereits Theodor Fontane. Sie habe auf ihn "einen spukhaften Eindruck" gemacht, weil sie überall da, wo das Mondlicht durch die Scheiben fiel, so hell war wie bei Tage.

Natürlich fehlte dabei auch die gruselige Geschichte von den vier Särgen in der Kirchengruft, die Fontane besuchte, nicht. In einem war ein Geköpfter mit bis heute unbekannter Identität zu sehen, ist überliefert. Das ist heute nicht mehr möglich. 1910 wurde Gruft zugeschüttet und in den neunziger Jahren bei Restaurierungsarbeiten endgültig verschlossen. Vorhanden ist in der durchaus sehenswerten Kirche mit ihrer wechselvollen Geschichte aber noch die Kleine Luther-Bibel von 1901, als Geschenk erwähnt im Buch "Das Leben Friedrich Wilhelms III". Das besondere darin: Es enthält das vollständige Pfarrerverzeichnis ab 1600. So lohnte sich der Besuch des Gospel-Konzertes ebenso wie ein Rundgang im historischen Gemäuer.

Indessen bereiteten die Mitglieder des Fördervereins für die Falkenrehder Feuerwehr die Grills für den Abend vor, denn üblicherweise wird in Falkenrehde bis in die Nachtstunden Dorffest gefeiert. "Das soll auch beim 20. so sein", meinte die langjährige Vorsitzende des Ortsbeirates, Gisela Drehmel. Schließlich standen am Abend noch die "Ladykracher" und Tanz auf dem Programm.

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Ladykracher Gundula Haehnel Trödel Gisela Drehmel Zweieinhalbjährige

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