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Naturschutz
Zuwachs bei den Dohlen

Dohlen sind Kolonie-Brüter. Geheim-Tipp von Konrad Bauer: Besonders gut lassen sich die seltenen Vögel an der Dorfkirche Pessin beobachten.
Dohlen sind Kolonie-Brüter. Geheim-Tipp von Konrad Bauer: Besonders gut lassen sich die seltenen Vögel an der Dorfkirche Pessin beobachten. © Foto: Konrad Bauer
Silvia Passow / 07.07.2019, 10:31 Uhr
Havelland Die Arbeit der NABU-Arbeitsgruppe Turmvögel im Osthavelland zeigt erste Erfolge beim Schutz der Dohlen. Konrad Bauer und sein kleines Team sind seit 2016 im Osthavelland aktiv. Sie sorgen in Kirchen, Scheunen und Trafo-Häuschen für sichere Nistmöglichkeiten und bringen hoch oben in den Türmen Nistkästen an.

Zu den Turmvögeln, die Nistplätze in großer Höhe bevorzugen, gehören Schleiereulen, Turmfalken und Dohlen. Corvus Monedula heißen die Dohlen auf Latein. Sie verdanken ihren Namen dem Gefieder, dass an eine Mönchskutte erinnert. Tatsächlich sind die Dohlen rege Kirchgänger, Kirchtürme wählen sie besonders häufig als Nistplatz aus. Nicht immer zur Freude der Gemeinden und auch nicht ungefährlich für die Vögel. Finden sie in die Kirche hinein und nicht wieder hinaus, verhungern sie. Nisten sie auf den Dachbalken, können Stürze aus dem Nest für den Nachwuchs tödlich enden.

Die Dohle, einst weit verbreiteter kleiner Rabenvogel, steht in Brandenburg seit Jahren auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Die Naturschützer des NABU kontrollieren und dokumentieren die Bestände und Bruterfolge. 2017 zählten Bauer und sein Team 17 flügge gewordene Jungdohlen. 2018 waren es bereits 45 Jungvögel. Bis Anfang Juni dieses Jahres konnten 77 Dohlen-Küken gezählt werden, gab Bauer bekannt.

Die Bruterfolge steigen mit den angebrachten Nistkästen. Elf dieser Kästen gab es 2017, im Jahr 2018 waren schon 28. Ein schöner Erfolg, der die Bestände aber nicht sichern wird, so Bauer. Denn die Dohlen leiden an Wohnungsnot. Bauer sucht nach weiteren Gemeinden, die "ihre" Kirchen naturfreundlich ausstatten wollen. Dohlen brüten nur einmal im Jahr. 50 Prozent der Jungvögel überleben das erste Lebensjahr nicht. 37 Brutpaare hat die Arbeitsgruppe erfasst, durchschnittlich zwei Jungvögel werden pro Brutpaar flügge. "Ohne Migration aus anderen Regionen werden sich die Bestände in Brandenburg nicht erholen", sagt Bauer.

Die NABU-Arbeitsgruppe Turmvögel arbeitet ehrenamtlich. Personelle Unterstützung oder Spenden sind willkommen.

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