Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de
Logo Brandenburger Wochenblatt

Ausstellung
Wertvolle Sammlung im Museum Falkensee

Gäste betrachten das Gemälde "Markttag in Falkensee", ein Blick auf das Markttreiben in der Freimuthstraße, es ist eine Leihgabe der Stadt Falkensee.
Gäste betrachten das Gemälde "Markttag in Falkensee", ein Blick auf das Markttreiben in der Freimuthstraße, es ist eine Leihgabe der Stadt Falkensee. © Foto: Egbert Neubauer
Egbert Neubauer / 09.07.2019, 16:13 Uhr
Falkensee Am vergangenen Freitag eröffnete das Museum Falkensee in seiner Galerie die Ausstellung "Hans Zank und Willi Gericke – Malerei". Begrüßt wurden die rund fünfzig Gäste von Thomas Zylla, 1. Beigeordneter der Stadt. Unter den Gästen befanden sich auch Falkenseer Künstler, wie der Maler Bernd Martin und der Grafiker Hans Straßberg. Die einführenden Worte hielt die Leiterin des Museums, Gabriele Helbig.

Eingangs erläuterte Helbig, dass die gezeigte Sammlung im wesentlichen aus dem Nachlass des wertgeschätzten Museumsvereinsmitgliedes Ulrich Zimmer stammt, der im vergangenen Jahr verstarb. Dieser verfügte, dass seine Sammlung zwischen dem Museum Falkensee und dem Stadtgeschichtlichen Museum Spandau aufgeteilt wird. Diese Aufteilung wurde von Bernd Ilsemann als Nachlassverwalter vorgenommen.

Mit Zimmer verband Ilsemann eine mehr als 25-jährige Freundschaft und die Sammlerleidenschaft für die Werke des Malerpaares Hans Zank und Willi Gericke. Gabriele Helbig betonte, dass es: "Das Anliegen von Ullrich Zimmer war, dass die Werke und das Schaffen des Malerpaares Zank und Gericke nicht in Vergessenheit geraten. Ullrich Zimmer selbst wollte nie im Vordergrund stehen. Zimmer hat viele Arbeiten in ein Passepartout gebracht und die Bilder rahmen lassen, er hat die Arbeiten in einem ausstellungsfertigen Zustand an das Museum vererbt." Für den Aufbau eines Zank-Gericke-Archivs vermachte Ulrich Zimmer weitere 10.000 Euro an das Museum, wofür Gabriele Helbig sehr dankbar ist.

Zu den Künstlern erläuterte die Museumsleiterin, dass diese in Spandau und Falkensee lebten, 1919 erstmals ein gemeinsames Atelier in Spandau gründeten und später über acht Jahre lang gemeinsam an der Kunstschule von Johannes Walter-Kurau in Berlin studierten. Beide leisteten Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg, zu dessen Ende hin ihre Wohnung und Atelier in Spandau vernichtet wurde – ein Großteil der Werke war zu retten.

1945 erhielt das Künstlerpaar ein Grundstück in Falkensee, in der Haydnallee 15. Dort hatten Zank und Gericke ihr Wohnhaus und Atelier, wo sie sich sehr wohl fühlten. Hier fand das Künstlerpaar zahlreiche Motive für seine Naturstudien. Gemeinsam malen, wie weit geht das? Gabriele Helbig schätzte dazu ein: "Wir können heute die Bilder nicht einem Einzigen zuordnen, sie malten wirklich gemeinsam an einem Bild. Ohne das wir heute erkennen können – ist es ein Gericke oder ist es ein Zank."

Sie malten gemeinsam und hinterließen ein umfangreiches Lebenswerk. War dieses zunächst von einem expressiven und kubistischen Stil geprägt, wandten sie sich später dem Impressionismus zu. Nach 1945 gehörten auch Porträts von Angehörigen der Sowjetarmee dazu. Da sie von ihrer Kunst lebten, nimmt es nicht wunder, dass sie sich dem sozialistischen Realismus zuwandten. Neben Stadtansichten, so von Werder an der Havel, Ketzin/Havel und Potsdam, werden in der Ausstellung Landschaftsbilder aus dem Havelland/Brandenburg, aber auch Zeichnungen und Porträts gezeigt.

Zwei Bilder in der Ausstellung lassen sich eindeutig Falkensee zuordnen. Das Bild "Falkenhagener Forst", undatiert, zeigt den Langholzfuhrunternehmer Willi Müller mit seinem Pferdegespann beim Holzausrücken. Ein weiteres Gemälde "Markttag in Falkensee", 1953/54, ein Blick auf das Markttreiben in der Freimuthstraße, gehört nicht in die Sammlung des Museums und ist eine Leihgabe der Stadt Falkensee, es wird nicht über die gesamte Ausstellungszeit hier zu sehen sein.

Die überaus lohnende Ausstellung ist bis zum 13. Oktober im Museum Galerie Falkensee, Falkenhagener Straße 77, zu sehen. Geöffnet ist dienstags und mittwochs von 10 bis 16 Uhr, sowie donnerstags, samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr. Vormerken, am 22. August um 17 Uhr findet eine öffentliche Führung durch die Ausstellung statt.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG