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Wahlen 2019
Nach der Wahl ist vor der Wahl

Große und kleine Wahlplakate wohin das Auge blickt, hier in der Spandauer Straße in Falkensee.
Große und kleine Wahlplakate wohin das Auge blickt, hier in der Spandauer Straße in Falkensee. © Foto: Sandra Euent
Sandra Euent / 29.07.2019, 08:50 Uhr
Havelland (MOZ) Gefühlt waren die bunten Plakate an den Straßenlaternen und die großen Aufsteller nie weg. Nach der Wahl ist vor der Wahl - zumindest in diesem Jahr trifft der Spruch ganz besonders zu. Nachdem erst Ende Mai Europa- und Kommunalwahl die Wähler zur Urne gebeten haben, folgt nun am 1. September die Wahl zum Brandenburger Landtag. Dazu kommt in vier Gemeinden des Landkreises noch die Neuwahl des hauptamtlichen Bürgermeisters.

Der Wahlkampf hat bereits begonnen. So geben sich die Spitzenkandidaten und großen Namen der Parteien gerade besonders bürgernah und tauchen quasi überall auf. Es gibt Gesprächsrunden, Fototermine, Sommerfeste - alles, um auf sich und das Wahlprogramm aufmerksam zu machen.

Dabei entschied der Landeswahlausschuss erst in seiner Sitzung am 18. Juli, wer alles zur Landtagswahl antreten darf. Eine Landtagswahl ist unterteilt in Erst- und Zweitstimme. Mit der Erststimme wählen die Wahlberechtigten einen Direktkandidaten aus ihrem Wahlkreis, die Zweitstimme geben sie einer Landesliste einer Partei oder Wählervereinigung. Elf Landeslisten werden am 1. September auf dem Wahlzettel stehen: SPD, CDU, Die Linken, AfD, B’90/Die Grünen, BVB/Freie Wähler, Die Piraten, FDP, ÖDP (Ökologisch-demokratische Partei), die Tierschutzpartei und die V-Partei3 (Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer). Für den Einzug einer Partei in den Landtag gilt die Fünf-Prozent-Hürde.

Nicht alle Parteien, die eine Landesliste stellen, haben in jedem Wahlkreis einen Direktkandidaten benannt. Der Landkreis Havelland teilt sich in insgesamt drei Wahlkreise auf. Zum Wahlkreis IV (Ostprignitz-Ruppin III und Havelland III) gehören die westhavelländischen Kommunen Rathenow, Premnitz, Rhinow und das Milower Land. Dazu kommen Neustadt/Dosse und Wusterhausen. Die Direktkandidaten hier sind: Katja Poschmann (SPD), Dieter Dombrowski (CDU), Christian Görke (Die Linke), Kai Berger (AfD), Stefan Behrens (B’90/Grüne), Uwe Litfin (BVB/Freie Wähler) und Christian Engelland (FDP). Christian Görke, momentan Finanzminister im Land Brandenburg, hatte 2014 seinen Wahlkreis gewonnen.

Der Wahlkreis 5 (Havelland II) umfasst die Gemeinden Brieselang, Friesack, Ketzin/Havel, Nauen und Wustermark, sowie das Amt Nennhausen. Hier treten an: Johannes Funke (SPD), Marcus Welzel (CDU), Andrea Johlige (Die Linke), Dominik Kaufner (AfD), Petra Budke (B’90/Grüne), Christian Ehrecke (BVB/Freie Wähler) und Volkmar Richter (FDP). Diesen Wahlkreis gewann 2014 Udo Folgart (SPD).

Der Wahlkreis 6 (Havelland I) wird gebildet durch Dallgow-Döberitz, Falkensee und Schönwalde-Glien. Ines Jesse (SPD), Barbara Richstein (CDU), Jörg Schönberg (Die Linke), Heiko Prüwer (AfD), Ursula Nonnemacher (B’90/Grüne), Knut Leitert (BVB/Freie Wähler), Amid Jabbour (FDP) und Thomas Fuhl (Einzelbewerber) sind hier die Direktkandidaten. 2014 gewann Barbara Richstein diesen Wahlkreis.

Die Bürgermeisterwahlen

In vier Kommunen des Landkreises wird am 1. September der Posten des hauptamtlichen Bürgermeisters zur Wahl gestellt. In der Gemeinde Milower Land im westlichen Havelland kommt es dabei zu einem Kuriosum. Hier tritt nur der amtierende Bürgermeister Felix Menzel (SPD) zur Wahl an. Kein Gegenkandidat hat sich aufstellen lassen. Im September 2011 war Menzel mit damals gerade einmal 26 Jahren zum Bürgermeister gewählt worden. Trotzdem nur ein Kandidat auf dem Stimmzettel stehen wird, sind die Milower aufgerufen, ihr Kreuzchen zu machen. Denn Menzel muss auch als Einzelkandidat das Quorum erfüllen: Er muss die absolute Mehrheit der Stimmen bekommen - also mindestens 50 Prozent - und diese müssen von mindestens 15 Prozent der Wahlberechtigten im Milower Land kommen. Erreicht er das nicht, wählt die Gemeindevertretung den Bürgermeister.

Einen Mitbewerber um das Bürgermeisteramt hat der derzeitige Ketziner Verwaltungschef. Der erneut antretende Bernd Lück (FDP) muss sich Einzelbewerber Rainer Demmin stellen. Gegen zwei weitere Kandidaten tritt derweil Schönwaldes Bürgermeister Bodo Oehme (CDU) an: Michael Rhein (AfD) und Karl-Heinz Kordt (B’90/Grüne). Die größte Auswahl haben die Brieselanger. Ihr amtierender Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU) stellt sich nicht mehr zur Wahl. Seinen Nachfolger müssen die Wähler aus Ralf Rüdiger Heimann (IBB), Michael Koch (CDU), Kai Nagel (B’90/Grüne) und Friedrich Thurm (Einzelbewerber) auswählen.

Bei allen Bürgermeisterwahlen gilt: Es gewinnt, wer mehr als 50 Prozent der Stimmen bekommt. Gelingt das keinem der Kandidaten am 1. September, so treten die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen am 15. September zu Stichwahl an.

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